Kennst du die laufenden Kosten deines Kleingewerbes genau? Weißt du, wie du diese senken kannst? Wenn nicht, dann lies diesen Ratgeber!
Dein Kleingewerbe frisst heimlich dein Geld
Du hast dein Kleingewerbe gestartet, die ersten Aufträge kommen rein, und alles läuft. Doch plötzlich ist das Konto leerer als gedacht. Wo ist das Geld geblieben? Die Antwort liegt oft in den laufenden Kosten.
Sie schleichen sich ein, summieren sich und können dein Business schneller killen als ein schlechter Deal. Was hilft dagegen? Wissen. Und die Zeit, sich mit den Geldströmen genau auseinander zu setzen.
Was zählt (nicht) zu den laufenden Kosten im Kleingewerbe?
Laufende Kosten sind wiederkehrend und notwendig, um dein Business am Laufen zu halten. Sie fallen in der Regel monatlich, quartalsweise oder jährlich an. Typische Beispiele sind:
➡ Mietkosten für Büro, Lager oder Werkstatt
➡ Nebenkosten wie Strom, Wasser & Heizung
➡ Versicherungen wie Betriebshaftpflicht & Rechtsschutz
➡ Telefon-, Handy- & Internetverträge
➡ Büromaterial wie Druckerpapier, Stifte & Ordner
➡ Software-Abos wie Buchhaltungstools & Cloud-Speicher
➡ Marketingkosten für Google Ads, Flyer & Co.
➡ Steuerberaterkosten, Reinigungskosten & Bankgebühren
➡ Fortbildungskosten für Seminare, Online-Kurse & Fachbücher)
Nicht zu den laufenden Kosten zählen:
🔻 Einmalige Investitionen wie der Kauf von Maschinen, Möbeln oder IT-Ausstattung
🔻 Rohmaterialien oder Waren, die du für deine Produkte oder Dienstleistungen benötigst
🔻 Kosten für die Gründung (Notarkosten, Gewerbeanmeldung, Genehmigungen)
🔻 Reparaturen oder Wartungen, die nicht regelmäßig anfallen
So hältst du deine laufende Kosten als Kleingewerbe im Griff
Am Anfang geht es darum, so wenig Fixkosten wie möglich zu haben. Jeder Euro, den du sparst, kann in dein Wachstum fließen. Hier sind konkrete Tipps, wie du bei den laufenden Kosten sparst – ohne dass dein Business darunter leidet.
Büromiete
Ein eigenes Büro klingt erstmal professionell. Aber brauchst du es wirklich? Viele Kleingewerbetreibende starten von zu Hause aus – und das ist auch völlig in Ordnung. Wenn du Kunden empfangen musst, kannst du Co-Working-Spaces und Alternativen nutzen. Die sind oft günstiger als eine eigene Miete und bieten zudem die Möglichkeit, Netzwerkkontakte zu knüpfen.
Bürokosten
Büromöbel, Drucker, Kopierer … all das musst du nicht besitzen. Es gibt Anbieter, die Möbel und Geräte vermieten. So sparst du dir die hohen Anschaffungskosten und kannst flexibel bleiben.
Telefon
Ein edles Business-Smartphone mit 24-monatiger Abolaufzeit mit unzähligen Optionen von der Telekom oder Vodafone? Brauchst du nicht! Prepaid Tarife ohne Vertrag von EDEKA smart und anderen Anbietern sind oft günstiger und bieten genug Datenvolumen für den Anfang.
Internetanschluss
Auch beim Internetzugang kannst du sparen. Vergleiche die Tarife und wechsle zu einem günstigeren Anbieter, wenn dein Vertrag ausläuft. Und überlege dir: Brauchst du überhaupt noch einen Telefon- und Internetanschluss? Reicht ein Smartphone mit Hotspot vielleicht aus?
Software
Buchhaltungssoftware, Grafikprogramme, Projektmanagement-Tools, KI-Anwendungen – es gibt für fast alles kostenlose Angebote. Verwende diese. Aber achte immer auf den Datenschutz, der bei Free-Versionen oft leider nicht gegeben ist.
