CDs (Bild: Pixabay)

Dürfen StartUps gebrauchte Software einsetzen?

Mit Gebrauchtsoftware lässt sich Geld sparen – ist das legal? Was muss man beim Kauf von gebrauchter Software beachten?

Es muss nicht immer eine teure Software-Lizenz sein

StartUps sind reich an Ideen und Motivation, aber bei einer Sache hapert es gerne mal: bei den Finanzen. Gründer sind ständig auf der Suche nach neuen Investoren, Krediten oder anderen Finanzierungsformen (z.B. Crowdfunding). Da Geld in solchen Fällen Mangelware ist, muss gespart werden – zum Beispiel bei der Büro-Austattung, beim Gehalt der StartUp-Mitarbeiter oder an der Software.

Bei Letzterem gibt es verschiedene Möglichkeiten: Im Netz findest du viele kostenlose Tools und Alternativen zu bekannten Programmen. Zum Beispiel kannst du GIMP anstatt von Adobe Photoshop oder Google Docs anstatt von Microsoft Word verwenden. Für die „Basics“ reichen diese Gratis-Programme meist vollkommen aus, Vielnutzer oder Profis stoßen hier bald an ihre Grenzen.

Für diesen Fall gibt es eine weitere Lösung: Auf Plattformen wie eBay, Medimops oder Rebuy findest du Angebote für Gebrauchtsoftware. Windows 10 Professional für 20 Euro, Tax 2017 für sieben Euro oder MS Office 2016 Professional für nur vier Euro – das klingt verlockend. Aber ist das legal?

Darf man gebrauchte Software kaufen oder verkaufen?

Ja. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) beschloss vor ein paar Jahren: Der Verkauf von gebrauchter Software – sogenannte Used Software – ist erlaubt. Diese Rechtsprechung betrifft nicht nur Programme auf CDs oder DVDs, sondern auch Downloads. Wenn der Verkäufer die Software oder eine Lizenz weitergegeben hat, darf der Käufer diese dann weiter veräußern. Ein Programm kann also mehrmals benutzt werden.

> Gebrauchtsoftware: Die Rechtssprechung des EuGH

Achtung: Darauf solltest du bei Kauf von gebrauchten Lizenzen achten

Der Kauf und Verkauf von gebrauchter Software bietet einige Fallstricke. Wenn du nicht aufpasst, erwirbst du Raubkopien oder illegale Versionen. Zudem gibt es Sonderfälle zu beachten, wozu beispielsweise aufgespaltene Volumenlizenzen von Microsoft Office gehören. Dieses Thema hat schon mehrere Gerichte beschäftigt, bis das Oberlandesgericht Düsseldorf ein Urteil fällte – mehr dazu hier:

> Vorsicht beim Kauf von aufgespaltenen Microsoft Office Volumenlizenzen

Wer gebrauchte Software kauft, muss nicht nur die rechtlichen Aspekte bedenken, sondern auch andere Dinge beachten. Zum Beispiel: Wie sieht es mit Client-Server-Lizenzen aus? Werden Wartungsverträge mit verkauft? Wie sieht es mit Lizenzen für SaaS-Produkte (Cloud-Software) aus? Diese und weitere Fragen beantwortet ein Ratgeber bei Computerwoche.de:

> Was Anwender über gebrauchte Software wissen müssen

Tipps für den Kauf von Gebrauchtsoftware

Zusammenfassend kann man sagen: Es mag zwar legal sein, gebrauchte Software zu kaufen, doch du darfst nicht blindlings zugreifen. Gerade wenn Verkäufer mit extrem niedrigen Preisen locken, solltest du vorsichtig sein. Damit du auf der sicheren Seite bist, haben die Gebrauchtsoftware-Experten von U-S-C fünf Ratschläge für den Kauf von gebrauchten Lizenzen parat:

  1. Lizenz-Transfer-Kette: Lasse dir lückenlos nachweisen, wer die Software bislang schon eingesetzt hat
  2. Bestehe auf das Lizenz-Übertragungs-Formular und die Vernichtungserklärung mit Original-Unterschrift.
  3. Lasse dir einen eindeutigen Hinweis der Lizenz-Herkunft geben, zum Beispiel über das Microsoft VLSC-Portal.
  4. Kaufe nur Software-Keys, wenn du dazu den Herkunftsnachweis und die Vernichtungserklärung mitgeliefert bekommst.
  5. Greife nur zu Software mit EU-Lizenz.
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