Growth Hacking Prozess (Bild: Shutterstock)

Growth Hacking: Praxistipps für die Umsetzung

So setzt du einen strukturierten, effektiven und zielgerichteten Growth-Hacking-Prozess auf, um neue Ideen zu testen.

Ein Gastbeitrag von Andreas Just, KnowMarketing.de

Wie setzt man Growth Hacking um?

Alles steht und fällt natürlich mit deiner Zielgruppe und deiner Persona. Du musst wissen, welche Ängste und welche Probleme diese hat. Du musst herausfinden, was sie nachts wachhält und warum deine Zielgruppe nicht bei dir kauft.

Weißt du das und hast das Ganze als Persona für dich abgebildet, dann sind die nächsten Schritte nicht wirklich schwer.

Denn mithilfe deiner Persona fällt es dir wesentlich leichter, deine North Star Metric  – die wichtigste Kennzahl im Growth Hacking – zu definieren.

Wie findest du deine North Star Metric?

Schaue dir deine Kennzahlen an. Überlege dir, welche wirklich wichtig sind, um deinen Kunden den größten Mehrwert zu bieten.

Ein Beispiel:
Angenommen, du hast ein Softwareprodukt. Dein Kunde erfährt den größten Mehrwert, wenn er mit der Software mindestens einmal täglich damit arbeitet. Dann könnte deine North Star Metric die Folgende sein: Kunden, die täglich deine Software nutzen.

Beachte: Eine North Star Metric ist nichts, was in Stein gemeißelt ist! Wenn du merkst, dass du zu Beginn die falsche gewählt hast, dann kannst du das Ganze jederzeit wieder ändern. Versuche aber, dass du das Ganze nicht jeden Tag änderst. Findet langfristig eine für dich passende Metrik, um Verwirrungen in deinem Team zu vermeiden.

Was ebenso wichtig ist: Nutze keine Vanity Metric als Northstar Metric! Das bedeutet, verfolge keine Kennzahlen, die wenig bis keine Aussagekraft über deinen Erfolg haben.

Ziele im Growth Hacking definieren

Nachdem du deine North Star Metric gefunden hast, sollten derartige Ziele festgelegt werden, welche sicherstellen, dass du deine North Star Metric erreichst.

Nehmen wir Beispiel nochmals auf. Ein Ziel könnte zum Beispiel so aussehen:
Du hast X Nutzer, die deine Software nur einmal in der Woche nutzen. Nun willst du aber diese X Nutzer dazu bewegen, dass sie deine Software täglich nutzen.

Um dieses Ziel effektiv gestalten zu können, muss dieses SMART formuliert sein.

Dein SMARTes Ziel könnte damit folgendermaßen definiert sein: Du willst in den nächsten 30 Tagen 20 Nutzer dazu bringen, dass sie deine Software mindestens 1x am Tag nutzen. Das wäre ein gutes und messbares Ziel.

Growth Hacking: die Umsetzung des Prozess’

Danach geht es darum, dass du Wege und Möglichkeiten findest, um dieses Ziel in der vorgegebenen Zeit zu erreichen. Hier kommt der Growth-Hacking-Prozess ins Spiel.

Hier geht es darum, Ideen zu sammeln, schnellstmöglich zu testen und herauszufinden, ob deine Ideen funktionieren, um das Ziel zu erfüllen.

Wie könnte der Growth Hacking-Prozess aussehen? Folgendermaßen:

    • Ideen generieren
    • Ideen priorisieren
    • Testen
    • Analysieren & Optimieren

Schaubild Growth Hacking Prozess (Bild: Andreas Just)

Na, kommt dir diese Vorgehensweise bekannt vor? Sie ist unter anderem ein Bestandteil der Lean-StartUp-Methode mit dem PDCA- (Plan, Do, Create, Act) bzw. BML-Prozess (Build, Measure, Learn).

Das bedeutet im Detail:

Ideen generieren

Im ersten Schritt überlegst du dir Ideen (= Hacks), die du durchführen kannst, um dein Ziel zu erreichen. In unserem Beispiel sind das Maßnahmen, die deinen Kunden dazu bringen, dass er deine Software mindestens einmal täglich nutzt.

Eine mögliche Umsetzung sind Werbebotschaften, um deine Kunden zur täglichen Nutzung zu animieren. Oder Anreize, die du innerhalb deiner Software setzt. Hier sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Finde einfach Ideen, die dein Ziel erfüllen und dadurch auf deine North Star Metric einzahlen.

Ideen priorisieren

Im nächsten Schritt geht es darum, deine Ideen zu priorisieren. Sean Ellis, der Gründer des Growth Hacking, nutzt hierfür das ICE-Modell. Das steht für:

      • Impact: Wie hoch ist das Potenzial der Idee?
      • Confidence: Wie sicher du bist, dass diese Idee funktionieren wird?
      • Ease: Wie einfach ist das Ganze zu implementieren?

Jeder Punkt wird auf einer Skala von ein bis zehn bewertet, so dass maximal 30 Punkte erreicht werden können. Anschließend sortierst du die Ideen nach Punkten und priorisiert sie. 

Testen

Schließlich geht es darum, deine priorisierten Ideen zu testen. Im Idealfall kannst deine Ideen am Anfang einer Woche umsetzen und am Ende der Woche die ersten Ergebnisse betrachten.

Analysieren & Optimieren

Kontrolliere deine Ideen unbedingt auf ihre Wirksamkeit! Oftmals lässt sich schon nach kurzer Zeit grob abschätzen, ob etwas funktioniert oder nicht. Wenn nicht, dann bessere nach. Und kontrolliere eine Woche später erneut deine Ergebnisse.

Berufe in regelmäßigen Abständen Meetings mit deinen Kollegen ein, wo ihr die gesamten Ideen auf ihre Wirksamkeit betrachtet. Diese Meetings können dazu genutzt werden, dass du entscheidest, ob bestimmte Ideen und Tests abgebrochen oder weitergeführt werden.

Dadurch lernst du zum einen, was funktioniert hat und was nicht. Und du kannst zum anderen neue Ideen erarbeiten, die dann anstatt der gestrichenen Ideen umgesetzt werden.

Fazit

Ideen generieren – Ideen priorisieren – Testen – Analysieren & Optimieren: Den ganzen Growth-Hacking-Vorgang wiederholst du, bis du am Ende zu deines terminierten Zeitpunkts dein Ziel erreicht hast. Wenn nicht, dann kann der Prozess erneut genutzt werden, um nochmal völlig neue Ideen zu testen.


Über den Autor:

Auf seinem Blog veröffentlicht Andreas Just seine Erfahrungen und Tipps rund um das Thema Growth Hacking im B2B-Bereich. Vor seinem Wechsel zu einem Startup, war er für ein kleines, mittelständisches Unternehmen tätig und will nun beide Welten zusammenführen. Durch Growth Hacking hilft er zudem kleinen B2B-Mittelständlern bei der Skalierung des Marketings.


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