Marketing
Google Ads, Flyer, Broschüren, Sponsoring … Werbung kann schnell teuer werden. Setze stattdessen auf organisches Content Marketing: Erstelle hochwertige Inhalte auf deiner Website oder deinem Blog, nutze Social Media, baue eine E-Mail-Liste auf und sei in lokalen Business-Gruppen oder Onlineforen aktiv.
Fahrtkosten
Ein Firmenwagen klingt verlockend. Aber die laufenden Kosten (Versicherung, Sprit, Wartung, Steuern) sind enorm. Nutze stattdessen dein Privatauto und schreibe die Fahrtkosten als Betriebsausgaben ab. Oder noch besser: Fahrrad, ÖPNV oder Carsharing nutzen, wenn möglich.
Versicherungen
Als Kleingewerbetreibender brauchst du nicht jede Versicherung unter der Sonne. Die Betriebshaftpflicht ist oft Pflicht – je nach Branche. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann sinnvoll sein, wenn du auf deine Arbeitskraft angewiesen bist. Aber verzichte auf unnötige Zusatzversicherungen, die dir im Schadensfall eh nichts bringen.
Energie
Strom, Wasser, Heizung … diese Kosten fallen oft unter den Tisch. Wechsle zu einem günstigeren Anbieter und achte auf Energiesparmaßnahmen, die den Geldbeutel schonen. Nutze zum Beispiel LED-Lampen statt Glühbirnen, schalte Geräte komplett aus (statt sie im Standby-Modus zu lassen) und heize nur die Räume, die du auch nutzt.
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So behältst du deine laufenden Kleingewerbe-Kosten im Blick
Du kannst nur sparen, was du kennst. Erfasse also alle deine laufenden Betriebskosten – und zwar regelmäßig. Am besten legst du eine Excel-Tabelle an. Alternativ kannst du auch eine einfache Buchhaltungssoftware wie Lexoffice, SevDesk oder Wave nutzen.
Der erste Schritt: Ausgaben auflisten
1️⃣ Liste alle laufenden Kosten auf
2️⃣ Kategorisiere die Kosten
3️⃣ Addiere die Kosten
Beispiel: Monatsübersicht laufende Kosten
| Kategorie | Betrag (€) |
|---|---|
| Büromiete | 300 |
| Strom | 50 |
| Internet | 30 |
| Handy | 15 |
| Versicherungen | 80 |
| Büromaterial | 20 |
| Software-Abos | 40 |
| Marketing | 100 |
| Fahrtkosten | 120 |
| Gesamt | 755 |
Der zweite Schritt: Ausgaben analysieren
Jetzt geht es darum, Schwachstellen zu identifizieren. Wo gibst du zu viel aus? Gibt es Kosten, die du reduzieren oder ganz streichen kannst?
Frage dich:
❓ Brauche ich wirklich alle Software-Abos?
❓ Kann ich bei der Miete sparen, beispielsweise durch Umzug in ein günstigeres Büro?
❓ Gibt es günstigere Anbieter für Strom, Internet oder Versicherungen?
❓ Kann ich Marketingkosten reduzieren, ohne dass mein Umsatz einbricht?
Der dritte Schritt: Budget planen
Jetzt, wo du weißt, wo dein Geld hinfließt, kannst du ein Budget aufstellen. Lege fest, wie viel du pro Monat für jede Kategorie ausgeben willst. So vermeidest du, dass die Kosten aus dem Ruder laufen.
Beispiel-Budget:
| Kategorie | Budget (€) |
|---|---|
| Büromiete | 300 |
| Strom | 50 |
| Internet | 30 |
| Handy | 15 |
| Versicherungen | 80 |
| Büromaterial | 20 |
| Software-Abos | 30 |
| Marketing | 80 |
| Fahrtkosten | 100 |
| Gesamt | 705 |
Der vierte Schritt: Kosten regelmäßig überprüfen
Einmal im Quartal solltest du deine tatsächlichen Ausgaben mit deinem Budget vergleichen. So siehst du sofort, ob du im Plan liegst oder ob du an irgendwo zu viel ausgibst.
