M&A Handshake (Bild: Pixabay)

Was bedeutet eigentlich … M&A?

Beim M&A fressen oft die großen Fische (= Unternehmen) die kleinen. Das kann zum Vorteil beider Parteien sein – muss es aber nicht.

Definition: Die Bedeutung von M&A

Hinter der Abkürzung M&A steht der Begriff “Mergers & Acquisitions”. Dahinter stecken zwei Maßnahmen, womit ein Unternehmen wachsen kann.

Bei “Mergers” handelt es sich um die Fusion zweier Unternehmen. Der Begriff kommt vom Englischen “to merge”, was unter anderem “vermischen”, “eins werden” und “ineinander übergehen” bedeutet.

Der Begriff “Acquisition” ist leichter zu verstehen, ihn gibt es in ähnlicher Schreibweise auch im Deutschen. Bei der Akquisition kauft ein Unternehmen ein anderes auf.

Was bringen M&A?

Jedes Unternehmen will und muss wachsen – so ist das im Kapitalismus. Ein Gleichstand bedeutet unternehmerisch gesehen einen Rückschritt. Das gilt besonders für echte StartUps. Sie müssen skalieren, also extrem schnell wachsen, und eine Disruption auslösen – am besten weltweit.

Ein Wachstum ist in vielen Fällen “organisch”, also aus eigener Kraft, schwer oder gar nicht möglich. Die Lösung ist hierfür ein “externes Wachstum” durch M&A.

Mergers & Acquisitions sind normal

An- und Verkäufe, um einen Marktvorteil zu erreichen, sind in fast allen Branchen längst gang und gäbe. Zum Beispiel TUI: Das größte Tourismusunternehmen Europas war von 1999 bis 2002 ein Teil der Preussag, ein Konzern mit ursprünglichem Schwerpunkt in der Montanindustrie. Doch der Mischkonzern Preussag suchte neue Geschäftsfelder, und entdeckte diese als Dienstleister in der Freizeitindustrie.

Ende Dezember 2015 hatte TUI unter anderem 1.800 Reisebüros in Europa, über 30 Millionen Kunden, 140 Flugzeuge unter verschiedenen Marken, mehr als 300 eigene Hotels, und 13 Kreuzfahrtschiffe, die für TUI ins Meer stachen.

Nicht alle M&A verlaufen gut

Das Rechtsanwaltspaar Tim und Nina Zagat gründeten das Unternehmen Zagat Survey 1979. Den Anfang machten sie mit einer Restaurant-Umfrage unter Freunden in New York. Die Ergebnisse wurden in gedruckter Form herausgebracht. Im Jahr 2005 gab es Bewertungen von Restaurants in 70 US-Städten. Der Schwerpunkt lag dabei immer auf der Leser-Beteiligung und redaktioneller Bearbeitung.

2011, als Google Zagat aufkaufte, sollen die Bewertungen auf den Angaben von 350.000 Personen basiert haben. Für Google-Verhältnisse eine kleine Zahl, aber im Laufe der Jahrzehnte hatte sich Zagat einen erstklassigen Ruf in Bezug auf Seriösität und Qualität erworben.

Für Google machte der Ankauf Sinn, in seinem Bestreben die Suchmaschine schlechthin zu werden. Ob gedruckt oder digital, Information ist Information. Wer über die Zagat-App nach einem Restaurant suchte, bekam außer Bewertungen auch Innenaufnahmen und zum Teil sogar Speisekarten zu sehen. Zagat Survey wurde zudem auf Nachtleben, Musik, Hotels, Theater, Kinos, Fluggesellschaften, Golf und Zoos, Golf ausgeweitet.

Doch die Konkurrenz schläft nicht, und die technische Weiterentwicklung machte auch Googles Zagat zu schaffen. Apps für die Suche von Restaurants, Hotels und Flügen gibt es inzwischen zuhauf, und noch scheint kein Sättigungsgrad erreicht zu sein. Also suchte und fand Google einen Käufer.

Sieben Jahre nach dem Ankauf des gedruckten Restaurantführers Zagat und der anschließenden Digitalisierung ist Google der Appetit darauf vergangen. Künftig gehört Zagat zu der jungen Restaurant-Bewertungsfirma „The Infatuation“.

Weitere Beispiele für Aufkäufe und Fusionen

Technologie-Unternehmen setzen vermehrt auf StartUps. Und auch renommierte Online-Casinos investieren in Software- und Gaming-Firmen, um zukünftig auf dem neuesten Stand zu sein und für Kunden attraktiv zu bleiben.

Branchentreu bleiben ebenfalls die Autohersteller. Das Auf und Ab der Märkte, teure Entwicklungen und Fehleinschätzungen, vor allem aber die Bankenkrise 2008 haben zu Aufkäufen weltweit geführt. Davon kriegen die Endkunden oft nicht viel mit. Wer weiß schon, dass Porsche, Bugatti, Lamborghini und die einst britische Luxusmarke Bentley zum gleichen Konzern gehören wie der tschechische Skoda und der in Schweden ansässige LKW-Riese Skania, nämlich der deutschen Volkswagen AG?

Fazit

Viele StartUp-Gründer träumen vom großen Exit – dem Verkauf des eigenen Unternehmens mit einem fetten Gewinn. So etwas kann durch ein M&A erfolgen. Dazu kommt es allerdings recht selten. Zumal der Verkauf eines Unternehmens nicht unbedingt bedeutet, dass damit etwas Gutes geschieht. Es gibt zahlreiche Beispiele, die zeigen, dass M&As Schiefgehen können.

Bild: Pixabay

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