USA-Flagge (Bild: Freepik)

Warum eine Gründung in den USA für StartUps spannend sein kann – steuerlich und strategisch

US‑Firma statt deutscher GmbH? Eine Firmengründung in den USA kann sinnvoll sein und hat viele Vorteile. Aber es gibt auch einige (teure) Fallstricke.

Ein Unternehmen in den USA starten: (k)eine gute Idee

Die USA sind für viele Firmen das wichtigste Ziel außerhalb Europas: riesiger Binnenmarkt, technologieaffines Umfeld, starke Investorenlandschaft und eine hohe Akzeptanz für neue Geschäftsmodelle. Kein Wunder, dass sich immer mehr deutsche StartUps und alteingesessene Firmen fragen, ob sie neben oder statt einer deutschen Gesellschaft eine Firma in den USA gründen sollten.

Richtig strukturiert kann das steuerlich und strategisch interessant sein. Falsch umgesetzt wird es ganz schnell ganz teuer und ganz ganz unübersichtlich.​

Hinweis: Die in diesem Beitrag genannten Informationen stellen keine rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Falls du eine rechtliche oder steuerliche Beratung benötigst, dann wende dich bitte an einen qualifizierten Experten.

Zugang zum größten Markt der Welt

Eine US‑Gesellschaft (zum Beispiel „LLC“ oder „Inc.“) verschafft deinem StartUp einen direkten Zugang zum amerikanischen Markt, ohne dass du als „ausländischer Anbieter“ mit zusätzlichen Hürden auftreten musst. Viele US‑Kunden, Geschäftspartner und Investoren bevorzugen Verträge mit einer US‑Entität, weil sie das lokale Recht, die Gerichtsbarkeit und die gewohnten Standards kennen.​

Gerade für skalierbare Geschäftsmodelle, beispielsweise in den Bereichen Software, E‑Commerce, SaaS oder Tech, kann eine US‑Gesellschaft helfen, schneller Vertrauen aufzubauen und Umsatzpotenzial zu heben.​

Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten: Chancen und Fallstricke

US‑Gesellschaften bieten teils flexible steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten. Das sind unter anderem:

✅ Eine LLC kann in den USA in vielen Fällen wie eine Personengesellschaft („pass‑through“) oder wie eine Kapitalgesellschaft besteuert werden, was bei richtiger Strukturierung vorteilhaft ist.​

✅ Eine Corporation (C‑Corp) ist für Investoren häufig die bevorzugte Rechtsform, weil sie klare Beteiligungsstrukturen und bekannte steuerliche Rahmenbedingungen bietet.​

✅ Befreiung von Steuern, wenn der CEO bzw. die Shareholder keine US-Staatsbürger sind.

✅ Hohe Diskretion im Bezug auf die öffentliche Zugänglichkeit von Daten der CEOs bzw. der Shareholder.

✅ Ausnahme-Status beim internationalen Datenaustausch (FATCA) der Finanzämter und Banken.

Aber:

🛑 Für Gründer mit Wohnsitz in Deutschland kommt sofort das internationale Steuerrecht ins Spiel!

🛑 Das heißt: Doppelbesteuerungsabkommen, Zuordnung von Gewinnen zu einer US‑Betriebsstätte, mögliche Besteuerung in beiden Staaten oder „hybride“ Einordnungen einer LLC durch die deutsche Finanzverwaltung.

🛑  Das kann dazu führen, dass die Gesamtsteuerbelastung am Ende deutlich höher ausfällt als gedacht.

Haftung, Reputation und Investorenfähigkeit

✅ Ein weiterer Pluspunkt: US‑Rechtsformen wie LLC oder Corporation (Inc.) bieten eine klare Haftungsbegrenzung – ähnlich einer deutschen GmbH.

✅ Gleichzeitig wirkt eine US‑Corporation, insbesondere in Tech‑Branchen, für internationale Investoren oft vertrauter und „skalierbarer“, etwa wenn spätere Finanzierungsrunden oder Exits in den USA geplant sind.​

🛑 Wer jedoch nur „auf dem Papier“ eine US‑Gesellschaft gründet, aber operativ fast ausschließlich aus Deutschland agiert, riskiert, dass deutsche Behörden die tatsächliche Geschäftsleitung in Deutschland sehen und die Gesellschaft steuerlich Deutschland zuordnen.

🛑 Genau hier entstehen teure Doppelstrukturen, unnötige Kosten und im schlimmsten Fall steuerliche Konflikte.​

Ohne professionelle Vorgehensweise kann aus einem vermeintlichen Steuervorteil schnell ein Steuerproblem werden! Daher solltest du dich rechtzeitig an einen Steuerberater, Gründungsexperten oder Rechtsanwalt wenden, um genau solche Probleme zu vermeiden.

Tipp: Du suchst gerade einen guten Rechtsanwalt oder Steuerberater? Das StartUpWissen-Team kann dir einen passenden Experten vermitteln. Wende dich einfach und ganz unverbindlich an uns!

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Was du unbedingt klären musst

So spannend der US‑Markt und die steuerlichen Optionen sind: Eine USA‑Gründung (sowie jedes Projekt im Ausland) ist keine Kleinigkeit. Du musst daher unter anderem diese Fragen beantworten:

❓ Wie wird die US‑Gesellschaft in Deutschland eingeordnet und besteuert?​

❓ Wo liegt die tatsächliche Geschäftsleitung – in Deutschland oder in den USA?​

❓ Wie lassen sich US‑Steuern, deutsche Steuern und das Doppelbesteuerungsabkommen so nutzen, dass keine Steuerfallen entstehen?​

❓ Welche Rechtsform passt wirklich zu deinem Geschäftsmodell und deinem Exit‑Plan?​

Diese Fragen lassen sich nicht mit „Standardlösungen“ oder pauschalen Kurzerklärungen von Influencern auf Tik-Tok oder Instagram beantworten. Schon kleine Fehler beim Set-Up können später zu immensen Problemen, hohen Steuerberater- und Anwaltskosten und sogar Probleme mit den US-Strafverfolgungs- und Steuerbehörden führen.​

Fazit

Eine Firmengründung in den USA kann für deutsche StartUps und etablierte Unternehmen aufgrund des attraktiv sein. Allerdings bergen und die erhebliche Risiken, die ohne professionelle Beratung zu hohen Kosten und Konflikten führen können.

Eine US-Gründung lohnt sich daher nur bei , um die Chancen zu nutzen und teure Fallstricke zu vermeiden.

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