Mehr Bürokratie, neue Steuerregeln, mehr Hindernisse: 2026 wird für alle Unternehmer eine große Herausforderung. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Änderungen.
Wenn das neue Jahr dein Business plötzlich umbaut
E-Rechnung. Entgelttransparenz. CSRD. GoBD-Update. EU AI Act. CBAM. Kennst du dich mit diesen Fachbegriffen aus? Weißt du, was sich dahinter verbirgt? Hast du schon alles dafür vorbereitet? Oder bist du eher ahnungslos?
2026 bringt einige Neuerungen mit sich, die Freelancer, StartUps und große Firmen gleichermaßen unbedingt kennen müssen. Dieser Ratgeber verschafft dir einen klaren Überblick über die wichtigsten Änderungen von Regularien, Vorschriften und Gesetzen im neuen Jahr.
Löhne und Co.
Untergrenzen verschieben sich
Der gesetzliche Mindestlohn steigt 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde. Und die Minijob-Grenze erhöht sich auf 603 Euro im Monat. Für dich bedeutet das: Du musst deine Personalkostenplanung anpassen.
Azubis erhalten auch mehr
Die monatliche Mindestausbildungsvergütung für neu abgeschlossene Verträge liegt nun im ersten Lehrjahr bei 724 Euro, im zweiten bei 854 Euro, im dritten bei 977 Euro und im vierten bei 1.014 Euro.
Mehr Offenheit bei Gehältern
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie kommt. Das heißt, künftig musst du in Stellenausschreibungen oder spätestens vor dem Bewerbungsgespräch eine Gehaltsspanne für die ausgeschriebene Position nennen. Deine Mitarbeiter erhalten zudem das Recht, Informationen über die durchschnittlichen Gehälter vergleichbarer Positionen zu erfragen.
Steuern & Co.
Umsatzsteuer in der Gastronomie
Für Gastronomen steht eine dauerhafte Entlastung im Raum: Der Umsatzsteuersatz für Speisen im Restaurantbetrieb soll langfristig bei 7 Prozent liegen. Für Getränke bleibt es beim regulären Satz von 19 Prozent. Richte also deine Kasse, deine Preisschilder und deine Kalkulation auf diese Anpassungen aus!
Pendlerpauschale steigt
Die Entfernungspauschale erhöht sich auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer. Das betrifft dich immer dann, wenn du Fahrten zwischen Wohnung und fester Betriebsstätte steuerlich geltend machst. Besonders bei regelmäßigen Pendelstrecken summiert sich das über das Jahr zu einem relevanten Betrag.
Höherer Grundfreibetrag
Der steuerliche Grundfreibetrag steigt auf 12.348 Euro. Gewinne bis zu dieser Grenze bleiben für Einzelunternehmer und viele Selbstständige steuerfrei. Das verändert deine Steuervorauszahlungen und erhöht deinen verfügbaren Nettogewinn.
Sozialabgaben & Co.
Höhere Beitragsbemessungsgrenzen
Die Obergrenzen für Sozialversicherungsbeiträge steigen: In der gesetzlichen Krankenversicherung liegt die neue Grenze bei 69.750 Euro Jahreseinkommen, in der gesetzlichen Rentenversicherung (West) bei 101.400 Euro. Bist du freiwillig gesetzlich versichert, zahlst du auf Basis der neuen Grenzen mehr Beiträge, sobald dein Einkommen entsprechend hoch liegt.
Krankenkassenbeiträge steigen
Nicht nur die neuen Obergrenzen sorgen für höhere Ausgaben – auch die steigenden Beiträge für Krankenkassen. Zahlreiche Versicherer heben ihre Sätze an, worunter Arbeitgeber und Solo-Selbstständige leiden. Plane das unbedingt in deiner Finanzplanung für 2026 unbedingt mit ein.
Aktivrente – aber nicht für alle
Für Rentner, die freiwillig weiterarbeiten, ist eine steuerfreie Zusatzverdienstmöglichkeit von bis zu 2.000 Euro pro Monat geplant. Der Haken: Von diesem Privileg profitieren nur angestellte Rentner. Selbstständige Rentner müssen ihre Gewinne weiterhin vom ersten Euro an versteuern und zahlen wie bisher Sozialabgaben.
