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10 legale Steuertipps für Selbstständige

Mit folgenden Experten-Ratschlägen kannst du als Selbstständiger und Unternehmer ganz leicht Steuern sparen.

Ein Gastbeitrag von Paul-Alexander Thies

Steuerlast senken – Gewinn erhöhen

Die Anzahl der Selbstständigen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Die meisten von ihnen arbeiten als Solo-Unternehmer ohne Mitarbeiter. Oftmals ist der Stundenlohn und damit das Einkommen der Selbstständigen nicht sehr hoch. Umso wichtiger ist es daher, über legale Steuertipps für Selbstständige genau Bescheid zu wissen.

> Stundenlohn / Honorar richtig berechnen

Steuern sparen – so geht’s

Grundsätzlich bietet die Steuergesetzgebung den Selbstständigen verschiedene Möglichkeiten zur Ausgestaltung ihrer Gewinnermittlung. Die Gestaltungsmöglichkeiten zielen darauf ab, die Höhe des Gewinns zu minimieren. Denn je niedriger der Gewinn am Jahresende ausfällt, umso weniger Steuern musst du bezahlen.

> Übersicht: Steuern für Unternehmer

Ganz legale Steuertipps für Selbstständige helfen bei der Optimierung des Einkommens, um eine möglichst niedrige Steuerlast zu erzielen. Zu den Möglichkeiten der Gewinn-Minimierung gehören unter anderem:

  • Kleinunternehmer-Regelung
  • Freiwillige Bilanz
  • Kleininvestitionen
  • Betriebsausgaben
  • KFZ
  • Abschreibungen
  • Familienbetrieb
  • Investitionsabzugsbetrag
  • Betriebsgründung während Ausbildung
  • Dauerfristverlängerung

Verzicht auf Kleinunternehmer-Regelung

Selbstständige, die im Jahr einen Umsatz von weniger als 17.500 Euro erzielen, müssen keine Umsatzsteuer ausweisen und abführen. Die Kleinunternehmer-Regelung hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Selbstständige, die die Umsatzsteuer erheben, können auch die bezahlte Vorsteuer aus ihren bezahlten Rechnungen steuerlich geltend machen.

Gerade junge Unternehmen bezahlen oftmals mehr Vorsteuer, als sie an Umsatzsteuer einnehmen. Das Finanzamt erstattet die Überzahlung an Vorsteuer, die sich aus der Steuererklärung ergibt. Daher lohnt sich oftmals auch für Selbstständige der bürokratische Aufwand, um Umsatzsteuer einzuziehen. Denn wenn du auf die Umsatzsteuer-Befreiung verzichtest, kannst du von der Erstattung der bezahlten Vorsteuer profitieren.

Bilanz freiwillig erstellen – Steuern sparen

Selbstständige mit einem höheren Gewinn über 50.000 Euro oder einem Umsatz von mehr als 500.000 Euro müssen am Ende des Wirtschaftsjahres eine Bilanz erstellen. Bei einem niedrigeren Gewinn und Umsatz reicht hingegen für die Steuererklärung eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung für das Finanzamt aus.

> Einnahmen-Überschuss-Rechnung: Das musst du darüber wissen

Die Bilanz bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Steuerersparnis. Dazu gehören zum Beispiel Rückstellungen mit einer Verteilung von Ausgaben über mehrere Jahre hinweg. Selbstständige, die freiwillig eine Bilanz erstellen, können von ihren Gestaltungsmöglichkeiten profitieren und Steuern sparen.

Betriebsausgaben klug steuern – Abgabenlasten senken

Sämtliche Ausgaben, die du für die Aufrechterhaltung deines Unternehmens aufwendest, kannst du in unterschiedlichen Formen steuerlich geltend machen. Daher sind die Betriebsausgaben ein wichtiger Faktor bei der Gestaltung deiner Selbstständigkeit.

Zu den gängigen Betriebsausgaben, die das Finanzamt als solche auch anerkennt gehören zum Beispiel:

  • Reisekosten
  • Bewirtung
  • Raumkosten
  • Telefon
  • Internet
  • Versicherungen
  • Beiträge
  • Geschenke
  • Ausbildung
  • KFZ-Kosten

Sorge daher dafür, dass du die Belege für deine laufenden Kosten und andere Betriebsausgaben sorgfältig aufbewahrst und in der Steuererklärung berücksichtigst.

