KI Text Tool (Bild: Freepik)

Mehr Qualität bei KI-Tools: 7 Tipps, wie du bessere Texte auf Deutsch bekommst

  • Letztes Update:3 Monaten 
  • Lesezeit:8Minuten

Textprogramme, die auf KI basieren, können Top-Ergebnisse liefern. Das musst du bei der Erstellung deutscher Texte beachten.

Ein Gastbeitrag von Fabian Mahnke, Smarterschreiben.de

Bessere, deutsche Texte dank Künstlicher Intelligenz

Falls du bereits das eine oder andere Tool mit KI (Künstlicher Intelligenz) für das Erstellen von Texten verwendet hast, weißt du vielleicht, dass die Technologie bei der deutschen Sprache hier und da ihre Schwachstellen hat. Die deutschen Texte werden nämlich in der Regel ins Englische übersetzt, dann verarbeitet und anschließend wieder zurück übersetzt.

Es gibt also Hürden und Schwierigkeiten, die du kennen solltest, um schnell gute Ergebnisse erzielen zu können. Dieser Ratgeber gibt dir praktische Tipps und Lösungen, sodass du mit KI-Tools von Beginn an erstklassige deutsche Texte kreierst.

Wie funktionieren KI-Text-Tools überhaupt?

Die meisten KI-basierten Textprogramme basieren auf dem GPT-3-Algorithmus. KI-Tools schreiben Sätze, indem statistische Sprachmodelle verwendet werden. KI-Textprogramme basieren auf maschinellem Lernen, d.h. die KI lernt aus großen Mengen von Textdaten und verarbeitet diese Daten durch moderne Algorithmen der künstlichen Intelligenz, die in den letzten Jahren entwickelt wurden.

So lernt die KI in welchen Mustern (Abfolgen von Wörtern) Menschen schreiben und errechnet auf diese Weise welche Wörter der Wahrscheinlichkeit nach als nächstes kommen. Hierdurch entstehen Texte, die denen von Menschen sehr ähnlich und in vielen Fällen praktisch nicht mehr von Texten echter Menschen unterscheidbar sind.

Wie können KI-Textprogramme dazulernen?

Die KI-Tools funktionieren durch Training. Sie haben einen großen Daten-Grundbestand an von Menschen geschriebenen Texten und kennen daher bereits die meisten unserer Regeln. Auf dieser Basis berechnet die KI, welche Wörter in einem Text oder Satz der Wahrscheinlichkeit nach basierend auf dem, was sie bisher gelesen hat, als nächstes kommen müssen.

Dieser Grundbestand stammt aus dem öffentlichen Internet, aus Büchern, Wikipedia und weiteren Quellen. Das bedeutet allerdings auch, dass eine KI deinen persönlichen Schreibstil erst erlernen muss, bevor sie wie du schreibt. Das macht jedoch nichts, denn die Tools sind auch vorher schon sehr nützlich und sparen dir enorm viel Zeit beim Schreiben ein. Nicht immer ist es wichtig oder gar ratsam, wie du selbst zu schreiben. Doch dazu später mehr…

Wie deutsche übersetzt werden

KI-Textwerkzeuge, die für deutsche Texte genutzt werden, haben noch einen Weg vor sich, bevor sie mit der super einfachen Nutzungserfahrung von Tools auf Englisch mithalten können. Das liegt daran, dass die Programme allesamt auf die englische Sprache hin trainiert sind und mit Instant-Übersetzungen arbeiten. Sie können also nur auf Englisch arbeiten.

Bedenkt manh, dass der Großteil der geschriebenen Texte (vor allem im Internet) nur auf Englisch existiert, macht diese Eigenschaft durchaus Sinn. Infolgedessen liegt der KI auf Englisch ein viel größerer Datenbestand zugrunde. Jeder KI-Entwickler wird zustimmen, dass die Größe und Menge der nutzbaren Daten (also Texte) zum Trainieren einer KI einer der wichtigsten Faktoren für die Output-Qualität darstellt. Deshalb macht eine andere Sprache als Englisch zum gegenwärtigen Zeitpunkt einfach keinen Sinn.