Buchhaltung & Co.
E-Rechnung wird Pflicht
Ab 2026 schreibt der Gesetzgeber die E-Rechnung im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen endgültig vor. Word-Rechnungen oder reine PDF-Rechnungen per E-Mail gelten dann nicht mehr als ordnungsgemäße Dokumente. Papierrechnungen sind nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung des Empfängers zulässig.
Update der GoBD
Gemäß den überarbeiteten Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern (kurz: GoBD) müssen E-Rechnungen revisionssicher archiviert werden, beispielsweise über eine moderne Buchhaltungssoftware.
“Live”-Übertragung der Daten
Unternehmen müssen umsatzsteuerrelevante Daten digital und in Echtzeit an das Finanzamt melden – ähnlich dem „Echtzeit-Meldesystem“ in anderen EU-Ländern. Die genauen technischen Details und Fristen werden 2026 noch vom Bundesministerium der Finanzen finalisiert
E-Commerce, KI & Co.
Der Widerrufsbutton kommt
Spätestens ab dem 19. Juni 2026 musst du einen leicht erkennbaren und gut erreichbaren Button in deinem Onlineshop platzieren, über den deine Kunden einen Vertrag online widerrufen können. Es dürfen also keine versteckten Formulare oder verschachtelten Unterseiten verwendet werden. Denn: Der Widerruf muss genauso einfach sein wie der Kauf.
Strengere Produkthaftung
Die ab Dezember 2026 geltende neue EU-Produkthaftungsrichtlinie erweitert den Produktbegriff deutlich. Sie umfasst explizit auch Software und KI-Systeme. Das heißt: Wenn du digitale Produkte entwickelst oder vertreibst, musst du deine Haftungsrisiken, deine Dokumentation und deine Qualitätssicherung neu prüfen.
Nächste Phase der KI-Verordnung
Der EU AI Act, auch bekannt als KI-Verordnung, wird strenger. Unter anderem treten erste Überwachungs- und Berichtspflichten für betroffene Unternehmen in Kraft. Und alle Firmen, deren Mitarbeitende ChatGPT und ähnliche Anwendungen nutzen, müssen diesen spezielle KI-Weiterbildungen anbieten.
Nachhaltigkeit & Co.
CSRD-Berichtspflicht und ESG-Druck
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) weitet ab 2026 den Kreis der berichtspflichtigen Unternehmen aus. Auch wenn dein Unternehmen selbst vielleicht noch nicht direkt betroffen ist: Banken und Investoren achten immer stärker auf ESG-Daten (Environmental, Social, and Governance).
Verbot von Greenwashing
Allgemeine Umweltversprechen ohne konkrete, überprüfbare Nachweise sind unzulässig und teuer. Ab 2026 musst du deine Marketing-Texte mit belastbaren Fakten, Zertifikaten oder nachvollziehbaren Berechnungen transparent gestalten. Ansonsten verstößt du gegen das Greenwashing-Verbot.
CBAM & EU-Verpackungsverordnung
Der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) läuft in den Vollbetrieb. Für Importe besonders emissionsintensiver Güter wie Stahl, Zement oder Aluminium werden CO₂-Zertifikate fällig. Gleichzeitig verschärft die neue EU-Verpackungsverordnung die Anforderungen an Recyclingfähigkeit und Materialeffizienz aller Verpackungen, die du in der EU in Umlauf bringst.
Fazit
Das Jahr 2026 wirkt im ersten Moment wie eine Welle aus neuen Pflichten, Paragrafen und Abkürzungen. Einige Neuerungen wie der höhere Grundfreibetrag oder die Pendlerpauschale entlasten dich finanziell, andere wie CSRD oder CBAM verlangen mehr Aufwand.
Daher gilt: Bereite dich jetzt vor, nutze die Chancen und vermeide Stress durch Last-Minute-Anpassungen. Wenn du proaktiv handelst, startest du gestärkt ins neue Jahr!
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