Perfektionismus (Bild: Pixabay)

Scheitere nicht an deinem Perfektionismus!

Darum sollten Selbstständige und StartUps nicht den Fehler begehen, alles möglichst perfekt zu machen. 

Perfektionismus ist ein gutes, aber auch schlechtes Ziel

Wenn man sich selbstständig macht oder zusammen mit Freunden ein StartUp gründet, geht man meist mit viel Elan und Energie an die Sache. Es werden große Pläne geschmiedet, was man alles erreichen und wie man gegen die Mitbewerber bestehen möchte.

Meist steht ganz oben auf der Agenda, dass die eigene Unternehmung die allerbeste Qualität und das beste Produkt am Markt bieten soll. Ein tolles Ziel. Leider ist das nur schwer zu erreichen – und kann zum Scheitern führen.

Nach den Sternen greifen ohne dabei abzustürzen

Von Steve Jobs, Elon Musk und anderen bekannten Gründern gibt es unzählige Zitate, die besagen, dass man stets nach dem Unerreichbaren streben soll, um etwas zu bewegen. Zugegeben, das ist ein guter Antrieb, um Innovationen zu schaffen. Doch nicht jeder hat die Fähigkeiten, die Zeit und die Mittel dazu, eine Revolution loszutreten und für eine Disruption zu sorgen. Und das ist auch nicht immer nötig!

Wer immer nur nach den Sternen greift, hat ein Problem: Er könnte an seinem Streben nach Innovation und Perfektionismus scheitern. Es gibt einige Unternehmen – StartUps wie auch etablierte Firmen -, die zu viel erreichen wollten und deswegen den Boden unter den Füßen verloren.

Das kann zum Beispiel daran liegen, dass man sich ganz streng an einem „Masterplan“ hält. Der sorgt dafür, das über viele Jahre hinweg an einem Produkt gearbeitet wird. Bei der Veröffentlichung merkt man, dass das Produkt entweder veraltet ist oder es die Zielgruppe überhaupt nicht anspricht. Dann ist die jahrelange Arbeit umsonst gewesen. Im schlimmsten Fall sorgt das für eine Schieflage oder für das Ende der Firma.

Deswegen gilt: Scheitere nicht an deinem Perfektionismus! Agiere agil!

Agil arbeiten – was heißt das?

Agilität bedeutet: Du musst in kürzeren Etappen denken. Statt eines Drei-Jahres-Plans darf es lediglich ein Konzept für die nächsten drei bis fünf Monate geben. In diesem Zeitraum muss das Produkt fertig sein.

Das ist unmöglich? Nein. Getreu der Lean-Startup-Methode solltest du dein Konzept nach dem KISS-Prinzip (Keep It Short & Simple) realisieren. Das bedeutet: Anstatt ein überdimensioniertes, komplett fertiges Produkt zu launchen, ist es sinnvoller, es vorher in abgespeckter Form zu veröffentlichen. In der Fachsprache redet man hier vom MVP (Minimum Viable Product), also dem kleinstmöglichen Produkt.

Ein MVP kann eine erst Version einer Webseite sein, ein Onlineshop mit nur wenigen Produkten oder eine App, die sich auf die Kern-Features beschränkt. Mit diesem MVP testest du, ob die Idee deiner Unternehmung überhaupt ankommt. Hierfür beschaffst du dir ein paar Testkandidaten (zum Beispiel über Facebook-Werbung) und wertest die Ergebnisse aus.

Was sagen die User dazu? Wie lange nutzen sie das Produkt? Was stellen sie damit an? Welche Wege gehen sie? Diese und weitere Fragen gilt es zu klären. Anhand der Erkenntnisse passt du sein Produkt an und bringt schnellstmöglich eine neue Version heraus. Den Prozess aus Machen-Messen-Lernen wiederholst du immer wieder, bis du am Ende verstehst, was deine potentiellen Kunden bzw. Nutzer wollen.

Verliere keine Zeit!

Unterm Strich bedeutet das: Man sollte nicht das 100%ig fertige Produkt anstreben, sondern lieber mit deutlich weniger starten. Wobei hier schon wichtig ist, dass jede MVP-Fassungen voll nutzbar und möglichst rund läuft. Lediglich die Funktionsweise und der Umfang sind beschnitten.

Mit der Zeit fügt man weitere Inhalte hinzu. Das Produkt ist quasi eine dauerhafte Beta-Version. Das ist gar nicht schlimm. Ganz im Gegenteil: Du bleibst so ständig am Ball und verlierst keine kostbare Zeit, um durchzustarten.

Fazit

Eine agile Vorgehensweise getreu der Lean-StartUp-Methode bedeutet, dass ein StartUp zwar schon eine große Vision besitzen sollte. Doch du darsft nicht den Fehler begehen, dich für lange Zeit in den Keller einzuschließen, um ein perfektes und fertiges Produkt umzusetzen.

Besser ist es, das Konzept möglichst schnell und oft zu testen und anhand der Erkenntnisse stetig weiter zu entwickeln. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass ein Release nicht perfekt ist – aber das geht vollkommen in Ordnung.

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