Gründer vor Süßigkeiten-Automat (Bild: Magnific AI)

Verkaufsautomaten aufstellen und damit ein Business starten: Was du beachten musst

Du suchst eine Form der Selbstständigkeit, bei der du nicht ständig anwesend sein musst, um Geld zu verdienen? Wie wäre es mit einem Verkaufsautomaten?  

23:07 Uhr – und deine Kasse klingelt

Es ist spät am Abend, du liegst auf der Couch. Zwei Stadtteile weiter hält ein Nachtschicht-Arbeiter sein Handy an den Kartenleser eines Süßigkeitenautomaten. Ein Schokoriegel fällt ins Fach. Der übermüdete Arbeiter freut sich. Dein Konto freut sich über den Umsatz. Und du drehst dich entspannt zur anderen Seite.

Warum? Weil du Betreiber mehrerer Verkaufsautomaten bist. Sie bringen dir eine Art passives Einkommen ein, weil der Rubel rollt, während du gar nicht vor Ort bist. Das klingt für dich nach der perfekten Selbstständigkeit? Nach einem lockeren Job?

Nun ja – ganz so einfach geht es leider nicht! Möchtest du dein Business zum Beispiel in Deutschland starten? Dann warten eine Menge To-Dos auf dich, bevor du einen Verkaufsautomaten aufstellen und betreiben darfst. Zum Beispiel meldest du ein Gewerbe an, kämpfst dich durch die Hindernisse einer Gründung und kümmerst dich um den Einkauf bei einem Süßigkeiten-Großhandel. Zudem befasst du dich mit Baurecht und Jugendschutz.

Hier bekommst du eine Übersicht über die wichtigsten Punkte, an die du denken musst.

Hinweis: Die in diesem Beitrag genannten Informationen stellen keine rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Falls du eine rechtliche oder steuerliche Beratung benötigst, dann wende dich bitte an einen qualifizierten Experten.

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Verkaufsautomat aufstellen: Die Grundlagen

Darf jeder einen Verkaufsautomaten irgendwo hinstellen und damit sein Geld verdienen? Natürlich nicht! Es gibt beispielsweise in Deutschland verschiedene Regularien, die du kennen solltest und an die du dich halten musst.

Gewerbeanmeldung und Paragraphen

Dein Vorhaben zählt als Gewerbe. Also hast du es beim Gewerbeamt deiner Stadt anzumelden. Mit der Anmeldung rutschst du in die Zwangsmitgliedschaft deiner IHK. Für Automatenaufsteller gilt zusätzlich die Vorgabe, dass du deinen Familiennamen, deine ladungsfähige Anschrift und deine Hauptniederlassung gut sichtbar am Automaten anbringen musst. Das Existenzgründungsportal des Bundes bestätigt: Schon ein einziger Automat löst diese Anzeigepflicht aus. 

Willst du keinen Verkaufsautomat, sondern einen Geldspielautomaten aufstellen, musst du dich an noch viel, viel mehr Gesetze halten. Deshalb unser Tipp: Fokussiere dich bei deinem Start in die Selbstständigkeit nur auf Warenautomaten. Damit hast du genügend zu tun.

Hygiene, Eichrecht und Preisangaben

Sobald du Lebensmittel verkaufst, giltst du als Lebensmittelunternehmer. Du musst dich somit unter anderem um saubere Geräte, Schädlingsschutz, HACCP-Grundsätze (Hazard Analysis and Critical Control Points) und lückenlose Kühlung bei verderblicher Ware kümmern. Ergänzend gilt die nationale Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV). Vernachlässigst du die mannigfaltigen Vorgaben, kannst du mächtig Ärger bekommen: Das Gesundheitsamt prüft stichprobenartig, ob du alle Regeln und Gesetze einhältst.

Ach ja – die Preisangabenverordnung musst du auch beachten! Das bedeutet, deine Preise zeigst du am Gerät als Endpreise inklusive Mehrwertsteuer bzw. Umsatzsteuer an. Bedenke hierbei: Für Süßwaren gelten in Deutschland nur sieben Prozent Umsatzsteuer, auf Getränke kommen 19 Prozent. Und damit bei der Bezahlung nichts schiefgehen kann, fällt dein Bezahlsystem unter das Mess- und Eichrecht.

Schüler vor Süßigkeiten-Automat (Bild: Magnific AI)

Jugendschutz und Baurecht

Du möchtest nicht nur Mars-Riegel und Mineralwasser, sondern auch “härtere” Sachen in deinem Automaten verkaufen? Pass auf! Bei Alkohol oder Tabak greifen strenge Altersprüfungspflichten. Du musst dich also mit dem Jugendschutz auseinandersetzen, damit keine Minderjährigen an die Produkte gelangen können.

