Familie Eltern Kinder Selbstständigkeit absichern (Bild: Shutterstock)

Vorsorgen für schlechte Zeiten: Wie können Selbstständige ihre Kinder absichern?

  • Letztes Update:8 Monaten 
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Welche Versicherungen sind für dich als Selbstständiger oder StartUp-Gründer sinnvoll, damit deine Kinder bestens versorgt sind?

Vorsorge für die Familie als Selbstständiger

Wenn du dich selbstständig machst, um beispielsweise ein StartUp zu gründen, dann ist das ein Sprung ins eiskalte Wasser. Du arbeitest hart, um dein Geschäftsmodell zu etablieren. Du musst für Umsatz sorgen, um über die Runden zu kommen.

Viele frisch gebackenen Selbstständige oder Freiberufler machen gerne den Fehler, dass sie bei der Planung ihrer Tätigkeit nur an sich und ihre Unternehmung denken. Doch was ist mit den Menschen, die dir am nächsten stehen? Deiner Familie? Deinen Kindern? Die darfst trotz deines ganzen Engagements niemals vergessen!

Eine Selbstständigkeit ist immer eine wackelige Angelegenheit. “Gibt es spezielle Vorsorge- und Versicherungsmaßnahmen, die man für seine Kinder ergreifen musst?” – eine gute  Frage, die irgendwann aufkommt. Hier ein paar Tipps.

Extrem wichtig: die Krankenversicherung

Deine eigene Gesundheit ist für deine Selbstständigkeit wichtig. Nur wenn du fit bist, kannst du Höchstleistungen vollbringen. Und nur wenn du gesund bist, kannst du arbeiten – und somit für Umsatz sorgen.

Gesetzliche Krankenkasse oder privat versichern? Beide Versicherungsarten besitzen ihre individuellen Vor- und Nachteile. Welche das sind, erläutern wir ausführlich in unserem Beitrag “GKV oder PKV: Welche Krankenversicherung ist besser?

In der PKV erhältst du in der Regel bessere Leistungen für einen geringeren Beitrag, dafür gibt es bei der GKV den sogenannten Familientarif. Bei diesem sind die Kinder kostenlos mitversichert. Allerdings erhalten sie dann auch nur die Leistungen der Gesetzlichen Krankenkasse.

Möchtest du deine Kinder in GKV mitversichern, aber die Top-Leistungen der Privaten Krankenversicherung erhalten? Dann solltest du das Kostenerstattungsprinzip der GKV nutzen: Dein Kind wird Privatpatient, bleibt aber dabei gesetzlich versichert.

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Was ist das Kostenerstattungsprinzip?

In der privatärztlichen Behandlung und in der privaten Krankenversicherung (PKV) ist das Kostenerstattungsprinzip die normale Praxis, während es in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ein Sachleistungsprinzip gibt.

Im Sachleistungsprinzip werden die Leistungen, die du als Versicherter erhältst, von den Vertragsärzten erbracht und direkt von den Krankenkassen übernommen.

Wie nutzt man die Kostenerstattungsregelung?

Die Prinzipien beider Welten – das Sachleistungsprinzip der GKV und das Kostenerstattungsprinzip der PKV – kann auch kombiniert werden. Das wissen nur wenige. Nutze diese Kombination, um beispielsweise deine Kinder besser abzusichern. So erhalten sie auch als Kassenpatienten die erstklassigen Leistungen der Privatversicherten.

Das funktioniert so: Du gehst mit deinem Kind zu einem Arzt und bekommst eine Rechnung. Die reichst du anschließend bei deiner gesetzlichen Krankenkasse ein. Diese erstattet den Pauschalbetrag und der Rest geht über die von dir ausgesuchte, private Krankenversicherung.

Mehr darüber erfährst du zum Beispiel in folgendem Video:

Nicht vergessen: Kinderkrankengeld!

