Buchhaltung (Bild: Pixabay)

Einfache oder doppelte Buchführung: Was gilt für dich?

Kennst du den Unterschied zwischen einfacher und doppelter Buchführung? Weißt du, welche Art der Buchhaltung für deine Unternehmung zutrifft? Wir erklären es dir.

Der Papierkram gehört (leider) mit dazu

Warum möchtest du dich selbstständig machen? Oder warum hast du den Schritt bereits gewagt und ein StartUp gegründet? Wegen der beruflichen Freiheit? Endlich dein Ding machen? Willst du ein revolutionäres Konzept umsetzen? Mehr Geld als vorher verdienen? Wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren zusammen, oder?

Ein Punkt, der sicherlich nicht auf deiner Positivliste steht, ist der Papierkram. Aber auch der gehört zum Alltag eines Gründers dazu, gerade im bürokratischen Deutschland. Steuern, Versicherungen, Fördermittel, Angebote, Rechnungen, Mahnunge: Die Buchhaltung kostet jede Menge Nerven. Und Zeit. Rund ein Monat wendet jeder Solo-Selbständige pro Jahr dafür auf.

Infografik Buchhaltung Selbstständige (Bild: Kontist)

Die Bürokratie verbraucht also ziemlich viel Energie – gerade, wenn du dich mit den Formalitäten nicht richtig beschäftigst. Deswegen ist es unabdingbar, dass du dich damit genau auseinandersetzt.

Verschiedene Arten von Buchhaltung

Jeder, der sich selbstständig macht oder ein Unternehmen gründet, muss auf seine Finanzen achten und dafür ordentlich Steuern zahlen. Damit du deine Zahlen im Blick hast, also die Einnahmen und Ausgaben, musst du Buch darüber führen. Den Vorgang nennt man Buchführung oder Buchhaltung.

In der modernen Buchführung schreibst du die Beträge nicht mehr wie früher in Bücher, sondern erfasst alles so weit wie möglich elektronisch und gemäß den GoBD (die Abkürzung steht für “Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff”).

Bei der Buchhaltung wird grob unterschieden in einfache und doppelte Buchhaltung bzw. Buchführung.

Was bedeutet doppelte Buchführung?

Die doppelte Buchführung nennt man auch Doppik oder kaufmännische Buchführung. Sie betrifft unter anderem Kaufleute (daher die Bezeichnung), die ihre Einnahmen und Ausgaben doppelt erfassen müssen. Bei dieser Art der Finanzbuchhaltung geht es darum, die Aktiva (“Haben”) und Passiva (“Soll”) gegenüber zu stellen und alle Kontenbewegungen genau und ständig zu erfassen.

Ein kleines Beispiel, wie eine doppelte Buchführung funktioniert: “Wenn ein Kaufmann seine Bareinnahmen am Tagesende am Bankautomaten auf sein Geschäftskonto einzahlt, so muss er den entsprechenden Betrag sowohl in seinem Kassenbestand als auch in seinem Kontobestand verbuchen”, erklärt Buchhaltungslexikon.de.

Was ist eine einfache Buchhaltung?

Wie es der Name besagt, musst du bei der einfachen Buchhaltung die Vorgänge nicht doppelt verbuchen. Stattdessen reicht eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) zur Gewinn- oder Verlustermittlung. Hierfür listest du am Ende eines Wirtschaftsjahres alle Einnahmen und Ausgaben auf.

Die Unterschiede in der Übersicht

Eine leicht verständliche Übersicht, was die beiden Arten von Buchhaltung unterscheidet, liefert dir Buchführung.de:

Schaubild Gegenüberstellung einfache und doppelte Buchführung (Bild: Buchführung.de)

Für wen reicht eine einfache Buchführung? Wer benötigt eine doppelte Buchhaltung?

Die Abgabenordnung (AO) und das Handelsgesetzbuch (HGB) definieren, wer wie seine Buchhaltung zu führen hat. Eine einfache Buchführung genügt, wenn…

  • du als Freiberufler tätig bist, gleichgültig wie viel Umsatz oder Gewinn du erzielst.
  • bei einer Personengesellschaft (z.B. GbR) der Umsatz geringer als 600.000 Euro oder der Gewinn geringer als 60.000 Euro pro Jahr ausfällt.

Eine doppelte Buchführung muss erfolgen, wenn…

  • dein Unternehmen eine GmbH oder AG ist.
  • deine Personengesellschaft mehr als 600.000 Euro Jahresumsatz oder 60.000 Euro Gewinn macht.

Fazit

Selbstständig zu sein oder ein StartUp zu betreiben ist gar nicht so einfach – gerade wenn du dich um den Papierkram kümmern musst. Den Kopf in den Sand bzw. zwischen den Aktenbergen zu verstecken, mag vielleicht für ein paar Monate eine gute Taktik sein, doch irgendwann holt dich die harte Realität der Bürokratie ein. Gerade das Finanzamt ist nicht gerade nicht zimperlich, wenn seine Anforderungen ignoriert oder unsauber erfüllt werden.

Deswegen ist es unabdingbar, dass du ein paar Grundsätze beachtest und dich von einem Sachkundigen wie einem Steuerberater unterstützen lässt.

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Bilder: Pixabay, Kontist, Buchführung.de

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