Ach ja, Automaten im Freien oder in eigenen Räumen fallen unter das Baurecht. Ein oder mehrere Anrufe beim zuständigen Ordnungsamt klären, ob du deinen Verkaufsautomaten am Wunschstandort aufstellen darfst. Oft ist das nicht möglich.

So wird dein Verkaufsautomaten-Business profitabel

Du siehst: Einfach so einen Automaten aufstellen – das geht rein rechtlich nicht. Dazu kommt, dass du auch aus strategischen Gründen genau durchdenken solltest, wo und wie du aktiv wirst. Ansonsten verbrennst du unnötig Geld.

Bedenke deshalb diese essentiellen Faktoren, bevor du loslegst:

Standort

Firmen mit Nachtschicht, Werkhallen, Unis, Kliniken, Schulen und Fitnessstudios: Überall dort gibt es eine potentielle Kundschaft, die einen schnellen Snack braucht. Die alte Weisheit “Lage, Lage, Lage” gilt besonders bei einem Automaten-Geschäftsmodell, das profitabel sein soll.

Aber: Beachte nicht nur den Standort, sondern auch die Standortmiete. Manche Stellen können sehr günstig sein, andere exorbitant teuer. Verschaffe dir also einen Überblick und rechne genau durch, ob dein Traumplatz sich wirklich lohnen kann.

Kosten

Ein neuer Verkaufsautomat schlägt je nach Größe, Kühlung und Technik mit 3.500 bis über 10.000 Euro zu Buche, große High-End-Geräte können bis zu 20.000 Euro kosten. Gebrauchte Modelle bekommst du dagegen ab rund 2.500 Euro.

War’s das? Nein! Der Dauerbetrieb frisst vor allem Strom. Gekühlte Geräte ziehen bis zu 500 kWh im Monat, was Stromkosten von zirka 30 bis 50 Euro entspricht.

Personal

Wenn du dein Verkaufsautomaten-Business allein betreibst, hast du keine echten Personalkosten. Wenn du jedoch Mitarbeiter einstellen musst, weil du mehrere Automaten aufstellst und ständig bestücken musst, können beträchtliche Ausgaben zusammenkommen. Denn in Deutschland und anderen Ländern gibt es einen Mindestlohn, den du bezahlen musst. Dazu kommen noch Sozialabgaben und so weiter.

Einkauf

Du holst deine Produkte im Supermarkt? Fail! Die Einkaufspreise sind hier viel zu hoch, was deine Marge auffrisst. Wende dich besser an einen Süßigkeiten-Großhandel. Er liefert dir Großpackungen, perfekt portioniert für die Automatenfächer, zu besonderen Mengenpreisen. Für den Einkauf benötigst du einen Gewerbeschein.

Kalkulation

Wie du siehst, hast du jede Menge Ausgaben, bevor du auch nur einen Cent verdienst. Deshalb musst du eine ordentliche Marge haben, um über die Masse einen nennenswerten Gewinn zu erzielen. Kalkuliere deshalb mindestens 100 Prozent Aufschlag pro Produkt, sonst lohnt sich der Aufwand nicht.

Sportlerin vor Süßigkeiten-Automat (Bild: Magnific AI)

Zielgruppen

Wer läuft an deinem Automaten vorbei? Wer kauft ein? Was will dein potentieller Kunde? Mache dir ständig Gedanken über deine Zielgruppe. In einem Wartezimmer ist eher Kaffee angesagt, in einem Fitnessstudio sind es Proteinriegel und bei einer Baustelle eher deftige Sachen. Passe deshalb dein Sortiment stets an die Wünsche deiner Kundschaft an.

Optimierung

Was heute ein Top-Seller ist, kann morgen ein Flop sein. Wo heute viel Laufkundschaft vorbeikommt, ist morgen vielleicht eine Baustelle. Produkte, die heute im Einkauf günstig sind, können morgen extrem teuer sein.

Das alles bedeutet: Behalte immer alle Zahlen im Blick! Ziehe daraus Rückschlüsse. Und drehe an allen Stellschrauben, dass du möglichst viel Umsatz und Gewinn machst.

Fazit

Ein Verkaufsautomaten-Business verlangt keine Million und keine Mitarbeiter. Aber du benötigst ein bisschen Wissen und musst dich durch allerlei Papierkram kämpfen. Somit ist das weder ein “easy Job”, noch etwas, was du spontan umsetzen kannst. Hast du aber alle Hürden überwunden und dein Konzept optimiert, lässt sich damit quasi nebenbei gutes Geld verdienen.


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Bilder: Freepik/Magnific

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