8 Möglichkeiten, um ein StartUp zu finanzieren

So kommen Gründer an Geld und Investitionen, um die Finanzierung ihres StartUps zu sichern.

Wie kann man ein StartUp finanzieren?

Woran scheitern StartUps? Auf der Liste mit den 20 häufigsten Fehlern steht an Platz 2 „Geldmangel“ und auf Platz 16 „Fehlende Investoren“. Das liebe Geld ist somit oft der Knackpunkt, warum junge Unternehmen den Betrieb einstellen müssen. Auch „normale“ Selbstständige und traditionsreiche Firmen kennen dieses Problem, keiner ist davon ausgenommen.

Da echte StartUps mit einem innovativen, noch nie dagewesenen Produkt oder einer einzigartigen Dienstleistung an den Start gehen, wissen sie nicht, was sie auf ihrer Reise erwartet. Der Markt ist neu, das Ziel ungewiss, es fehlt an Erfahrungswerten. Dementsprechend lässt sich nur schwer abschätzen, ob das StartUp die angedachte Zielgruppe wirklich erreichen und damit eine Marktnische besetzen kann. Ebenso ist ungewiss, ab wann das junge, motivierte Unternehmen erste schwarze Zahlen schreiben kann  – das macht die Erstellung eines Businessplans schwer. Der oder die Gründer begeben sich somit mit ihrer Unternehmung auf unbekanntes Territorium, ein „terra incognita“ der Moderne.

Die Herausforderung, ein Wagnis einzugehen und alles auf eine Karte zu setzen, ist es, was echte Entrepreneure ausmacht. Doch genau das schreckt potentiell Investoren an. Gerade konservative Banker mögen es gar nicht, wenn unklar ist, was das StartUp vorhat – und verweigern einen Kredit bzw. ein Darlehen. Also müssen andere Wege der Finanzierung her!

So kann man ein StartUp finanzieren

Um wie einst von ABBA besungen an „Money, Money, Money“ zu gelangen, haben StartUps folgende Möglichkeiten:

1) Bootstrapping

In der Gründerszene hört man diesen Begriff häufig. Er stammt vom Englischen „bootstrap“ ab, bedeutet „Stiefelriemen“ und bezieht sich laut GründerSzene auf eine Geschichte des Barons von Münchhausen, der sich selbst aus dem Sumpf zog. Übersetzt bedeutet das: Der Gründer versucht, mit eigenen, begrenzten Mitteln sein StartUp zu finanzieren. Hierbei greift er auf eigene Ersparnisse zurück, die ihn meist finanziell einschränken – dafür hat er die volle Kontrolle über seine Neugründung.

2) Kredite / Darlehen

Beim Thema Kredit denkt man in der Regel sofort an Banken – aber es geht auch anders. Zum Beispiel über einen Privatkredit ohne Schufa, bei dem sich der Gründer Geld von Privatpersonen leiht. Dafür kann er in seinem eigenen Familien- und Bekanntenkreis um Geld bitten, oder auf Online-Plattformen wie Auxmoney die benötigten Finanzmittel leihen.

3) Fördermittel

Es gibt eine fast unüberschaubar große Anzahl an Fördergeldern, die vom Bund oder der Europäischen Union an StartUps ausgezahlt werden. Bei vielen Förderprogrammen handelt es sich um Darlehen mit guten Konditionen, die teilweise oder komplett zurückgezahlt werden müssen. Es gibt auch Fördermittel, die der Gründer komplett behalten kann. Gute Informationen dazu erhält man beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

4) Gründerwettbewerbe

Von Start2Grow über BayStartUP bis zu den KfW Gründerchampions: Alleine in Deutschland gibt es unzählige regionale und überregionale Wettbewerbe, an denen StartUps teilenehmen können. Den Siegern winken in der Regel Preisgelder von mehreren Tausend Euro. Eine komplette Firma kann man damit nicht finanzieren, aber die Gewinne eigenen sich unter Umständen gut, um eine kurzfristige Zwischenfinanzierung zu stemmen.

5) Crowdfunding / Crowdinvesting

Wie es der englische Begriff schon besagt, handelt es sich beim Crowdfunding um eine Schwarmfinanzierung. Hierbei investieren in der Regel Hunderte oder Tausende Menschen ihr Geld – meist eine geringe Summe – in ein Konzept. Dieses wird auf Plattformen wie Kickstarter, Indiegogo oder Startnext vorgestellt. Verwand zum Crowdfunding ist das Crowdinvesting, bei dem zahlreiche Menschen ihr Geld für ein Unternehmen und nicht für ein Produkt ausgeben.

6) Business Angels

Bei den „Geschäftsengeln“ handelt es sich meist um erfolgreiche Manager oder StartUp-Gründer, die ihr eigenes Geld in neue, innovative Unternehmen stecken. Zudem stehen die Business Angels (BA) den StartUps, in die sie investieren, mit ihrem Fachwissen und ihrem Netzwerk zur Verfügung. Für diese wertvolle Leistung erhalten die BA nennenswerte Anteile an der jungen Firma.

7) Venture Capital

Venture Capital (VC) ist die größere Form der Business Angels. Hier investieren große Unternehmen oder Beteiligungsgesellschaften ihr Geld, um StartUps auf die Sprünge zu helfen. Auch sie unterstützen die Gründer mit ihrem Know-how. VC-Investoren sind an einem raschen Wachstum des StartUps interessiert, da sie sich nach ein paar Jahren mit einen gewinnbringenden Exit verabschieden möchten.

8) Acceleratoren / Inkubatoren

Die Gründer-Szene in Deutschland muss gestärkt werden, um die Innovationskraft in der Bundesrepublik zu erhalten. Hierfür gibt es Acceleratoren und Inkubatoren („Brutstätten“), bei denen große Unternehmen oder Institutionen verschiedenartige Unterstützungsleistungen anbieten. Das können zum Beispiel Gründerzentren mit günstigen Mieten, kostenlose Fortbildungsprogramme oder Finanzspritzen sein.

Wie finanzieren deutsche StartUps ihre Unternehmen?

Kredit, Business Angels oder Fördergelder? Wie kommen junge Unternehmen an ihr dringend benötigtes Geld? Der Deusche StartUp Monitor 2016 kam zu der Erkenntnis, dass die meisten deutschen Gründer auf ihr Erspartes setzen, Bankdarlehen werden am seltensten genutzt, um ein StartUp zu finanzieren.

Startup finanzieren - so läuft's in Deutschland (Bild: Statista)

Bilder: Pixabay, Statista

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