Praktikant StartUp (Bild: Pixabay)

Praktikum in einem StartUp: Darum ist es sinnvoll

Möchtest du als Student oder Berufseinsteiger ein Praktikum machen, so empfiehlt sich eine Stelle in einem StartUp. Das sind die Vor- und Nachteile.

Ein Gastbeitrag von Maike Haala

Als Praktikant in einem StartUp arbeiten – eine kluge Entscheidung

Heutzutage kommt man fast nicht um ein Praktikum vor, während oder nach dem Studium herum. Viele Studiengänge beinhalten schon ein Pflichtpraktikum. Aber selbst, wenn dies nicht gefordert sein sollte: Unternehmen bevorzugen Bewerber, die schon erste praktische Erfahrungen gesammelt haben.

Was spricht für ein Praktikum in einem StartUp anstatt in einem Großunternehmen? Ich habe selbst im Zuge meines Bachelorstudiums ein Praktikum in einem StartUp gemacht und wurde dort anschließend als Werkstudentin übernommen. Deshalb bin ich zugegebenermaßen nicht ganz unvoreingenommen. Gleichzeitig muss man natürlich auch realistisch und ehrlich sein.

Selbstverständlich gibt es Nachteile

Wer ein Praktikum bei einem weit bekannten Großunternehmen gemacht hat, kann damit sicherlich bei seinem späteren Arbeitgeber punkten. Nicht unbedingt, weil du dort mehr gelernt hast als in einem weniger bekannten Betrieb, sondern einfach, weil dein zukünftiger Chef den Unternehmensnamen kennt. StartUps sind dagegen meist unbekannt.

In einem Großunternehmen gibt es feste, geregelte Abläufe, die jahrelang perfektioniert wurden. Alles ist fest organisiert und strukturiert. Du lernst während deines Praktikums meist nur eine einzelne Abteilung kennen – diese aber dafür sehr genau und detailliert. Das ist ein Vorteil, wenn du weißt, dass du später einmal genau in diesem Bereich arbeiten willst.

Außerdem können manche betriebswirtschaftlichen Prozesse in einem StartUp gar nicht realisiert werden, weil zum Beispiel die (finanziellen) Mittel fehlen oder nur eine kleine Anzahl an Mitarbeitern beschäftigt wird.

Apropos finanzielle Mittel: Natürlich hat ein Großkonzern mehr Geld zur Verfügung als ein StartUp. Andererseits bemühen sich auch junge Unternehmen um eine faire Bezahlung. Und sie sind meist deutlich verhandlungs- und kompromissbereiter als ein großes Unternehmen.

Du lernst das ganze Unternehmen kennen statt nur eine Abteilung

Bei einem Praktikum in einem StartUp lernst du nicht nur eine kleine Abteilung des Unternehmens kennen. Stattdessen ermöglicht dir das Team Einblicke in die Abläufe des gesamten StartUps. Da eine Abteilung meist nur aus einer einzelnen oder wenigen Personen besteht, bekommst du die Möglichkeit, überall hinein zu schnuppern.

Das hat zweierlei Vorteile: Erstens merkst du so, was dir Spaß macht, und entdeckst Themen- und Arbeitsbereiche, die du vielleicht noch nie in Betracht gezogen hast. Außerdem verstehst du dadurch das Unternehmenskonzept und bist selbst an den Prozessen beteiligt, die das Unternehmen ausmachen. Du bekommst so während deiner Praktikumszeit die verschiedensten Aufgaben und musst dich nicht starr jeden Tag mit derselben Sache beschäftigen.

Bei einem Praktikum im StartUp lernst du fürs Leben

In einem kleinen Unternehmen hast du bereits als Praktikant ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit, da es meist noch keine festen Arbeitsabläufe oder regelmäßige und genaue Arbeitsanweisungen gibt.

Das bedeutet aber auch: Plötzlich musst du Dinge entscheiden, von denen du vielleicht gar nicht so viel Ahnung hast. Du wirst vielleicht ins kalte Wasser geworfen, und das kann im ersten Moment etwas beängstigend sein.

Andererseits ist es genau das, woran du wächst. Genau durch solche Situationen wirst du viel selbstständiger und lernst, dir selbst Dinge anzueignen. Das wird dir garantiert in deinem Studium und deinen weiteren Jobs sehr helfen.

Kaffeekochen? Nein danke!

Jeder kennt das Klischee des schlecht bezahlten Praktikanten, der nur dazu da ist, um seinem Chef einen Kaffee zu kochen. Oder du sollst womöglich irgendwelche Dokumente scannen und zu tackern, und das acht Stunden am Tag.

Dieses Risiko ist bei einem Großunternehmen deutlich höher als bei einem StartUp. Hier ist man wirklich auf deine Arbeit angewiesen, du bist nützlich und wie ein vielversprechendes Projekt: Wenn du dich gut anstellst, bist du nach deinem Praktikum bereits ein fester Teil des Teams und kennst dich überall aus.

Das ist die perfekte Voraussetzung für eine anschließende Werkstudentenstelle oder einen weiterführenden Job!

Teamwork ist gefragt

Eines der größten Vorteile eines StartUps ist sein Team. Dank der flachen Hierarchien und der lockere Arbeitsatmosphäre fühlt sich selbst der jüngste und unsicherste Praktikant ernst genommen. Er kann seine Meinung immer und überall einbringen.

Es geht nicht unbedingt darum, dass du besonders viel spezifisches Fachwissen hast. Wichtiger ist es, neue und frische Ideen zu haben. Und es ist wichtig, Dinge auch einmal zu hinterfragen oder aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Die Atmosphäre ist sehr familiär

In einem StartUp ist das Durchschnittsalter der Mitarbeiter meist recht niedrig. Man kennt seine Kollegen und ist immer per Du. Außerdem ist das Team klein, da das Unternehmen noch am Anfang steht. Dadurch lernst du alle deine Mitarbeiter besser kennen und die Atmosphäre ist sehr familiär.

Team-Events und andere Teambuilding-Maßnahmen stehen bei den meisten StartUps regelmäßig auf dem Programm. Man verbringt nicht nur gemeinsam seine Mittagspause, sondern oft auch seine Freizeit. Man geht ins Kino, auf das Frühlingsfest, ins Fußballstadion und vieles mehr. Kurz: In einem StartUp hat man auch jede Menge Spaß!

Fazit

Wie du siehst, gibt es zahlreiche Argumente, warum ein Praktikum in einem StartUp eines in einem Großunternehmen vorzuziehen ist. Vielleicht hast auch du dadurch Lust bekommen, ein bisschen StartUp-Luft zu schnuppern?!?

> StartUp-Jobs: Stellenangebote für StartUp-Interessierte

 


Über die Autorin:

Maike Haala arbeitet – nachdem sie dort selbst ein erfolgreiches Praktikum abgeschlossen hat – bei dem StartUp Studibuch, einer An- und Verkaufsplattform für gebrauchte Fachliteratur. Dort wird Studenten ermöglicht, ihre Studienbücher zu fairen Preisen weiterzugeben und so auch noch die Umwelt zu schonen. Maike arbeitet am Studibuch-Blog mit, in dem sich verschiedene Autoren mit den Themen Studenten- und Schülerleben, Nachhaltigkeit oder das StartUp- und Arbeitsleben beschäftigen.

Bilder: Pixabay, Studibuch

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