StartUp Fehler (Bild: Pixabay)

5 Probleme, die StartUps am Erfolg hindern

Viele StartUps scheitern, weil elementare Dinge nicht richtig angegangen werden. So machst du das besser.

Ein Gastbeitrag von Igor Tkach

Kommunikation und Führung sind essentiell

Leider gibt es eine Menge Probleme, die sogar ein erfolgreiches StartUp ins Grab bringen können. Während viele Gründer weiterhin ihre Teams beschuldigen oder alles mit Pech erklären, sehe ich dabei zu, wie sie immer wieder dieselben Fehler machen.

Ein StartUp zu managen ist schwierig, definitiv! Deswegen denkst du vielleicht, dass es der richtige Weg ist, jeden einzelnen Schritt deines Teams zu kontrollieren. Doch dies kann meiner Erfahrung nach eine verfahrene Situation nur verschlimmern. Ich bin davon überzeugt, dass ein Mangel an Delegation und Kommunikation den Erfolg deines StartUps einfriert

Warum? Das erkläre ich dir in den folgenden Absätzen:

Nr. 1: Du versuchst alles selbst zu machen

Dein StartUp ist deine Kreation und du hast dich daran gewöhnt, alles alleine zu erledigen. Während den Team wächst, übernimmst du natürlich weiterhin alle Rollen, vom Entscheidungsträger bis zum Administrator.

Auf diese Weise bündelst du zwar das gesamte KnowHow in deinen Händen, schaffst aber in Wirklichkeit als  überfürsorgliche “Mutter” deines StartUps eine der schlimmsten Situationen für dein Produkt und dein Team.

Einmal hatte ich die Gelegenheit mit einem Gründer zusammenzuarbeiten, der davon überzeugt war, dass nichts getan werden würde, wenn er nicht jede Phase des Entwicklungsprozesses selbst kontrolliert (er ist übrigens nicht der einzige Gründer, der so denkt). Der Grund: Die Entwicklung hat in meinem Beispiel viel länger gedauert als nötig. Als Folge stiegen die Ausgaben bei fehlendem Umsatz weiter an. Diejenigen, die eine Freigabe des Produkts erwarteten, begannen das Vertrauen zu verlieren.

Die Lösung: Delegiere so viel du kannst. Die Hauptrolle eines StartUp-Gründers ist es, das Team zu navigieren, eine Vision für das Unternehmen zu schaffen und Geschäftsziele innerhalb dieser Vision zu verwirklichen. Es liegt nicht in deiner Verantwortung, den Code auf Fehler zu überprüfen – dafür gibt es die Quality Assurance (Qualitätssicherung).

Sehe es als deine Mission Ziele aufzustellen. Und die Mission deiner Team-Mitglieder ist es, diese Ziele zu erreichen. Dazu  hast du sie doch eingestellt, oder?

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Nr. 2: Du legst keine Kommunikationsstrategie fest

Wenn ich das Problem benennen müsste, das fast jedes StartUp ins Verderben führt, würde ich mich auf dieses festlegen. Stelle dir einen Entwicklungsprozess vor, bei dem du nicht weißt, was deine Teammitglieder tun und sie nicht wissen, an wen sie sich im Problemfall wenden sollen. Kommt  hier Untätigkeit durch Missverständnisse hinzu, sodass nichts pünktlich gemacht wird und jeder den anderen beschuldigt, landest du in einem kompletten Chaos.

Die Lösung: Dokumentiere die Rollen und Verantwortlichkeiten jedes Teammitglieds – selbst wenn dein Unternehmen klein ist.

Regelmäßige Meetings müssen ebenfalls Teil deiner dokumentierten Kommunikationsstrategie sein. Notiere dir die Art der Meetings, ihre Häufigkeiten und die Diskussionsthemen.

Es können sogar Tagesplanungen oder tägliche Meetings sein, die es deinen Teams ermöglichen, über den Fortschritt auf dem Laufenden zu bleiben, zu evaluieren, was funktioniert und was nicht, und ihre nächsten Aktionen entsprechend zu planen.

Verwende Scrum.  Als eines meiner bevorzugten Agile Frameworks hilft Scrum die Arbeit zu organisieren und Fristen festzulegen.

Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen einen Scrum-Leitfaden zu lesen. Auch wenn du nicht vorhast Scrum einzuführen, bieten Scrum-Leitfäden einen  guten Ausgangspunkt für die Planung deiner Kommunikationsroutine.

Nr. 3: Du lässt dein Team nicht wissen, was dein Ziel ist

Ich muss hier unbedingt anmerken, dass dieses Problem viel häufiger in verteilten StartUp-Teams auftritt als in solchen, die an einem Ort zusammensitzen. Ich habe mit so vielen Gründern zusammengearbeitet, die es bevorzugen, den Entwicklern stillschweigend Aufgaben zuzuteilen ohne zu erklären, wie diese in das Große und Ganze passen.

