Videokonferenz-Tools (Bild: Shutterstock)

Alternativen zu Skype: Tools für Videokonferenzen

Mit diesen – teils kostenlosen – Programmen kannst du mit Bild telefonieren und Videokonferenzen abhalten. Wir haben die wichtigsten Infos zusammengefasst.

Von der Telearbeit zum Home Office mit Videokonferenzen

Kennst du den Begriff Telearbeit? Er wurde in den 1990er-Jahren beliebt, da mit der zunehmenden Verbreitung des Internets auch neue Arbeitsformen möglich wurden. Nämlich das Arbeiten am PC oder Notebook, unabhängig vom Arbeitsplatz beim Arbeitgeber.

Heutzutage redet keiner mehr von Telearbeit, sondern von Remote Work oder Home Office. Von zuhause oder unterwegs aus arbeiten – das ist seit über 20 Jahren in vielen Berufen locker möglich. Doch durchgesetzt hat sich die Telearbeit in der breiten Masse bis dato nicht. Leider.

Vielleicht ändert sich nun etwas? Die Corona-Krise zwingt Unternehmen – kleine wie große – zum Umdenken. Plötzlich ist Home Office angesagt. Und damit steigt auch die Nachfrage nach Tools für Videokonferenzen.

Videokonferenzen, Video-Chats, Skype – wie heißt das Ding eigentlich?

Mit Bild zu Telefonieren, auch das ist keine neue Erfindung. Trotzdem gibt es dafür bis heute kein einzigartiges Wort. Internettelefon, Bildtelefon, Videotelefon,Videokonferenz, Webkonferenz, Online-Meetings, Video-Chat: Es schwirren verschiedenste Bezeichnungen für die mehr oder weniger gleiche Sache durch den Äther.

Für viele Menschen ist das Telefonieren mit gleichzeitiger Videoübertragung einfach “skypen”. Hergeleitet von der bekanntesten Video-Bild-Internet-Web-Online-Konferenz-Chat-Software der Welt: Skype. Microsoft nennt sein Programm selbst “Kommunikationstool für kostenlose Anrufe und Chats”.

Dazu kommt noch, dass sich die Software-Lösungen in ihren Funktionen unterscheiden. Es gibt Tools, mit denen kannst du nur mit einer Person per Videoübertragung telefonieren. Besonders Business-Solution-Anbieter punkten mit Online-Videokonferenzen, bei denen sich mehrere Teilnehmer einloggen. Darüber hinaus ist es bei vielen Programmen möglich, parallel zum Telefonieren auch zu chatten, Dateien auszutauschen und den eigenen Bildschirm zu teilen (Screensharing).

Anzeige:

Die bekanntesten Tools für Videotelefonie und Video-Konferenzen

Lassen wir die Bezeichnung und die Funktionsweise mal beiseite. Hier stellen wir dir 21 bekannte Tools vor, mit denen du übers Internet inklusive Bildübertragung telefonieren, also “videotelefonieren”, kannst.

Hinweis: Die Liste ist alphabetisch sortiert und wird ständig erweitert.

Was ist das beste Videochat-Tool?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Es kommt immer auf den Einsatzzweck an! Überlege dir genau, welche Anforderungen du hast. Und ob diese wichtig oder eher “nice to have” sind. Hier ein paar Aspekte, auf die du achten solltest:

    • Wie viele Teilnehmer sollen pro Videokonferenz teilnehmen? Sind es weniger als zehn oder eher 50, 100 und mehr?
    • Soll das Tool neben der Bildtelefonie und dem Chat weitere Funktionen bieten? Zum Beispiel eine Whiteboard-Funktion oder eine Möglichkeit zum Datenaustausch?
    • Lässt sich das Tool auf Windows-PCs, Mac-Computern, Smartphones und Tablets nutzen?
    • Wie sieht das Preismodell aus? Ist die Skype-Alternative komplett kostenlos? Gibt es eine abgespeckte Gratis-Fassung? Wie teuer sind die Premium-Tarife?
    • Wie sieht es mit dem Datenschutz nach DSGVO aus? Gibt es Sicherheitslücken oder andere kritische Punkte?
    • Gehört das Tool zu einem Programm oder einer Software-Suite, die du eh schon nutzt?
    • Soll das Programm “made in Germany” sein?
    • Soll das Programm auch für Webinare geeignet sein?

Hier ein paar Beispiele zu den gerade genannten Punkten:

    • Jitsi ist Open Source und damit komplett kostenlos. Es lässt aber keinen Datei-Austausch zu.
    • Möchtest du Dateien austauschen, bietet sich unter anderem Zoom an. Oder du setzt ein echtes Collaboration-Tool wie Slack ein.
    • Die meisten Videokonferenz-Tools erlauben ein Screensharing. Möchtest du etwas genauer erklären, benötigst du ein virtuelles Whiteboard. So etwas ist in nur wenigen Programmen enthalten – beispielsweise in Zoom und BigBlueButton.
    • Apple Facetime ist ein vielfach genutztes Tool. Allerdings nur bei Menschen, die ein Apple-Gerät besitzen. Die Software gibt es ausschließlich für iOS und macOS.

