„Welchen Namen gebe ich meinem Unternehmen?“ – stellst du dir auch diese Frage? Hier bekommst du wichtige Tipps und Tricks zur Namensfindung.
Ein Gastbeitrag von Mark Leiblein, Namestorm
Warum der Firmenname mehr entscheidet, als man denkt
Das Erste was Menschen von einem Unternehmen wahrnehmen, ist oft der Firmenname. Noch bevor sie die Website besuchen, ein Produkt ausprobieren oder mit dem Team sprechen, erzeugt der Name bereits Bilder, Erwartungen und Assoziationen.
Ein geschickt gewählter Unternehmensname kann daher neugierig machen. Und er brennt sich im besten Fall fest. Oder er sorgt dafür, dass sich die potentielle Kundschaft näher mit dem Unternehmen beschäftigt.
Deshalb lohnt es sich, bei der Namensfindung nicht einfach die erstbeste Idee aus ChatGPT & Co. zu nehmen, die ganz gut klingt. Inspiration kann man sich holen – je mehr desto besser – aber das Finetuning, die Prüfung und die Entscheidung müssen vom Gründer kommen.
Warum braucht man einen starken Firmennamen?
Vielen StartUp-Gründern ist bewusst, dass der Name ihres Unternehmens keine Kleinigkeit ist. Deshalb geben sie sich viel Mühe, einen passenden und unverwechselbaren Namen zu finden. Andere machen sich wenige Gedanken darüber, etwa weil sie als Einzelunternehmer oder Freiberufler einen eigenen „richtigen“ Markennamen nicht für notwendig halten.
Dabei können nicht nur große Unternehmen starke Marken aufbauen. Auch für Selbständige kann ein prägnanter Name helfen, sich klar zu positionieren und im Gedächtnis zu bleiben. Das gilt besonders dann, wenn nicht ausschließlich die eigene Person im Mittelpunkt stehen soll.
Ein Beispiel: Jenny Schmidt Consulting. Ein solcher Name sagt nur, dass irgendeine Frau hinter dem Unternehmen steht und was ungefähr angeboten wird. Ein eigenständiges Profil oder eine besondere Positionierung vermittelt der Firmenname aber kaum.
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Welche Firmennamen-Möglichkeiten gibt es noch?
Verfügt Jenny Schmidt über einen geringen Bekanntheitsgrad, sollte sie sich überlegen, ob sie nicht anders an die Namensfindung herangehen sollte.
Zur Auswahl stehen eine ganze Reihe von Namenarten, die viele Gründer, StartUps und Selbständige oft nicht auf dem Schirm haben: Fantasienamen, beschreibende Namen, assoziative Namen und sämtliche Mischformen daraus.
Bei einem Brainstorming kämen für Jenny vielleicht Namen heraus wie:
⭐ TigressConsult
⭐ Consultess
⭐ Jenova
⭐ Jenny & Co.
⭐ Jenny weiß
⭐ Schmidtwerk
Den Möglichkeiten sind hier nahezu keine Grenzen gesetzt. Lediglich über die Wirkungen der verschiedenen Namensstile muss sich Jenny natürlich Gedanken machen. So ist ein Kunst- oder Fantasiename zwar oft einzigartiger, dafür braucht es etwas mehr Einsatz, um den Namen zu etablieren.
Wie findet man einen passenden Startup-Namen?
Es gibt viele Wege zu einem passenden Namen zu gelangen. Die Basis sollte immer ein ausführliches Brainstorming sein. Aber nicht einfach so losbrainstormen sondern erst mal überlegen, was der Name aussagen soll und was er bewirken soll!
Dann kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen. Nutze Wörterbücher, quetsche KI-Tools aus, suche mit speziellen Namensfindungs-Techniken nach außergewöhnlichen Ideen.
Woher weißt du, ob ein Name perfekt passt?
✅ Zuallererst musst du dich mit dem Firmennamen wohl fühlen. Und dein möglicher Unternehmensname sollte dir leicht über die Lippen gehen – sowohl von Person zu Person als auch am Telefon.