Der oben erwähnte GPT-3-Algorithmus wird – weil er große Teile des öffentlichen Internets kennt und somit mehr oder weniger alle Sprachen zumindest gesehen hat und Englisch enorm gut beherrscht – selbst mit der vorhandenen Instant-Übersetzungsproblematik immer noch bessere Ergebnisse liefern, als ein auf Deutsch trainierter KI-Algorithmus.

Die Lernkurve von Texttools ist im Deutschen flacher

Die KI-Tools müssen deinen persönlichen Schreibstil lernen, was ein bisschen Zeit und Mühe kostet – mehr jedenfalls als im Englischen. Kein Wunder, dass viele Menschen nach ein paar Tagen aufgeben, wenn sie mit KI-Tools auf Deutsch nicht die gleichen guten Ergebnisse erzielen wie mit KI-Tools auf Englisch.

Das ist bedauerlich. Denn die Programme auf Basis Künstlicher Intelligenz sind schon vorher sehr nützlich und sparen dir eine Menge Zeit beim Schreiben. Es ist also wichtig, sich dieser Dinge von Anfang an bewusst zu sein, damit du dich nicht entmutigen lässt.

Es gibt besondere Herausforderungen beim Schreiben mit KI-Tools auf Deutsch. Ich liste diese Herausforderungen auf und biete dir praktische Tipps und Lösungen, wie du erfolgreich durch die Anfangszeit kommst und auch danach weiter von einem KI-Tool auf Deutsch profitierst.

1. Mache dich mit der Nutzung der KI vertraut

Versuche nicht gleich, den 1500 Wörter langen Blog-Post oder eine Pressemitteilung zu schreiben. Starte mit etwas Einfachem. Etwa einem Social-Media-Beitrag oder einem Kommentar. KI-Tools sind dabei von Anfang an sehr hilfreich und liefern in der Regel gleich gute Ergebnisse.

Viele Programme bieten hierfür spezielle Templates oder Elemente an. Lerne das Tool erst einmal von Grund auf kennen. Die meisten Anbieter stellen gute Trainings-Videos und/oder Handbücher zur Verfügung.

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Sobald du das KI-Tool gut kennst, kannst du es für längere Texte einsetzen, da du nun genug Erfahrung hast, das Tool zu beherrschen und die Qualität oben zu halten. Du wirst bald sehen, dass die Text-Software rasant Entwürfe erstellt – viel schneller als ein Mensch. Wenn du das Tool einmal nach deinen persönlichen Vorlieben (Sprache, Schreibstil) eingestellt hast und es sich an deinen Stil angepasst hat, wird es in den meisten Fällen zuverlässig arbeiten.

2. Lade vorhandenen Content hoch

Eine einfache Möglichkeit, den Lernprozess zu beschleunigen, ist, vorhandene Texte hochzuladen. KI-Tools können diese dann nutzen, um schneller zu lernen und von Anfang an bessere Ergebnisse zu liefern.

Falls dieses Feature nicht vorhanden ist (nicht jedes Programm bietet diese Möglichkeit) ist ein toller Workaround, neue KI-Texte zu erstellen und einfach deinen vorhandenen Content dort reinzukopieren und dann zu speichern. Es kann sein, dass du nicht gleich am selben Tag bereits davon profitierst. Gib dem Algorithmus ein paar Tage Zeit, deine Inhalte zu verarbeiten.

3. Schreibe kurze, einfache Sätze

Aufgrund der Übersetzungsproblematik sind kurze, einfache Sätze für die KI leichter zu verstehen. Die Übersetzung erfolgt immer Wort für Wort und Satz für Satz. Deshalb ist es wichtig, dass die Sätze nicht zu komplex oder verschachtelt ausfallen.

