Kartons / Restposten (Bild: Freepik)

Vom Restposten zum Deal: Warum Lagerräumungen eine große Chance für dich sind

Millionen Artikel landen jährlich im Müll statt im Handel. Gut für dich! So nutzt du Lagerräumungen als Einkaufsquelle.

Was andere nicht mehr haben wollen…

Rund 20 Millionen retournierte Artikel vernichten deutsche Onlinehändler pro Jahr. Nicht weil die Ware defekt wäre, sondern weil die Aufbereitung mehr kostet als die Entsorgung. Gleichzeitig räumen Unternehmen ihre Lager bei Sortimentswechseln, Saisonenden und Geschäftsauflösungen.

Was für den einen Unternehmer ein Kostenproblem darstellt – denn eine Lagerräumung bedeutet Verlust -, eröffnet dem anderen ein Geschäftsmodell. Ein Modell, von dem du profitieren kannst.

Warum jedes Jahr Millionen Artikel im Müll landen

Wusstest du, dass nahezu jedes vierte B2C-Paket in Deutschland als Retoure zurückgeht. 2025 erreichte die Zahl der Retourenpakete einen neuen Höchststand von rund 550 Millionen. Der Trend dürfte anhalten, weil der E-Commerce weiter wächst.

Von den zurückgesandten Artikeln landen etwa vier Prozent direkt im Müll. Der Grund: Die durchschnittlichen Entsorgungskosten betragen gerade einmal 0,85 Euro pro Artikel. Das ist deutlich weniger als eine Aufbereitung kosten würde. Rund eine Million Produkte werden sogar auf Anweisung der Markeninhaber zerstört, obwohl sie sich in einwandfreiem Zustand befinden. Dabei gibt es längst spezialisierte Restposten-Aufkäufer, die genau solche Bestände übernehmen.

Dazu kommen Saisonartikel, die nach dem Stichtag ihren regulären Verkaufswert verlieren, Überproduktionen und komplette Lagerbestände aus Geschäftsauflösungen. Für die betroffenen Unternehmen bedeutet das: gebundenes Kapital und blockierte Lagerfläche. Die EU reagiert … mit neuen Gesetzen.

E-Commerce Onlineshop Pakete Fullfillment (Bild: Pixabay)

Obhutspflicht und EU-Ökodesign: Was sich ändert

Das deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz verpflichtet Hersteller und Händler seit einigen Jahren zur sogenannten Obhutspflicht (§23 KrWG). Ware darf somit nicht einfach zu Abfall werden, solange sie noch gebrauchstauglich bleibt. Die praktische Umsetzung blieb bisher allerdings ein zahnloser Papiertiger. Konkrete Rechtsverordnungen fehlten. Das ändert sich jetzt auf EU-Ebene: Die EU-Ökodesignverordnung regelt in Artikel 25 die Vernichtung unverkaufter Ware.

Was bedeutet das in der Praxis? Ware einfach wegzuwerfen wird teurer und rechtlich riskanter. Unternehmen brauchen Alternativen – und genau hier entsteht ein Markt. Wer Lagerkosten senken und gleichzeitig gesetzeskonform handeln möchte, sucht nach Abnehmern für Überbestände.

Zwei Seiten derselben Chance

Restposten aus Lagerräumungen bieten zwei Geschäftsmöglichkeiten, je nachdem, auf welcher Seite du stehst.

➡ Seite 1: Günstig einkaufen

Gründer beziehen Ware aus Lagerräumungen zu Preisen, die 30 bis 70 Prozent unter dem regulären Einkaufswert liegen. Elektronik, Textilien, Haushaltswaren, Spielzeug. Die Bandbreite reicht weit. Der Einstieg gelingt über einzelne Palettenkäufe, ohne große Vorabinvestition. Wer die Ware über Onlinekanäle weiterverkauft, profitiert von Margen, die im klassischen Handel kaum erreichbar sind.

➡ Seite 2: Überbestände monetarisieren

Unternehmen mit vollen Lagern geben Restposten an professionelle Aufkäufer ab, statt die Ware einzulagern oder zu entsorgen. Das reduziert die Lagerkosten, vermeidet Entsorgungskosten und verbessert die eigene Nachhaltigkeitsbilanz. Gerade vor dem Hintergrund der neuen Gesetzgebung gewinnt dieser Weg an Bedeutung.

💡 Beide Seiten profitieren

Gründer erhalten günstige Ware, Unternehmen reduzieren Verluste. Conclusio: Weniger funktionsfähige Produkte landen im Müll.

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Worauf Einsteiger achten sollten

✅ Zustand prüfen

Die Branche unterscheidet vier Qualitätsstufen: A-Ware (Neuware), B-Ware (leichte Verpackungsschäden), C-Ware (deutliche Gebrauchsspuren) und D-Ware (defekt). Bestelle daher bei einem neuen Lieferanten immer zuerst Muster, bevor du eine größere Menge abnimmst.

✅ Klein starten

Die erste Bestellung dient als Testlauf. Probiere verschiedene Absatzwege – eBay, Amazon, eigener Shop — und skaliere erst, wenn du weißt, welcher Kanal für dein Sortiment funktioniert.

✅ Logistik einplanen

Paletten wiegen oft mehrere hundert Kilogramm. Speditionskosten und Lagermiete gehören von Anfang an in die Kalkulation, sonst schmälern sie überraschend die Marge. Wer den gesamten Logistikprozess von Anfang an mitdenkt, spart langfristig Geld.

✅ Rechtliches klären

Eine Gewerbeanmeldung brauchst du in jedem Fall. Beachte außerdem die Gewährleistungspflichten beim Verkauf von B-Ware und mögliche Einschränkungen durch Markenrechte.

Fazit

Gründer finden in Restposten einen Einkaufskanal mit hohen Margen und niedrigem Startkapital. Unternehmen mit Überbeständen gewinnen eine Alternative zur Entsorgung, die Kapital freisetzt und gesetzliche Anforderungen erfüllt. Eine Win-Win-Situation.

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