Wirtschaftsbetrüger (Bild: Shutterstock)

Wirtschaftsbetrug: Wie man das Risiko minimieren kann

Nicht nur große Unternehmen, auch StartUps können Betrügern aufsitzen. Das sind gute Präventiv- und Handlungsmaßnahmen.

Dutzende Wege in die Pleite

Es gibt viele Gründe, warum ein StartUp in eine Unternehmenskrise rutscht. Unzureichende Finanzplanung, Unterschätzung der Konkurrenz und fehlende Marktkenntnis – das sind die typischen Ursachen. Auch Pandemien (Stichwort: Coronavirus), Zahlungsverzüge und Verträge mit den falschen Geschäftspartnern führen zu Notsituationen.

Was StartUps selten auf dem Schirm haben, aber im Business häufig vorkommt: Unterschlagung und Betrug. Manchmal arbeitet sogar einer der Mitgründer betrügerisch in die eigene Kasse und macht sich irgendwann mit der Kohle davon.

Was ist gegen Betrug und Unterschlagung zu tun?

Gründer schützen sich in der Regel nur unzureichend gegen Vermögensdelikte. Zum Beispiel führen sie keine Bonitätsprüfung der Geschäftspartner durch. Und wenn, dann meist nur oberflächlich. Ein Fehler, denn gewiefte Wirtschaftsbetrüger wissen, wie sie ihre mangelnde Bonität verschleiern.

Irgendwann kommt es zum Äußersten: Vereinbarte Zahlungen werden nicht geleistet, der scheinbar verlässliche Geschäftspartner meldet Insolvenz an.

“Je schneller ein Wirtschaftsvergehen, gleich welcher Art, aufgedeckt und beweiskräftig vor Gericht gebracht werden kann, desto besser lassen sich die Folgen überwinden”, erklärt Wolfgang Hasenmaier von DSHProtect.de.

Leichtes Spiel für Wirtschaftsbetrüger: 6 Fehler in StartUps

Viele StartUp-Gründer agieren blauäugig. Das kann fatale Folgen haben! Das sind typische Fehler:

    • Sie überprüfen Führungskräfte, Mitarbeiter der Buchhaltung und Kollegen mit weitreichenden Handlungsvollmachten nicht gründlich genug.
    • Zu lange werden Etatüberschreitungen geduldet. Nicht selten versteckt sich dahinter ein verschleierter Abzug von Geldern in die Taschen eines Mitarbeiters.
    • Führungskräfte müssen teamfähig sein. Doch mangelnde Autorität und Kontrolle in Leitungsfunktionen kann die Schleusen für innerbetriebliche Diebstähle, Geheimnisverrat und verdecktes Arbeiten für die Konkurrenz öffnen.
    • Für die Kontrolle innerbetrieblicher Vorgänge sowie für Buchhaltung und Bilanzen wird nicht das Vier-Augen-Prinzip genutzt.
    • Sie erkennen Gesetzwidrigkeiten von Konkurrenten (beispielsweise Spionage) zu spät. Schon bei dem leisesten Verdacht sollten sie der Sache nachgehen. Zum Beispiel, wenn sich plötzlich gute Kunden oder Sponsoren verabschieden.
    • Wirkt der Geschäftspartner irgendwie seltsam? Gründer verdrängen gerne ihr Bauchgefühl. Ein Fehler! Denn manchmal lassen sich Scharlatane an ihrer Art, wie sie reden und sich kleiden, enttarnen. Gründerszene.de hat ein paar interessante Punkte zusammengetragen, wie Betrüger erkennbar sind.

Fazit

Einem Betrüger aufzusitzen, das ist hart. Besonders bitter sind Betrugsfälle in den eigenen Reihen, also innerhalb des Gründerteams oder der StartUp-Mitarbeiter. In Fällen von Unterschlagung, grenzwertiger Buchführung oder verschwindenden Lagerbeständen sollten sofort eingehende Ermittlungen und Observationen von einer Detektei aufgenommen werden. Nur so ist es möglich, handfeste Beweise vorlegen und geeignete Maßnahmen wie eine Strafverfolgung einleiten zu können.

Bild: Shutterstock

Kommentar hinterlassen