Geldtransfer (Bild: Pixabay)

So sparen StartUps bis zu 90% beim internationalen Zahlungsverkehr

Durch die steigende Internationalisierung erreichen Unternehmer immer häufiger Kunden in aller Welt. Auch Lieferanten aus anderen Kontinenten sind schon lange keine Seltenheit mehr. Werden Rechnungen in einer Fremdwährung beglichen, zahlen StartUps bei Banküberweisungen oft unnötig überhöhte Gebühren. Mit etwas Wissen lassen sich bis zu 90% einsparen.

Ein Gastbeitrag von Silko Vogt

Banküberweisungen werden häufig zur Kostenfalle

Die gebräuchlichste Methode zur Durchführung einer Überweisung in eine andere Währung ist sicherlich die Banküberweisung. Dabei ist vielen – Privatpersonen wie auch Unternehmern – oftmals nicht bekannt, dass Zahlungen in Fremdwährungen per Banküberweisung umständlich und teilweise sehr kostenintensiv sind.

Da Banken im internationalen Zahlungsverkehr weniger Beschränkungen unterworfen sind als bei Inlands- oder SEPA-Überweisungen, werden bei Auslandsüberweisungen teils sehr hohe Gebühren für die Ausführung und oft zwischengeschaltete Korrespondenzbanken fällig. Leider werden diese Gebühren oft im Voraus nicht kommuniziert.

Kreditinstitute erwirtschaften darüber hinaus nicht selten Gewinne durch Margen auf den Wechselkurs. Zusätzlich zur möglichen Gebühr für die hinzugezogenen Partnerbanken muss der Unternehmer als Empfänger diesen Wechselkursverlust noch von seinem Auszahlungsbetrag abziehen.

Wer die Gebühr für die Überweisung bezahlen muss, hängt von der gewählten Option ab. Bei der Option “SHARE” wird diese zwischen Sender und Empfänger geteilt. Bei der Auswahl “BEN” gehen diese komplett zu Lasten des Begünstigten.

PayPal: Keine echte Alternative für Auslandsüberweisungen

PayPal ist bekannt für seine sehr schnellen Überweisungen. Doch für Auslandsüberweisungen stellt der populäre Anbieter keine günstige Option dar.

Durch das sehr komplexe Gebührensystem ist für die Nutzer schwer zu erkennen, wie hoch der Auszahlungsbetrag tatsächlich ausfällt. Bis zu 12 verschiedene Gebühren werden im Wechselkurs verrechnet. Besonders für grenzüberschreitende Zahlungen kann die Gebühr sehr hoch ausfalen.

Diese Vorteile bieten Transferdienste

Im Gegensatz zur Banküberweisung sind die Gebühren bei der Nutzung eines Transferdienstes transparent. Bereits bei der unkomplizierten Ausführung sehen die Nutzer sofort, wieviel sie eine Überweisung kosten wird. Unvorhersehbare Abzüge für zwischengeschaltete Banken fallen nicht an. Auch die Abweichungen zum offiziellen Wechselkurs sind meist sehr gering.

Das Unternehmen TransferWise tauscht zum Beispiel sogar zum echten Devisenmittelkurs und gibt in vielen Währungen eine Wechselkursgarantie von 48 Stunden. Insgesamt sind so Einsparungen von bis zu 90% gegenüber einer klassischen Banküberweisung möglich.

Auch bei der Laufzeit haben Transferdienste die Nase vorn. Bargeldabhebungen sind bei manchen Anbietern und Währungen sofort möglich.

Ein Anbietervergleich lohnt sich immer

Bei der großem Auswahl an Transferdiensten ist es mitunter nicht ganz leicht den Überblick zu bewahren. Zumal: Der Anbieter, der bestens für eine Überweisung perfekt geeignet ist, muss es nicht unbedingt auch für die nächste sein. Überweisungsdauer, das Währungspaar und auch die Höhe der Zahlung spielen eine große Rolle.

Es lohnt sich, immer die Neukundenangebote zu beachten. Oftmals kann eine gebührenfreie Überweisung genutzt werden. Vergleichsportale helfen dabei, das beste Angebot für die Geldsendung zu finden und bieten dem Nutzer ein großes Einsparpotential. Nach Eingabe beider Währungen und des Wunschbetrages, werden die Transferdienste nach Kosten und Laufzeit angezeigt.

Eigene Bankverbindungen für Auslandsüberweisungen

Wenn einige Auslandsüberweisungen im Jahr zusammenkommen, lohnen sich gegebenenfalls die Fremdwährungskonten von CurrencyFair oder TransferWise. Während TransferWise in seinem Konto vier eigene Bankverbindungen anbietet, erhält der Kunde bei CurrencyFair eine Referenznummer. Eingehende Zahlungen werden damit eindeutig zugewiesen.

Gewöhnliche Überweisungen können mit beiden Konten durchgeführt werden ohne dass der Geschäftspartner merkt, dass es sich nicht um ein konventionelles Konto handelt. Es entstehen keine Verluste durch den Wechselkurs und der Unternehmer zahlt keine Gebühren für den Empfang in einer Fremdwährung. Die Konten eignen sich übrigens auch sehr gut für Gehaltszahlungen für internationale Teams.

Fazit

Sowohl bei Banken als auch beim Anbieter PayPal sind die Gebühren für eine Auslandsüberweisung nicht immer im Vorhinein ersichtlich und teilweise sehr teuer.

Deswegen sind bei der individuellen Nutzung spezialisierter Transferdienste extrem große Einsparungen möglich. Das bedeutet, dem StartUp bleibt ein größerer Betrag seiner gestellten Rechnung.


Über den Autor:

Silko Vogt gründete im Dezember 2017 das StartUp Geldtransfers.org, welches Einsparungen bei internationalen Geldtransfers ermöglicht. Er schreibt  für diverse Online-Magazine und gilt als Experte auf dem Gebiet des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs.

Ein Kommentar

  1. 90 Prozent Ersparnis halte ich für etwas übertrieben und gilt sicherlich für sehr wenige Fälle.
    Trotzdem ein interessantes Thema, über das ich mir noch nie Gedanken gemacht habe. Habe bislang einfach PayPal verwendet.

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