So gewinnt man im Liegen neue Kunden

Wie kann man die Kreativität der Mitarbeiter steigern und zugleich das Neukundengeschäft ankurbeln? Mit einem Trick aus der Psychologie klappt das.

Besonderes Ambiente für Mitarbeiter und Kunden

Große Technologie-Unternehmen setzen gerne diesen psychologischen Trick ein: Sie bieten ihren Mitarbeitern ein außergewöhliche Arbeitsumfelder für die Entwicklung kreativer Ideen und den Austausch untereinander. Facebook zum Beispiel hat in seinem Berliner Büro einen U-Bahnwagen stehen, Google in Hamburg ein Bällebad.

Der Sinn dahinter: Platz schaffen für kreatives Arbeiten. Aber wie genau gewinnt man damit Kunden?

Kundengewinnung fängt beim Mitarbeiter an

Die Mitarbeiter eines StartUps sind extrem wichtig, um potenzielle Neukunden für die Marke, die Dienstleistungen oder Produkte zu gewinnen. Unternehmensgründer selbst investieren gerade zu Beginn sehr viel Zeit und Aufwand in die Umsetzung des Businessplans.

Die aufgestellten USPs und Merkmale des Unternehmens, die das StartUp von der Konkurrenz abheben, werden an die Mitarbeiter weitergegeben. Diese sollen sich mit dem jungen Unternehmen identifizieren, es weiter vorantreiben und eigene kreative Ideen einbringen, um sich am Markt zu behaupten.

Kunden merken sehr schnell, wenn ihnen ein Mitarbeiter etwas verkaufen will, von dem er selbst nicht überzeugt ist. Also müssen Geschäftsführer, auch die einer kleinen Firma, Maßnahmen finden, um Mitarbeiter zu motivieren.

Kreative Freiräume schaffen

Ein wichtiger Schritt in Richtung kreative, kundenorientiere Mitarbeiter ist die Gestaltung des Büros bzw. der Arbeitsplätze. Dazu müssen nicht gleich die Wände rausgerissen werden oder Arbeitsplätze komplett umgestaltet werden. Bereits kleine Änderungen wie ein neues Lichtkonzept oder Grünpflanzen haben positive Auswirkungen auf die Stimmung und die Produktivität.

Kreative Freiräume können sogenannte Ideeninseln sein. Sie sollen Mitarbeiter aus der gewohnten Arbeitsumgebung holen und ihnen Raum für neue Inspirationen geben. Statt in den sterilen Konferenzräumen über neue Kampagnen oder Kundenpitches zu brüten, bekommen Mitarbeiter in den Ideeninseln den Kopf frei.

Die Gestaltung dieser Freiräume liegt ganz klar beim StartUp-Gründer selbst. Auch die Angestellten können in diesen Gestaltungsprozess mit eingebunden werden. Ideeninseln wären zum Beispiel eine Dachterrasse, die im Sommer mit Liegestühlen ausgestattet ist oder eine Lounge mit bequemen Sofas und Sitzsäcken. Wenn das Unternehmen bestimmte Produkte herstellt, könnte eine Art offenes Versuchslabor helfen, neue Produkte zu entwickeln oder bestehende zu verbessern.

Wichtig für die Ideenfindung ist:

  • Ein Ort, der Kreativität zulässt
  • Jeder Mitarbeiter darf kreativ werden, auch wenn er nicht unmittelbar am Kunden dran ist
  • Denn Ideenfindung funktioniert zeitunabhängig

Kundengewinnung durch die Ansprache aller Sinne

Ebenso wie StartUps Freiräume schaffen, damit Mitarbeiter ihre Ideen sprudeln lassen können, müssen sie Räume und Gelegenheiten schaffen, Neukunden und Interessenten mit allen Sinnen anzusprechen. Dazu machen sie sich einfach die Erkenntnisse der Psychologie zunutze: die multisensuelle Ansprache.

Aus der Masse herausstechen

StartUps stehen stest vor der Herausforderung, ihren Platz am Markt zu finden und sich dann erfolgreich zu behaupten. Bei der Kundenansprache setzen dazu viele Unternehmen nach wie vor nur auf visuelle Reize, wie die Präsentation beim Pitch oder Werbemaßnahmen wie Werbeplakate und Flyer. Das ist aber viel zu wenig, um dem Kunden ein positives Bild von seinem Unternehmen oder seiner Marke zu vermitteln. Die Botschaft wird nur oberflächlich wahrgenommen. Das bedeutet, sie wird schnell vergessen.

Sprechen Unternehmen aber alle Sinne an, steigt die Aufmerksamkeit bei den Neukunden und die Inhalte der Botschaften werden besser wahrgenommen. Inspirationen liefern hier Ladengeschäfte, die schon sehr früh mit multisensuellen Ansprachen experimentierten: Der Kosmetikhersteller Lush setzt in seinen Läden auf stimmungsvolle Musik, einen angenehmen Duft und die Produkte sind kreativ sowie ansprechend gestaltet.

Sinneserlebnisse schaffen

Um Interessenten von sich zu überzeugen, laden Unternehmen diese meist an den Unternehmenssitz ein. Schon nachdem der potenzielle Neukunde die Räume des StartUps betritt, kann mit der multisensuellen Ansprache der Sinne begonnen werden. Statt den Interessenten im Gang warten zu lassen, kann er direkt in den Präsentationsraum geführt werden. Dieser ist für sein Wohlbefinden und das folgende Gespräch angenehm gestaltet:

  • Sauber und ordentlich
  • Entsprechendes Lichtkonzept für einen hellen Raum
  • Stimmige Farbgestaltung und Einrichtung
  • Grünpflanzen
  • Bequeme Sitzmöbel
  • Angenehmer Geruch bzw. Aroma-Elemente
  • Ausstellung der beliebtesten Produkte
  • Knabbereien und Getränke

Diese angenehme Atmosphäre wirkt sich auf Gründer aus, die durchaus nervös vor der Unternehmenspräsentation sein können. Das fällt in einem Raum, in dem man sich wohlfühlt, natürlich viel leichter als in tristen Bürokammern. Da viele Unternehmen gerade zu Beginn begrenzte Räumlichkeiten zur Verfügung haben, bieten sich zum Beispiel offene Coworking-Spaces an oder die bereits oben erwähnte Dachterrasse mit Weitblick.

Auch den Einstieg in die Präsentation können Unternehmen mit der Kombination mehrerer Sinne gestalten. Ein Video unterlegt mit Ton zu Beginn der Präsentation holt den Interessenten ab und führt ihn fast automatisch zum Thema des Gesprächs. Beschäftigt sich das StartUp mit Lebensmitteln oder Nahrungsprodukten kann eine Verkostung zusätzlich die Geschmacksnerven ansprechen.

Fazit

Um ein Unternehmen erfolgreich am Markt zu etablieren, bedarf es mehr als nur einer guten Idee. Es braucht motivierte Mitarbeiter, die in einem für sie entspannten und angenehmen Arbeitsumfeld Freiraum für kreative Ideen haben. Diese dient auch dazu, Neukunden an das Unternehmen zu binden.

Kurz gesagt: Die positive Ansprache mehrerer Sinne während der Ideenfindung und beim Kunden führen zu mehr Erfolg. Die Ideen werden in einer Wohlfühlphase sozusagen im Liegen erschaffen.

Bilder: Pixabay, Hartmann O.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.