Tipp: Nutze eine App oder Software, die dir automatisch eine Übersicht deiner Ausgaben liefert. So sparst du Zeit und behältst den Überblick.
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FAQ zum Thema „Kleingewerbe und laufende Kosten“
Du hast noch offene Punkte? Hier kommen die Antworten auf die häufigsten Fragen.
❓ Kleingewerbe vs. normales Gewerbe: Was sind die Unterschiede?
Im Kleingewerbe musst du keine doppelte Buchführung machen. Das spart dir Zeit und oft auch die Kosten für einen Steuerberater. Stattdessen reicht die Einnahmen-Überschuss-Rechnung für Kleinunternehmer aus.
❓ Was ist der Nachteil der vereinfachten Buchführung?
Du verlierst schneller den Überblick über deine laufenden Kosten, weil du nicht jeden Beleg verbuchen musst. Als Kleingewerbetreibender bist du in Sachen Finanzen auf dich allein gestellt. Große Unternehmen haben oft ganze Abteilungen für die Kostenkontrolle.
❓ Kann ich die Umsatzsteuer auf meine laufenden Kosten abziehen?
Nimmst du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch, darfst du keine Umsatzsteuer auf deine Rechnungen ausweisen – und kannst daher auch keine Vorsteuer abziehen. Das bedeutet, die Umsatzsteuer auf deine laufenden Kosten bekommst du nicht zurück.
❓ Wie unterscheide ich, ob eine Ausgabe eine laufende Kosten oder eine Investition ist?
Laufende Kosten sind wiederkehrend (Beispiel: monatliche Miete), während Investitionen einmalig sind (Beispiel: Kauf eines Laptops). Auch Rohmaterialien, die direkt in deine Produkte fließen, sind keine laufenden Kosten.
❓ Wie oft sollte ich meine laufenden Kosten überprüfen?
Idealerweise monatlich. So behältst du den Überblick und kannst schnell reagieren, wenn Kosten aus dem Ruder laufen. Ein quartalsweiser Check reicht aus, wenn deine Ausgaben recht stabil sind.
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❓ Was sind die größten Kostenfallen für Kleingewerbetreibende?
Das sind oft nicht notwendige Fixkosten wie teure Büroausstattung, überteuerte Handy- oder Internetverträge, ungenutzte Software-Abos oder zu hohe Marketingausgaben ohne messbaren Return.
❓ Wie kann ich bei den Versicherungen sparen?
Vergleiche regelmäßig die Tarife verschiedener Anbieter und wechsle, wenn du günstigere Konditionen findest. Achte darauf, dass du nur die notwendigsten Versicherungen abschließt, denn nicht jede Zusatzpolice ist sinnvoll.
❓ Sollte ich als Kleingewerbetreibender einen Steuerberater engagieren?
Das kommt auf deine Situation an. Wenn deine Buchhaltung einfach ausfällt, kannst du sie selbst machen. Bei komplexeren Fällen lohnt sich ein Steuerberater, um Fehler zu vermeiden und Steuern zu sparen.
❓ Wie kann ich meine Fahrtkosten als Kleingewerbetreibender absetzen?
Du kannst die tatsächlichen Kosten (Sprit, Reparaturen, Versicherung) absetzen oder die Fahrtkostenpauschale mit Kilometerabrechnung einsetzen. Wichtig: Führe ein Fahrtenbuch oder dokumentiere deine Fahrten genau.
Fazit
Hohe laufende Kosten können dein Kleingewerbe schnell unter Druck setzen und deine Gewinne auffressen. Aber wenn du alle Ein- und Ausgaben erfasst, analysierst und clever optimierst, kannst du viel Geld sparen.
Fang am besten gleich an! Erstelle eine Übersicht deiner laufenden Kosten, identifiziere Sparpotenziale und setze ein Budget durch. So behältst du den Überblick und kannst dich auf das konzentrieren, was wirklich zählt: dein Business voranzubringen.
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Bilder: Freepik/Magnific