Da die Entwickler dann kein Verständnis vom ganzen Bild haben, können sie nicht so effizient wie möglich arbeiten und müssen am Ende oft Arbeit wiederholen. Dies verursacht verpasste Deadlines und eine schlechte Qualität der Arbeitsergebnisse. Keine Ahnung über Sinn und Bedeutung ihrer Arbeit zu haben demotiviert Entwickler und verringert deren Effizienz.

Die Lösung: Teile deine Produktvision und die Produkt-Roadmap jedem einzelnen Mitglied deines Teams mit. Wenn du dir noch nicht ganz sicher über deine Produktvision bist, helfen dir die folgenden Fragen:

  1. Für wen ist dieses Produkt entworfen?
  2. Welche Kundenbedürfnisse spricht das Produkt an?
  3. Welche Eigenschaften sollte das Produkt besitzen, um diese Bedürfnisse zu erfüllen?
  4. Was macht das Produkt einzigartig?
  5. Welchen Zeitrahmen und welches  Budget habe ich für die Entwicklung und Einführung des Produkts?

Halte die Dokumentation aktuell und relevant, so dass jedes Teammitglied jederzeit darüber sprechen kann.

Es gibt noch eine Sache, die ich hervorheben möchte. Der Grund, warum einige StartUp-Gründer ihre Produktvision nicht teilen, ist, dass sie sich zu viele Sorgen um die Sicherheit machen. Ihre Idee könnte ja geklaut werden.

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Nr. 4: Du legst keine echten Deadlines fest

Welcher Prozess führt zur Schätzung einer Frist? Ein Meeting, bei dem dein Softwareentwicklungsteam, ein Tech-Lead und ein Senior-Ingenieur einschätzen, wie lange es dauern wird, bis die anstehende Arbeit fertig ist. Das klingt nach einem vollkommen vernünftigen Schätzansatz. Warum erleben dann die meisten Unternehmen systematisch verpasste Deadlines?

Die Lösung: Selbst die Einschätzung des erfahrensten Tech-Leads wird ungenau sein, wenn er nicht am Entwicklungsprozess teilnimmt . Um eine genauere Frist zu ermitteln, lade alle Teammitglieder dazu ein, sich an der Schätzung zu beteiligen. Dies ist der einzige richtige Weg um sicherzustellen, dass eine  Deadline eingehalten wird.

Wie führen Experten Schätzungen durch?  Eigentlich musst du nur deine Teammitglieder fragen, wie viele Stunden sie für eine bestimmte Aufgabe benötigen.

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Nr. 5: Ergreife Maßnahmen

Jedes StartUp ist wie ein echt funktionierender Organismus, mit eigener “Gesundheit” und eigenen “Krankheiten”. Und sicher wird sich deine Behandlung auszahlen.

Kontrolle aufzugeben scheint zunächst gruselig, ist aber absolut nicht so. Du musst dir den Kopf freihalten, um dich auf deine Hauptziele konzentrieren zu können und das Team in diese Richtung zu navigieren.

Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu delegieren bedeutet nicht unbedingt, dass du nicht mehr weisst, was mit deinem Produkt passiert und woran dein Team arbeitet. Wenn du deine Produktvision und Roadmap systematisch mit deinem Team teilst, eine effektive Kommunikationsstrategie etablierst und sicherstellst, dass Schätzungen richtig durchgeführt werden, weisst du zu jeder Zeit genau, wie es um  dein Produkt bestellt ist und welche Schritte du als nächstes unternehmen solltest.

Fazit

Zusammenfassend würde ich dir empfehlen, eine Liste deiner Managementverantwortungen zu erstellen, und danach zu bestimmen, was delegiert werden kann. Nimm dir die Zeit deine Geschäftsziele zu aktualisieren und zu dokumentieren und die Änderungen mit deinem Team zu teilen.

Änderungen sind nie einfach. Aber die einzige Möglichkeit, sie schmerzlos zu implementieren, ist es reibungslos zu vollführen.

Welche Erfahrungen hast du beim Umgang mit Kommunikations- und Delegationsproblemen in einem StartUp gemacht? Gibt es Punkte, die du hinzufügen würdest? Bitte teile sie mit uns in den Kommentaren.


Über den Autor:

Igor Tkach ist CTO bei Daxx. Er ist eine erfahrene Führungskraft und schreibt bei Forbes über Best Practices für agile Entwicklung, Produktmanagement und Steigerung der Führungsqualität in Organisationen. Derzeit kooperiert Igor mit Eigentümern von Technologie-Unternehmen und hilft ihnen bei der Nutzung der neuesten Technologietrends, der Entwicklung leistungsorientierter R&D Zentren in der Ukraine und durch kontinuierliche Verbesserung ihrer Managementpraktiken.

Bilder: Pixabay, Daxx

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