Was viele ebenfalls nicht wissen: Auch Selbstständige können Kinderkrankengeld erhalten. Das heißt, du kriegst von deiner Krankenversicherung einen kleinen Verdienstausfall bezahlt, wenn du nicht arbeitest, weil du auf deinen kranken Nachwuchs aufpasst. Das tut dem Kind und deinem Geldbeutel gut.

Diese Leistung bekommst du aber nur mit einem entsprechenden Tarif. “Selbstständige, die in einer gesetzlichen Krankenkasse als freiwilliges Mitglied versichert sind, haben Anspruch auf Kinderkrankengeld, sofern ihr Versichertenverhältnis einen Anspruch auf Krankengeld umfasst”, erklärt Billomat.

Checke somit den Tarif deiner Krankenversicherung – vielleicht ist hier bereits ein Kinderkrankengeld für Selbstständige enthalten? Falls nicht, dann kontaktiere deinen Versicherer und informiere dich, ob und wie du den „Bonus“ erhalten kannst.

Absicherung nach dem Tod: die Lebensversicherung

Noch schlimmer als eine (schwere) Krankheit ist dein Tod. Auch daran solltest du denken! Eine Lebensversicherung sorgt dafür, dass dein Partner beziehungsweise deine Partnerin wie auch dein Kind beziehungsweise deine Kinder einen finanziellen Ausgleich für dein Versterben erhalten.

Anders gesagt: Stirbst du, zahlt deine Versicherung eine Summe X an die Hinterbliebenen aus. Wie hoch der Betrag ausfällt, hängt von deiner Versicherungssumme und deinem Vertrag ab.

Man unterscheidet hier grundsätzlich zwischen zwei Arten. Der Risikolebensversicherung (auch Todesfallversicherung genannt) und der kapitalbildenden Lebensversicherung. Die Unterschiede liegen in der Art der Versicherung und den Beiträgen.

Risikolebensversicherung vs. Kapitallebensversicherung: die Unterschiede

Stirbst du, zahlt deine Risikolebensversicherungen die vereinbarte Summe an die im Vertrag genannten Begünstigten aus. Es erfolgt allerdings keine Auszahlung, wenn du während der Laufzeit des Vertrages nicht verstirbst.

Kapitallebensversicherungen haben dagegen zusätzlich zur Todesfallabsicherung auch eine Spar- oder Anlagekomponente. Das bedeutet: Die kapitalbildende Lebensversicherung sieht vor, dass du am Ende der Laufzeit eine teilweise Rückzahlung deiner Beiträge in Form einer vertraglich vereinbarten Erlebensfallsumme einschließlich Zinsen erhältst.

Nicht nur „nice to have“: die Berufsunfähigkeitsversicherung

Du liebst deine Selbstständigkeit und möchtest am liebsten bis zu deinem 80. Lebensjahr deinem Traum nachgehen? Eine schöne Vorstellung. Doch sie ist – leider – recht unrealistisch. Jedes Jahr müssen zehntausende Deutsche ihren Beruf aufgeben, weil sie berufsunfähig werden.

Unfälle, Krebs, Herzprobleme, Rückenleiden, psychische Krankheiten … die Gründe für die Berufsunfähigkeit fallen vielseitig aus.

Schaubild - Gründe für Berufsunfähigkeit (Bild: DieVersicherer.de)

Wenn du deinen selbstständigen Job nicht mehr ausüben und auch keine andere Tätigkeit übernehmen kannst, fällt deine primäre Einnahmequelle weg. Schlecht für dich und deine Kinder! Dementsprechend solltest du eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließen.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung dient dazu, dich finanziell abzusichern, falls du dauerhaft unfähig wirst, deinen Beruf auszuüben. Diese Absicherung kann eine vereinbarte Rente oder eine Kapitalleistung sein.

Das ist beim Abschluss einer BU zu beachten

Es gibt unterschiedliche Arten von Berufsunfähigkeitsversicherungen mit verschiedenen Definitionen von Berufsunfähigkeit. Manche Versicherungen definieren die Berufsunfähigkeit sehr restriktiv und zahlen nur aus, wenn du nicht mehr in der Lage bist, irgendeine Art von Arbeit auszuüben. Während andere Versicherungen ie Auslegung von „berufsunfähig“ lockerer sehen.

