Berufshaftpflichtversicherung (Bild: Pixabay)

Berufshaftpflicht: Muss man die als Selbstständiger haben?

Ist eine Berufshaftpflichtversicherung ein Muss oder ein Kann? Für wen ist sie sinnvoll? Für welche Schäden haftet sie? Wir beantworten diese und weitere Fragen.

Wofür benötigst du eine Berufshaftpflichtversicherung?

Selbstständige haben den Vorteil, dass sie – zumindest in der Theorie – arbeiten können, wann, wo und wie sie wollen. Der Nachteil dieser Freiheit: Als Selbstständiger bist du für alles verantwortlich. Das fängt bei der Kundenakquise an, geht über die Ausführung der Aufträge und endet nicht bei all dem zu erledigenden Papierkram.

Deine Verantwortung kommt auch zum Tragen, wenn du einen Schaden verursachst. Zum Beispiel bei einem Kunden. Das kann teuer werden, im schlimmsten Fall kostet dich das im schlimmsten Fall Hunderttausende oder Millionen Euro. Summen, die du wahrscheinlich nicht bezahlen kannst. Hier greift dann im Idealfall eine spezielle Versicherung: die Berufshaftpflichtversicherung.

Was ist eine Berufshaftpflichtversicherung?

Die Berufshaftpflichtversicherung ist eine spezielle Form der Haftpflichtversicherung. Sie springt ein, wenn du als Selbstständiger durch ein Versehen einen Kunden oder einen Unbeteiligten durch deine Arbeit schädigst.

Die Berufshaftpflicht, so die Kurzform der Berufshaftpflichtversicherung, ist in vielen selbstständig ausgeübten Berufen kein Muss. Für Webdesigner oder ein Fotografen besteht beispielsweise keine Pflichtversicherung.

Doch es gibt Berufsgruppen, bei denen das Gesetz oder die Berufskammer eine Berufshaftpflicht vorschreibt. Dazu gehören unter anderem Ärzte, Apotheker, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Ingenieure.

Wann springt eine Berufshaftpflicht ein?

Es gibt unzählige Fälle, in denen du schnell in die Bredouille kommen kannst. Zum Beispiel, wenn du als Webdesigner das Redesign eines Webshops durchführst und durch einen Fehler der Onlineshop zu einem Offline-Shop wird. In solch einem Fall führt jeder Tag mit Downtime zu einem Umsatzausfall bei deinem Auftraggeber.

Oder als freischaffender IT-Experte kümmerst du dich um die Wartung von Kunden-Servern, produzierst aber dabei einen Totalausfall des Systems. Der Crash kostet das Unternehmen mehrere zehntausende Euro. Die Haftung liegt hierfür bei dir als selbstständigen IT‘ler.

Und noch Beispiel, dieses Mal aus dem Magazin Impuls: „Ein Unternehmensberater rät seinem Kunden, auf ein anderes Warenwirtschaftssystem umzusteigen. Dieses stellt sich im Nachhinein jedoch als nicht geeignet heraus. In der Folge hat das Unternehmen erhebliche Umsatzeinbußen hinzunehmen, woraufhin es den Unternehmensberater zur Verantwortung zieht.“

Kommt es bei Kunden zu Umsatzeinbußen durch einen Fehler des Selbstständigen, fordern diese meist einen Schadensersatz. In solch einem Fall kommt die Berufshaftpflicht zum Einsatz.

Wer benötigt somit eine Berufshaftpflichtversicherung?

Eine Berufshaftpflicht ist für alle Selbstständigen wichtig, die eng mit Kunden zusammenarbeiten und ihre Tätigkeiten einen Schaden verursachen könnten. Dabei ist es egal, ob deine Tätigkeit beratend oder aktiv handelnd ausfällt, oder ob du Einzelunternehmer oder Freiberufler bist.

Ein Consultant kann mit einer falschen Beratung genauso für Schäden bei seinen Kunden sorgen wie ein Programmierer, der eine fehlerhafte Software entwickelt, die zu einem wichtigen Datenverlust beim Auftraggeber führt.

Wie viel zahlt die Berufshaftpflicht?

Welche Schäden die Berufshaftpflicht abdeckt und zu welchen Summen, lässt sich nicht pauschal sagen. Die Deckungshöhe hängt unter anderem vom Berufsstand, der im Detail gewählten Versicherung und der Versicherungsgesellschaft ab.

Wie unterscheiden sich Berufshaftpflichtversicherung und Betriebshaftpflichtversicherung?

Die beiden Begriffe werden oft synonym verwendet. Der Unterschied jedoch ist: Bei einer Berufshaftpflicht handelt es sich um eine Haftpflichtversicherung für einen Beruf (zum Beispiel Apotheker), die Betriebshaftpflicht versichert die Schadensfälle eines Betriebes.

Fazit

Muss du als Selbstständiger eine Berufshaftpflicht haben? Jein. In vielen Berufsgruppen wird sie unbedingt benötigt, in anderen ist sie eher ein Kann. Trotzdem solltest du den Abschluss dieser wichtigen Haftpflichtversicherung in Betracht ziehen – auch wenn sie für deinen Berufsstand kein Muss ist. Jedem Mensch unterlaufen mal Fehler. Diese können in Zusammenhang mit einem Kundenprojekt schnell ziemlich teuer werden und im schlimmsten Fall deinen finanziellen Ruin bedeuten.

Bild: Pixabay

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.