Brille Arbeitsplatz (Bild: Pixabay)

So schützt du deine Augen am Arbeitsplatz

Die Digitalisierung hat viele Errungenschaften für uns hervorgebracht, aber auch eine Generation von Kurzsichtigen. Mit den folgenden Tipps kannst du deinen Büroalltag augenfreundlicher gestalten.

Ein Gastbeitrag von Sheila Käsgen

Warum beeinflusst die Digitalisierung unsere Sehkraft?

Wer viel liest und vor allem viel vor Monitoren arbeitet, leistet viel Naharbeit. Das Auge passt sich der permanenten Naharbeit an und folglich wächst der Augapfel stärker als normal. Die Konsequenz lautet Kurzsichtigkeit. Rund ein Viertel der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer hierzulande arbeitet aktuell in Bürojobs. Sie sind daher, neben Studenten, am stärksten betroffen.

Studien belegen, dass die 21- bis 30-jährigen Deutschen im Schnitt zirka sieben Stunden täglich online sind – Gutverdiener darunter am längsten. Dies deckt sich auch mit europaweiten Studien, die unter anderem den Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und der Wahrscheinlichkeit für eine Kurzsichtigkeit untersucht haben. Das Ergebnis: über die Hälfte der Menschen mit Hochschulabschluss sind kurzsichtig.

Anteil Kurzsichtiger in Europa nach Ausbildungsstatus – Eine Grafik von Mister Spex

Tipp 1: Längeres Augenschließen

Da die Rate des Blinzelns bei Bildschirmarbeit abnimmt – gerade unter einer erhöhten Aufgabenschwierigkeit – kann bewusstes, häufiges Blinzeln die Unregelmäßigkeiten im Tränenfilm bereits etwas ausgleichen. Bei täglicher Naharbeit reicht dies in der Regel jedoch nicht aus, um die Augenoberfläche wieder ausreichend zu benetzen und den Tränenfilm gleichmäßig im Auge zu verteilen. Längeres Augenschließen ist in diesem Fall deutlich effektiver, denn erst nach mehreren Sekunden kann sich das Gewebe richtig mit Tränenflüssigkeit „vollsaugen“.

Zirka einmal pro Stunde solltest du die Augen daher für 15 bis 30 Sekunden schließen. Benetzende Augentropfen können hier zusätzlich einmal oder mehrfach täglich angewandt werden. Konservierungsmittelfreie Tropfen sind gerade bei häufiger Anwendung zu empfehlen.

Tipp 2: Pausen im Freien

Als Ausgleich für unseren bildüberfluteten Alltag und den permanenten Modus an Naharbeit, ist der Blick in die Ferne relevant. Wer gerade nicht das Büro verlassen kann, sollte während der Arbeitszeit immer mal wieder einen längeren Blick aus dem Fenster werfen.

Noch besser sind natürlich längere Pausen im Freien, in denen sich unsere Augen bewusst in die Ferne richten. Die sogenannten „outdoor times“ bringen noch einen weiteren wichtigen Vorteil mit sich: Tageslicht! Neueste Studien belegen, dass neben regelmäßiger Naharbeit der Mangel an Tageslicht die Entwicklung für eine Kurzsichtigkeit stark beeinflussen kann.

Gerade in den dunklen Wintermonaten ist der Mangel an Tageslicht und der folglich erhöhte Bedarf an künstlichem Tageslicht in Büros besonders hoch. Auch wenn es bei Kälte schwerfällt: ein Gang nach draußen lohnt sich in jedem Fall.

Tipp 3: Die richtigen Lichtverhältnisse

Apropos Licht: Unsere digitalen Geräte enthalten einen hohen Blauanteil – dies erhöht zwar den Kontrast und die Farbintensität, strengt unsere Augen jedoch enorm an und wirkt sich schädigend auf Proteine und Lipide aus. Da sich unsere Sehzellen nicht regenerieren können, ist es wichtig dafür zu sorgen, dass die Lichtverhältnisse im Büro keine zusätzliche Belastung darstellen. Direkter Einfall von künstlichem Licht (oder auch Tageslicht) sollte demnach vermieden werden und die Beleuchtung sollte in einem betont warmen Licht gehalten werden.

Kostenlose Apps können hierbei Abhilfe schaffen. Nichtsdestotrotz lohnt sich die Investition in eine Blaulichtfilter-Brille, um vor den Belastungen des kurzwelligen Bildschirmlichts geschont zu werden. Die zusätzliche Beschichtung der Brillengläser fällt optisch nur minimal auf und ist bei einem Brillenkauf in der Regel für einen geringen Aufpreis zu erhalten.

Tipp 4: Achtsamer Umgang

Du leidest oft unter Kopfschmerzen, Ermüdung und gereizten Augen? Dies könnte ein Indiz für die Entstehung einer Kurzsichtigkeit sein, die meist ein schleichender Prozess ist und häufig für einen längeren Zeitraum nicht bemerkt wird.

Unsere Netzhaut selbst enthält keine Schmerzfasern, die uns bei einer Überlastung der Augen durch Bildschirmarbeit warnen. Es ist daher umso wichtiger, bewusst auf die genannten Anzeichen zu achten und bei permanenter Naharbeit seine Sehkraft regelmäßig überprüfen zu lassen. Experten empfehlen das etwa alle zwei Jahre.

Fazit

Die vermehrte Naharbeit mit digitalen Endgeräten im Privat- und Arbeitsleben erhöht die Wahrscheinlichkeit, kurzsichtig zu werden. Da der Mangel an Tageslicht diese Entwicklung zusätzlich fördert, sind gute Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz gefragt.

Unsere Netzhaut enthält keine Schmerzfasern und folglich kann unser Körper keine konkreten Alarmzeichen wahrnehmen. Daher ist es wichtig, dass wir unserer Augen-Gesundheit mehr Beachtung schenken – Stichwort „Digital Detox“.

Versuche deshalb außerhalb der Arbeitszeit auf permanente Naharbeit zu verzichten und plane stattdessen mehr Zeit im Freien ein. Der Blick in die Ferne stellt für deine Augen eine willkommene Abwechslung dar. Auch „Naharbeits-Pausen“ oder ein längeres Schließen der Augen zwischendurch sorgen schon für Entlastung.


Über die Autorin:

Sheila Käsgen arbeitet bei Peak Ace als Content Marketing und Social Media Managerin. Ihr Ziel: user- und suchmaschinenfreundlichen Content produzieren.

Bild: Pixabay

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