Du hast die Möglichkeit, eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung wie auch eine BU kombiniert mit einer privaten Krankenversicherung oder einer Lebensversicherung abzuschließen. Egal, für was du dich entscheidest: Zahle möglichst in jungen – sprich: gesunden – Jahren viel ein, damit du im Alter ein gutes, finanzielles Polster hast.

Auch daran denken: die Haftpflichtversicherung

Gleichgültig, ob du selbstständig oder fest angestellt bist: Eine Haftpflichtversicherung macht immer Sinn. In deinem Fall wäre das eine Familienversicherung, bei der die Eltern und Kinder zusammen versichert sind.

Warum? Wenn dein Nachwuchs etwas beschädigt – der Klassiker ist der Fußball in der Fensterscheibe des Nachbarn -, dann heißt es so schön: Eltern haften für ihre Kinder!

Manche Schäden können ziemlich teuer ausfallen. Damit dich das Bezahlen der Reparatur oder die Beschaffung eines Ersatzes nicht in finanzielle Nöte stürzt, kommt die Haftpflichtversicherung für die Begleichung der Schäden auf. Allerdings solltest du beim Abschluss einer solchen Versicherung die Klauseln genau anschauen, denn es gibt teilweise viele Ausnahmen und Bedingungen.

Achte auf diese Punkte bei deiner Haftpflichtversicherung

Wenn du eine Haftpflichtversicherung abschließen möchtest, solltest du folgende Aspekte beachten:

  • Stelle sicher, dass die Versicherung eine ausreichend hohe Deckungssumme bietet, um im Falle eines Schadens die Kosten abdecken zu können.
  • Lies die Versicherungsbedingungen sorgfältig durch, um sicherzustellen, dass du alle wichtigen Aspekte abgedeckt hast.
  • Berücksichtige die Selbstbeteiligung, die du im Schadensfall selbst tragen musst.
  • Vergleiche Angebote von mehreren Versicherungsunternehmen, um den besten Preis zu finden.
  • Prüfe die Optionen und Zusatzleistungen, die von einigen Versicherungen angeboten werden.
  • Berücksichtige die Bedürfnisse und Risiken, die sich aus deiner Lebenssituation ergeben.

Bedenke, dass jede Haftpflichtversicherung ein individueller Fall ist. Es lohnt sich, die Versicherungsbedingungen sorgfältig durchzulesen und Angebote von mehreren Versicherungsunternehmen zu vergleichen.

An welche Versicherungen musst du noch denken?

Es gibt unzählige Versicherungen, die du für dich abschließen kannst, die dann indirekt deiner Familie zugute kommen. Zum Beispiel ist eine private Altersvorsorge ratsam, da die gesetzliche Rentenversicherung – falls du in diese überhaupt einzahlst – höchstwahrscheinlich nicht für den Lebensstandard deiner Familie reichen wird. Diese Rentenlücke musst du über eine oder mehrere, private Rentenversicherungen schließen.

Und du solltest schauen, wie du deine Selbstständigkeit gegen Eventualitäten absichern kannst. Beispielsweise mit speziellen Rechtsschutzversicherungen, Betriebsunterbrechungsversicherungen und so weiter. Denn wenn es deiner Unternehmung schlecht geht, kann sich das schnell auf dein Familienleben auswirken – und damit auf deine Kinder.

Fazit

Am besten informierst du dich bei ein-zwei Versicherungsberatern, wann welche Versicherung zu welchen Konditionen sinnvoll sind. Achte dabei darauf, dass du nicht überversichert bist. Am Ende des Tages möchtest du ja nicht dein ganzes Geld in Versicherungen stecken.

Bedenke: Das ganze Leben ist ein Risiko, erst Recht wenn du selbstständig bist. Das musst du bis zu einer gewissen Grenze hinnehmen.

Bilder: Shutterstock, DieVersicherer.de

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