4. Verwende Features wie „Tone of Voice“

Dieses Feature, das je nach Tool unterschiedlich betitelt wird, hat den Zweck, den Text auf eine bestimmte Weise wiederzugeben. Wenn du etwa eine Pressemitteilung über eine Jubiläumsfeier mit viel positiver Energie und Enthusiasmus schreiben möchtest, nutze die Funktion mit Eingaben wie „enthusiastisch, fröhlich“. Die KI wird nun die Texte darauf anpassen – so wie du es wolltest.

Allerdings gibt es auch hier ein paar Dinge zu beachten:

  • Nur bestimmte Adjektive werden von der KI hervorragend umgesetzt. Teste verschiedene Wörter, um zu sehen, was bei dir gut funktioniert.
  • Verwende keine Sätze, nur Adjektive
  • Teste auch Persönlichkeiten. Beispielsweise funktioniert „Donald Trump“ im Deutschen hervorragend, da er unter anderem für kurze, prägnante Sätze steht (was der Übersetzung sehr entgegenkommt)

5. Reboote dein System

Solltest du irgendwann im Laufe des Prozesses an einem Punkt sein, wo die KI einfach nichts Brauchbares kreiert, das du verwenden kannst, dann sei nicht frustriert. Das ist normal und kann am Anfang jederzeit passieren, auch nachdem du viel Zeit in einen bestimmten Text investiert hast. Der Grund dafür ist, dass manchmal der vorhandene Kontext und das initiale Briefing keine sinnvollen, neuen Ausgaben mehr zulassen.

Die Lösung: Einfach neu beginnen. Manchmal mag es hilfreich sein, mit einem neuen KI-Text zu beginnen und dann beide Texte zusammenzufügen. Oder du nimmst einen bereits vorhandenen Text als Grundlage. Probiere es aus.

Ein weiterer Lösungsansatz besteht darin, das Briefing noch einmal zu überarbeiten und anzupassen. Solche Anpassungen wirken oft Wunder. Du wirst schnell merken, dass plötzlich wieder frischer Wind durch den Roboter weht, welcher nun vor neuen Ideen und Einfallsreichtum sprüht.

6. Input-Qualität = Output-Qualität

Letztendlich entstehen gute KI-Texte immer aus einem guten Input. Mach dir also wirklich die Mühe und sorge dafür, dass das Briefing gut gefüllt ist, insbesondere bei langen Texten. Solltest du dennoch keine qualitativ guten Texte erhalten, suche den Fehler bitte nicht bei der KI. Frage dich stattdessen: „Wie könnte ich mein Briefing noch besser/detaillierter/verständlicher/einfacher machen, sodass die Künstliche Intelligenz mich versteht?“ Das löst in neun von zehn Fällen bereits das Problem.

7. Verbessere, wo du kannst

Sei der Lehrer deiner KI und verbessere sie, wo du nur kannst. Und das am besten so früh wie möglich! Dieser Tipp ist der letzte dieses Ratgebers, aber gleichzeitig der wichtigste. Die KI kann nur lernen, wenn du ihr etwas beibringst und ihr eine gute Anleitung gibst. Denke also nicht „Das korrigiere ich später“, sondern tue dies sofort. Denn jeder neue Text wird auch auf Grundlage des vorherigen Textes erstellt.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Verwendung von KI-Tools für das Schreiben auf Deutsch eine Herausforderung sein kann. Es ist aber durchaus möglich, mit ein bisschen Mühe und Know-how gute Ergebnisse zu erzielen. Wenn du die oben genannten Tipps befolgst, sollte es dir leichter fallen, Texte zu schreiben, die natürlich, sarkastisch, professionell oder wie auch immer du es dir wünschst, klingen.


Über den Autor:

Fabian hat das Ziel, das Schreiben mit KI gesellschaftsfähig zu machen. Auf seiner Webseite bietet er deshalb viele Hilfestellungen zu allen möglichen Problemen, die im Zusammenhang mit KI -Tools auftreten. Denn bei der Verwendung von KI-basierten Texteditoren gibt es noch viele Hürden. 


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Bild: Freepik

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