E-Commerce Onlineshop Pakete Fullfillment (Bild: Pixabay)

Onlineshops: Wann ist ein Fulfillment-Partner sinnvoll?

Viele E-Commerce-StartUps starten im Hobbykeller, in der Garage oder im Wohnzimmer. Wenn sie expandieren, benötigen sie Unterstützung – zum Beispiel von einem Fulfillment-Partner.

Wachstum braucht Platz

Wenn du schon länger einen gut am Markt platzierten Onlineshop betreibst, kennst du sicherlich diesen Zeitpunkt: Der, in der die Strukturen der Anfangszeit nicht mehr ausreichen. Die Arbeit, um Pakete zu verpacken oder Retouren zu bearbeiten, kann nicht mehr von der Couch, dem Küchentisch oder vom Arbeitszimmer aus gemeistert werden.

Dann beginnt die Phase, in der du trotz deiner ersten Mitarbeiter immer schwerer den Erwartungen deiner Kunden nach schneller und direkter Lieferung gerecht wirst. Jene Phase, in der du vor einer Richtungsentscheidung stehst. Die Richtungsentscheidung, ob du eigene, professionelle Logistik-Strukturen in neuen, großen Räumlichkeiten aufbauen oder einen Fulfillment-Partner suchen sollst.

Was macht ein Fulfillment-Dienstleister?

Er ist ein Partner für – vereinfacht gesagt – die logistische Abwicklung deines Onlineshops. Hier eine Infografik, die das genauer erläutert:

Fulfillment-Partner oder nicht?

Ein großer Teil der in Deutschland erfolgreichen Online-Versender entscheidet sich für die zweite Variante. Denn die Zusammenarbeit mit einem Fulfillment-Partner besitzt wesentliche Vorteile:

    • Keine Investitionskosten sowie keine laufenden Kosten für die Einrichtung und den Betrieb von Lager- und Arbeitsräumen
    • Keine Personalkosten im Bereich Fulfillment
    • Vermeidung administrativer Folgekosten durch Lohnbuchhaltung etc.
    • Freiräume für die Fokussierung auf die eigene Stärken

Ein weiterer Pluspunkt: Der Fulfillment-Dienstleister muss nicht zwingend den gesamten Logistikprozess von dir übernehmen. Es ist beispielsweise möglich, dass du und deine Mitarbeiter weiterhin die Produkte in bedruckten Kartons oder in Luftpolsterbeuteln von WPTrading verpackst. Danach sendet ihr diese an das Logistik-Zentrum des Fulfillment-Partners. Dieser übernimmt dann die weiteren Schritte, also den Versand an den Kunden und die Retouren-Abwicklung.

Was ist mit den Kosten?

Ein Fulfillment-Partner kostet natürlich Geld. Allerdings rechnen diese Dienstleister transaktionsgebunden ab. Das heißt, Kosten fallen nur dann an, wenn du den Service tatsächlich in Anspruch nimmst.

Neben dem Kostenaspekt darfst du die strategischen Vorteile durch das Outsourcing nicht übersehen. Die Entwicklung der eigenen Marke, der Ausbau des Sortimentes, das passende Marketing und das Customer-Relationship-Management: All das sind wichtige und nicht austauschbare Kernkompetenzen, mit denen du bei deiner Zielgruppen ganz direkt punkten kannst. Professionelles und zeitnahes Fulfillment ist hingegen nicht mehr als ein Me-too-Geschäft.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für die Zusammenarbeit mit einem Fulfillment-Dienstleister ist eine kleine Rechenaufgabe. Geht es zum Beispiel nur darum, kurzfristige oder saisonale Arbeitsspitzen abzufangen, kann das Anheuern von zeitlich begrenzten Hilfskräften günstiger für dich sein.

Erreicht aber das Niveau der Bestellungen dauerhaft ein Level, das dich und deine Helfer an die Grenzen bringt, solltest du umdenken. Besonders wenn du deine Räumlichkeiten nicht flexibel erweitern kannst.

Was noch zu beachten ist

    • Achte bei der Auswahl deines Fulfillment-Partners darauf, dass dieser deine Produkt und deine Marke versteht.
    • Er sollte zudem auf eventuelle Sonderwünsche flexibel eingehen können.
    • Apropos Sonderwünsche: Übergroße oder außergewöhnlich geformte Produkte sind als Sperrgut zu versenden. Wie steht es darum?
    • Du und dein Logistik-Dienstleister sollten das neue Verpackungsgesetz (VerpackG) kennen und einhalten.

Bilder: Pixabay, Wehner Logistics

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