    • WhatsApp wie auch der Facebook Messenger sind weit verbreitet. Mit ihnen kannst du mittlerweile echte Videokonferenzen abhalten. Das Problem daran: Facebook und sein umstrittener Umgang mit Daten und Persönlichkeitsprofilen.
    • Google Meet bzw. Google Hangouts ist ein Bestandteil der G Suite, dem Office-Paket von Google. Und MS Teams gehört zu Microsoft 365 (das hieß bis vor kurzem Office 365).
    • Musst du Videokonferenzen mit Dutzenden Teilnehmern abhalten? Dafür benötigst du eine kostenpflichtige Business-Lösung wie GoToMeeting oder WebEx.
    • Möchtest du ein Programm nutzen, das hierzulande entwickelt wurde? Blizz von Teamviewer und Mikogo sind aus Deutschland.

Videochat-Programme: Was sagt Stiftung Warentest dazu?

Test.de bzw. die Stiftung Warentest hat 12 Tools unter die Lupe genommen. Im Fokus der Bewertung standen unter anderem diese Punkte:

    • Bild und Ton
    • Handhabung
    • Basisschutz persönlicher Daten

So fiel das Ergebnis der Videochat-Tester aus:

    • Platz 1: Microsoft Teams Basic, Note: 2,0
    • Platz 2: Microsoft Skype, Note 2,1
    • Platz 3: Jitsi, Note: 2,4
    • Platz 4: Teamviewer Blizz, Note: 2,4
    • Platz 5: Discord, Note: 2,5
    • Platz 6: Cisco WebEx, Note: 2,6
    • Platz 7: Google Hangouts, Note: 2,7
    • Platz 8: Slack Standard, Note: 2,7
    • Platz 9: Zoom, Note: 2,8
    • Platz 10: Bitrix24, Note: 2,9
    • Platz 11: GoToMeeting Professional, Note: 3,1
    • Platz 12: Mikogo Professional, Note: 5,1

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Ein heikles Thema! Fast kein Anbieter für Videokonferenz-Software kommt aus Deutschland oder hostet sein Tool auf einem deutschen Server. Auch die Themen Verschlüsselung und Sicherheit sind umstritten.

Entspricht Skype der DSGVO? Wie sicher ist Zoom? Können Daten von Jitsi abgegriffen werden? Kann ein Fremder bei einem WebEx-Call mithören? Oder bei einer GoToMeeting-Konferenz mitschauen? Das sind Fragen, die man häufighört.

Bislang konnten wir darauf wenig befriedigende Antworten finden. Verständlicherweise geben alle Hersteller an, sie seien Datenschutz-konform und sicher – doch das lässt sich bezweifeln. Beispielsweise fand die Stiftung Warentest bei den meisten Anbietern einige Verstösse gegen die Datenschutz-Bestimmungen.

Datenschutz-Beauftragte haben uns BigBlueButton, Jitsi und Whereby empfohlen. Dahinter stecken zwar auch keine deutschen Firmen, aber ihr Programme seien wohl unbedenklich zu nutzen – so die Experten.

Hardware: Was wird für Skype & Co. benötigt?

Die Hardware-Anforderungen für Videokonferenzen bzw. Videotelefonie fallen recht überschaubar aus. Du benötigst:

    • einen PC, ein Notebook, ein Tablet oder ein Smartphone (ja nachdem, wo du welche Software einsetzen möchtest)
    • eine flotte, stabile Internetverbindung – am besten DSL6000 oder LTE
    • eine Webcam mit integriertem Mikrofon und Lautsprecher-Boxen
    • oder eine Webcam und ein Headset mit Mikrofon

“Skypst” du über ein Tablet oder Smartphone, benötigst du nur eine gute Internetverbindung. Denn die Hardware (Micro, Kamera, Lautsprecher) sind bereits in deinem Mobilgerät integriert.

Tipp: Für eine bessere Tonqualität solltest du eine Freisprecheinrichtung (zum Beispiel Jabra Speak) nutzen.

Anzeige:

Preise: Was kosten Videokonferenz-Tools?

Die gute Nachricht: Viele Programme fürs Telefonieren übers Internet mit Bild sind kostenlos – zum Beispiel Jitsi, WhatsApp und BigBlueButton. Oder bieten zumindest eine kostenfreie Fassung an, bei der es gewisse Einschränkungen gibt. Dazu gehören unter anderem Zoom, GoToMeeting, Whereby und Skype.

Zudem bieten viele Unternehmen – passend zur aktuellen Corona-Krise – ihre Tools vorübergehend gratis an.

Fazit

Es muss nicht immer Skype sein! Wenn du unterwegs bist, kannst du schnell mit Apple Facetime oder Whatsapp einen Videoanruf tätigen. Zoom, GoToMeeting und WebEx eignen sich sehr gut für Videokonferenzen mit mehreren Teilnehmern. Und arbeitest du mit anderen Personen in einem Team zusammen, bieten sich Collaboration-Tools wie MS Teams und Slack an.

Kurz: Es gibt eigentlich kaum Argumente, warum du bei deinen Geschäftsterminen persönlich erscheinen musst. Gerade in Zeiten des Coronavirus solltest du digitale Lösungen bevorzugen. So machst du auch einen wichtigen Schritt für die Digitale Transformation deines Unternehmens.

Bild: Shutterstock

Kommentar hinterlassen