✅ Ebenso wichtig ist es, dass sich die anvisierte Zielgruppe von dem (potenziellen) Firmennamen angesprochen fühlt. Das hängt natürlich stark davon ab, ob man im B2B-Umfeld unterwegs ist oder Konsumenten als Kunden hat (B2C).
✅ Du musst bei deinem Unternehmensnamen keineswegs konservativ rüberkommen. Im Gegenteil: Vielleicht fällst du gerade in einer klassisch agierenden Branche mit einem etwas originelleren Namen auf und lässt die Mitbewerber so alt aussehen.
Unternehmensname: Was gibt es bei der Wahl zu beachten?
Wenn du dich entscheidest, nicht einfach deinen eigenen Vor- und Nachnamen als Firmennamen einzusetzen, kannst du häufig Vorteile in der Außenwirkung und Kommunikation nutzen. Allerdings musst du sorgfältiger prüfen, ob du nicht irgendwelche bestehende Namensrechte verletzt.
👉 Im Falle von Jenny Schmidt wären zum Beispiel Joogle oder JAP Consulting keine guten Ideen, da in beiden Beispielen ältere Namensrechte von anderen Unternehmen verletzt werden würden.
👉 Um also auf Nummer sicher zu gehen, führst du zunächst eine simple Internetrecherche durch. Dabei prüfst du deine Namensideen in verschiedenen Schreibweisen. Für „Schmidtwerk“ zum Beispiel auch „Schmidwerk“ oder „Schmidtwerke“. Auf diese Weise erhältst du bereits einen groben Überblick, ob es ähnliche Treffer gibt.
👉 Viele hören dann allerdings bei der Internetrecherche schon auf. Das reicht jedoch nicht aus! Als zweites bietet sich ein Domaincheck an. Auch hier kannst du den angedachten Firmennamen unterschiedlich geschrieben durchchecken.
👉 Prüfe dabei nicht nur ein oder zwei Domainendungen (beispielsweise .de oder .com), sondern gleich etwas umfangreicher. Je nach Tool lassen sich hier gleich sämtliche Internetadressen wie .shop, .berlin oder .app durchprüfen.
Führe eine Markenrecherche durch
Bist du bis jetzt immer noch nicht über ähnlich lautende Namen gestolpert, so geht es an die Markenprüfung. Hier kannst du in den öffentlichen Datenbanken der Markenämter oder mit Hilfe von Markencheck-Tools auf eigene Faust nach eingetragenen Marken suchen.
Solltest du hier nichts finden, heißt das noch lange nicht, dass du grünes Licht für deinen Unternehmensnamen hast! Denn es könnte ähnliche Marken geben, die verwechslungsfähig sind. Daher ist es sinnvoll, Fachbegriffe wie „Nizzaklassen“ und „Ähnlichkeitsrecherche“ zu kennen und sich vor der Entscheidung für einen Namen an einen Fachanwalt für Markenrecht zu wenden.
Denn: Markenrecht ist tricky. Also bitte nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Fazit
Wie auch immer du dein Business nennen wirst, gehe kreativ an die Sache und lote alle Möglichkeiten aus. Frage nicht zu viele Leute nach deren Geschmack. Denn: willst du einen neuartigen Namen sicher töten, dann ist das der beste Weg.
Prüfe deinen Namen gewissenhaft und hole dir fachkundigen Rat ein. Und entscheide dich nicht vorschnell. Dann stehen die Chancen gut, dass der Firmenname deinem Business kommunikative Flügel verleiht.
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Über den Autor:
Mark Leiblein ist Autor des Buches „Starke Namen“ und Inhaber der Naming-Agentur Namestorm. Er begleitet Unternehmen aller Größen bei der professionellen Namensentwicklung für Unternehmen, Marken und Produkte.
Eine klasse Idee! Setze sie am besten sofort um!
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Bilder: Freepik AI
