Lager (Bild: Pixabay)

Das bringt die mobile Datenerfassung

Warenwirtschaft, Zeiterfassung und mehr: Diese verschiedene Vorteile bietet die mobile Datenerfassung.

Welche Vorteile hat die mobile Datenerfassung?

Jeder Unternehmensinhaber, der allabendlich selbst mühevoll in Handarbeit die Nachbestellungen seiner Kunden durchführt, wird die mobile Datenerfassung zu schätzen wissen. Sie ist einfacher, umfangreicher, geht schneller und lässt weniger Fehler zu.

Hier ein paar Beispiele:

  • Nachbestellung
    In vielen Unternehmen funktioniert die Bestellung immer noch über Bestelllisten, in die Angestellte oder der Unternehmer selbst einträgt, wie viel Stück von einem Produkt benötigt werden. Diese Variante ist fehleranfällig, weil so manch eingetragene Zahl nicht lesbar ist oder man in der Zeile verrutscht.
  • Einfachheit
    Mit Geräten zur mobilen Erfassung muss nur noch der Barcode gescannt werden, schon erkennt das Gerät die Ware und sie kann nachgeordert werden. Zur Bestellübermittlung gibt es zwei Wege: Das Gerät anstöpseln oder es via WLAN mit dem System verbindenn. Einmal verbunden, genügen wenige Klicks und die Bestellung ist auf dem Weg.
  • Geringere Fehlerquote
    Irren ist menschlich. Die Fehler geschehen schnell, nicht aber, wenn jemand den Barcode einscannt. Er wird vom Gerät erkannt und das Produkt mit Namen auf dem Display genannt. Es wird quasi während des Bestellens schon eine Überprüfung durchgeführt.
  • Ungeheure Möglichkeiten
    Die mobile Datenerfassung lässt sich, die entsprechenden Geräte und Systeme vorausgesetzt, überall nutzen. Beispielsweise können Pakete verfolgt und Fahrzeuge geortet werden. Oder Außendienstmitarbeiter stempeln darüber ihre Zeiten, damit die Arbeitszeitenregelungen eingehalten werden.

Es gibt zwar einige Vorteile, doch es eignet sich nicht jedes System für jedes Unternehmen. Ein Einzelhändler wird mit der Paket-Verfolgung wenig anzufangen wissen, wenn er Produkte nur im Geschäft verkauft. Unternehmer sollten sich daher ausgiebig mit dem Thema befassen und überlegen, welche Art vom mobiler Datenerfassung für sie selbst infrage kommt.

Wie funktioniert das Ganze?

Die mobile Datenerfassung funktioniert – mit Ausnahmen – mit drei Bestandteilen:

  • Barcode
    Der Barcode beschreibt die Ware. Alternativ, und das ist eine der Ausnahmen, ist der Barcode auch der Code eines Mitarbeiters oder Lkw-Fahrers.
  • Device
    Die einfachste Variante ist ein Scanner, der den Barcode ausliest. Je nach Funktion gibt es mobile Stempelkarten und Code-Systeme. Das Device ist mit dem System der Firma verbunden und überträgt die Daten dorthin – wie bei der mobilen Datenerfassung mit einem MDE Scanner.
  • System
    Hier werden die Daten hingeleitet und vom System weiterverarbeitet. Bestellungen erscheinen in der jeweiligen Rubrik, Arbeitszeiten in einer anderen. Auch elektronische Kassensysteme arbeiten nach diesem Prinzip.

Mittlerweile ist ein Handgerät – ein Scanner – nicht unbedingt erforderlich ist. Heutzutage funktioniert die mobile Datenerfassung auch über Smartphones und Tablets. So kann der Mitarbeiter praktisch das Gerät in der Tasche haben, ohne auch nur ein weiteres Device mit sich führen zu müssen.

Systeme und Lösungen

  • Computersystem
    Für vertreibende oder produzierende Unternehmen ist ein Warenwirtschaftsprogramm unumgänglich. Es liefert nicht nur einen perfekten Überblick über das Lager, es lässt sich auch in ein ERP-System eingliedern. Für das System sind Barcodes notwendig, da die ins System gespeisten Daten eingescannt und genau deklariert werden müssen. Wer erstmals auf ein Warenwirtschaftssystem umsteigt, der hat natürlich einen, abhängig vom Warenbestand, großen Aufwand vor sich.
  • Devices
    Für welche Variante sich ein Unternehmen entscheidet, hängt von den eigenen Vorlieben und vom gewünschten Umfang ab. Barcodescanner sind die gängige Methode, doch eignen sie sich nur für das stationäre Lager. Wer auch unterwegs Waren scannen möchte, beispielsweise in der Logistik, der benötigt Geräte mit einer Internetanbindung. Alternativ stehen immer mehr Apps für Smartphones zur Verfügung, die diese Aufgabe übernehmen.
  • Einarbeitung
    Jedes Unternehmen sollte ausreichend Zeit für die Umstellung und Einarbeitung einplanen.

Was ist bei der Einführung zu beachten?

Je nach Lagergröße kann das Einscannen und Speichern der Waren in der Warenwirtschaft mehrere Tage in Anspruch nehmen. Diese Aufgabe lässt sich jedoch gut mit einer Zwischeninventur verbinden. Ansonsten gilt:

  • Einbindung
    Es empfiehlt sich, für die mobile Datenerfassung ein System zu nutzen, welches mit dem im Unternehmen genutzten ERP oder CRM vereinbar ist.
  • Ordentlichkeit
    Die mobile Datenerfassung ist nur so gut, wie diejenigen, die sie durchführen. Unternehmer müssen daher unbedingt darauf achten, dass die Mitarbeiter tatsächlich ein- und ausgehende Waren scannen und ans System übertragen. Auch die Zeiterfassung der Mitarbeiter funktioniert nur korrekt, wenn diese ihre Zeiten erfassen.

Fazit

An und für sich lohnt sich die mobile Datenerfassung für jeden Geschäftsbereich. Ein großer Pluspunkt: Sie ist unheimlich wandlungsfähig und somit eine Lösung für fast jede Unternehmensgröße. Unternehmer müssen sich jedoch vorab mit den Möglichkeiten beschäftigen und überlegen, welche Lösung für ihren Betrieb die richtige ist.

Bild: Pixabay

2 Kommentare

  1. Guter Beitrag!

    Ich glaube tatsächlich, dass viele Menschen den Erfolg von gerade Amazon und Co nicht auf das große Maß an Automatisierung, Planung und kalkulierter Logistik zurückführen wollen. Aber das ist ihre größte Stärke. Digitale Bestandssysteme, eigene Strichcode Systeme etc. Und das schon seit vielen Jahren. Waren der Zeit voraus und ernteten den Erfolg. Wer das jetzt noch im großen Stil verpennt, der geht zurecht unter. Meiner Meinung nach zumindest. Man geht mit der Zeit oder geht mit der Zeit.

    LG
    Paul

  2. @Paul: Aber die Branche der Automatisierung ist in Deutschland bereits seit den 80er sehr gut und schon damals sehr weit gewesen. Ich denke, es geht nicht nur darum, aber dem ist schon, wie du sagst, ein großer Wert beizumessen.

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