Rohstoffe, Büromaterial, Betriebsmittel: Ständig muss etwas für dein Unternehmen gekauft werden. Welche Bestellmenge ist die richtige? Wir zeigen dir, wie du diese ermittelst.
Was ist die optimale Bestellmenge?
„Was spare ich bei 50 Gläsern Senf?“ Kennst du die Einkaufsszene aus Loriots „Papa ante Portas“? Ein frischgebackener Rentner versucht hier die Einkaufsprinzipien aus dem Geschäfts- auf das Privatleben zu übertragen.
Falls du die Szene nicht kennst – hier kannst du sie anschauen:
Im Film komisch absurd, im Geschäftsalltag eine wichtiger Vorgang. Denn: Rabatte klingen gut, doch dafür haben sie einen anderen Preis. Einen, den du überschlagen oder am besten genau berechnen solltest.
Was ist die Herausforderung bei der Bestellmenge?
Beschäftigst du dich mit dem Thema „Bestellmenge“, merkst du sofort, wo das Problem liegt.
👉 Große Bestellmengen senken die Kosten pro Bestellung
👉 Große Bestellmengen erhöhen Lagerkosten und binden Kapital
👉 Kleine Bestellmengen (= häufige Bestellungen) entlasten deine Lagerkosten
👉 Häufige Bestellungen treiben die Prozess- und Verwaltungskosten nach oben
Ein Dilemma? Nur auf den ersten Blick. Die optimale Bestellmenge lässt sich nämlich berechnen.
So berechnest du die optimale Bestellmenge
Schauen wir uns diese Formel für die optimale Bestellmenge – auch Andler-Formel genannt – näher an. Um die optimale Bestellmenge zu berechnen, benötigst du vier Werte:
☑️ Jahresbedarf eines Artikels
☑️ Fixe Bestellkosten pro Auftrag
☑️ Produktwert pro Stück
☑️ Lagerhaltungskosten in Prozent (Lagerkostensatz)
Mithilfe dieser Werte wendet du die Andler-Formel an. Hierzu bildest du mathematisch zwei Produkte.
Produkt 1 = 200 * Jahresbedarf * Bestellkosten pro Auftrag
Produkt 2 = Produktwert pro Stück * Lagerkosten in Prozent
Du setzt Produkt 1 zu Produkt 2 ins Verhältnis und ziehst aus diesem Wert die Wurzel. Mathematisch berechnest du damit die optimale Bestellmenge „q“:
Die Logik dahinter überzeugt schnell:
👉 Steigen die Bestellkosten oder der Jahresbedarf, wächst die optimale Bestellmenge
👉 Höhere Produktwerte oder ein höherer Lagerkostensatz drücken sie nach unten
Hast du die optimale Bestellmenge mit der Andlerschen Formel ermittelt, findest du den besten Kompromiss zwischen häufigen, kleinen Bestellungen mit hohen Bestellkosten auf der einen, sowie seltenen, großen Bestellungen mit hohen Lagerkosten auf der anderen Seite.
Wo lohnt sich die optimale Bestellmenge besonders?
Die Methode passt ideal zu standardisierten Artikeln mit regelmäßigem Verbrauch. Typische Einsatzbereiche sind :
🗂️ Verpackungsmaterial wie Kartons oder Füllstoffe
🗂️ Handelswaren im E-Commerce
🗂️ Roh- und Hilfsstoffe in der Produktion
🗂️ Verbrauchsmaterial im Büro oder Betrieb
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Excel-Vorlage für die optimale Bestellmenge
Viele Warenwirtschaftssysteme ermitteln die optimale Bestellmenge nach der Andler-Formel, auch bekannt als EOQ-Formel (Economic Order Quantity). Du kannst sie aber auch selbst bestimmen, zum Beispiel mit einer einfachen, selbst erstellten Tabelle oder einem fertigen Excel-Muster für die Bestellmengen-Berechnung.
Eine solche Vorlage haben wir für dich erstellt. Sie ist übersichtlich gestaltet, lässt sich einfach bedienen und du darfst sie kostenlos verwenden.
Fazit
Ist es besser, selten große Mengen zu ordern oder öfter kleine Mengen? Die optimale Bestellmenge löst diesen Konflikt. Sie zeigt dir den exakten Punkt, an dem deine Gesamtkosten ihr Minimum erreichen.
Die optimale Bestellmenge bringt somit Lager- und Bestellkosten ins Gleichgewicht. Das bedeutet, dass du unnötig gebundenes Kapital vermeidest, deine Liquidität schonst und unnötige Bestellvorgänge reduzierst. Die klassische Losgrößen-Formel, die Andler-Formel, berechnet genau diese Menge.
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Bild: Freepik