Betriebsausgabe KFZ

Das Auto ist für die meisten Selbstständigen neben allen anderen Betriebsausgaben der größte Kostenfaktor. Der steuerlichen Behandlung des KFZ solltest du daher erhöhte Aufmerksamkeit zuwenden. Solange du deinen Firmenwagen ausschließlich für deine Arbeit nutzt, kannst du sämtliche anfallenden Kosten absetzen. Dazu gehören die Anschaffungskosten, aber auch Tankfüllungen, Werkstattservice, Reparaturen und Wagenpflege.

Wenn du das Auto zusätzlich privat nutzt, dann kannst du entweder ein Fahrtenbuch führen oder die Ein-Prozent-Regel anwenden. Das Führen des Fahrtenbuchs ist zwar aufwendig. Aber es belegt exakt, wie hoch der betriebliche Anteil an den Ausgaben ist. Mit der Ein-Prozent-Regel versteuerst du den privaten Anteil pauschal. Dein Einkommen erhöht sich dabei um ein Prozent des Listenpreises deines KFZ im Zulassungsjahr. Diesen so genannten geldwerten Vorteil musst du versteuern, während du sämtliche Kosten für das Auto als Betriebsausgabe absetzen kannst.

> Geschäftswagen: 1%-Regel oder Fahrtenbuch – Wann ist was besser?

Kleininvestitionen – geringwertige Wirtschaftsgüter

Maschinen oder Geräte, Möbel oder sonstige Gegenstände, die weniger als 800 Euro netto kosten, kannst du sofort und vollständig steuerlich geltend machen. Die so genannten geringwertigen Wirtschaftsgüter (GWG) ziehst du in voller Höhe von deinem Gewinn ab.

Mit Abschreibungen Steuern sparen

Für Selbstständige lohnen sich Investitionen. Denn du verminderst mit Abschreibungen deinen Gewinn und kannst deine Ausgaben auf verschiedenen Wegen steuermindernd abschreiben. Dabei kannst du unterschiedliche Güter über eine jeweils bestimmte Anzahl an Jahren steuerlich geltend machen.

Familienbetrieb

Wenn du eine Personengesellschaft, wie zum Beispiel eine GbR, eine OHG oder eine KG leitest, dann kannst du deine Familie als Angestellte einsetzen und Steuern sparen. Für volljährige Kinder mit eigenem Gehalt gilt eine Steuerbefreiung bis zum Grundfreibetrag. Das Gehalt mindert zugleich den Unternehmensgewinn. Wenn Familienmitglieder als Gesellschafter fungieren, sinken die Abgaben für die Familie.

Investitionsabzugsbetrag

Als kleines oder mittelgroßes Unternehmen kannst du bis zu 40 Prozent der Kosten für geplante Güter, wie zum Beispiel Maschinen oder Möbel bereits vor dem Kauf steuerlich geltend machen. Damit lässt sich der Gewinn zum Beispiel in einem Jahr mit hohem Umsatz abmindern.

Betriebsgründung während der Ausbildung

Wenn du deine Selbständigkeit noch während der Ausbildung beim Finanzamt meldest, dann kannst du die Kosten für die Ausbildung steuerlich absetzen. Deine Ausgaben kannst du als Sonderausgabe in Höhe von 920 Euro steuerlich geltend machen.

Dauerfristverlängerung beantragen

Für die Abgabe der Umsatzsteuererklärung setzt dir das Finanzamt genaue Termine. Eine Dauerfristverlängerung verschafft automatisch einen Monat mehr an Zeit für die Erklärung und auch für die Bezahlung der errechneten Steuer. Die Dauerfristverlängerung ist ein effektives Mittel, um Säumniszuschläge durch verspätete Zahlungen zu vermeiden.

> Steuererklärung: Das sind die neuen Abgabetermine


Paul-Alexander Thies (Bild: Billomat)

Über den Autor:

Paul-Alexander Thies ist Geschäftsführer von Billomat, der Online-Buchhaltung für Kleinunternehmer, Selbständige und Mittelständler. Während seines Studiums gründete Paul-Alexander Thies sein erstes Unternehmen und weiß über die Herausforderungen der Existenzgründung Bescheid. In den letzten acht Jahren arbeitete Paul-Alexander Thies als Führungskraft Senior Management für Groupon, Payleven (Rocket Internet) & Travador.

 

Bild: Pexels, Billomat

Ein Kommentar

  1. Diese Steuertipps muss ich das nächste Mal beim Steuerberater ansprechen. An so Dinge wie die Dauerfristverlängerung habe ich noch gar nicht gedacht. Der Profi kann bestimmt auch noch etwas bei den Betriebsausgaben entdecken.

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