Investoren Due Diligence Checkliste (Bild: Magnific AI)

StartUp Due Diligence Checkliste: So überzeugst du Schritt für Schritt jeden Investor

Angst vor der Due Diligence? Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung bereitest du dein StartUp richtig auf die intensive Investorenprüfung vor.

Wenn Geldgeber dein StartUp durchleuchten

Seit vielen Monaten investierst du jede freie Minute und jeden Cent in dein StartUp. Schon oft hast du ans Aufhören gedacht. Trotzdem hast du durchgehalten. Immer und immer wieder, bei jeder Krise.

Plötzlich kriegst du die Chance, dass sich deine Anstrengungen gelohnt haben können: Ein großer, namhafter Venture Capital Fonds will in dein StartUp investieren. Doch vorher muss er dein Unternehmen prüfen. Nicht nur oberflächlich. Er will sinnbildlich jeden Stein umdrehen. Dafür möchte er Einblicke in jeden Vertrag, in jede Analyse, in jedes relevantes Dokument. Willkommen in der Due Diligence!

Bei der Due Diligence entscheidet sich oft, ob ein Deal platzt oder ob StartUps eine Finanzierungsrunde – und damit die Chance zum Weiterleben – bekommen. Es gibt daher viel zu tun und zu beachten. Unter anderem musst du dich mit Themen wie “Patentrecht”, “Virtueller Datenraum” oder “Technical Due Diligence” beschäftigen.

Doch keine Sorge! Mit der richtigen Vorbereitung und einer klaren StartUp Due Diligence Checkliste behältst du die Kontrolle.

Warum die Due Diligence dein größter Freund sein kann

Du denkst, die Due Diligence – also die sorgfältige Prüfung deines Unternehmens – ist nur ein lästiges Übel? Falsch gedacht. Sie ist deine Chance, Vertrauen aufzubauen und Schwachstellen zu identifizieren, bevor sie zum Problem werden. Denn Investoren haben viele Fragen. Zu Recht! Immerhin stecken sie eine beträchtliche Summe in dein StartUp.

Investoren wollen daher Sicherheit. Und sie möchten sehen, dass sich ihr Geld vermehren kann. Daher brauchen sie Antworten in Form von Fakten und Zahlen. Die lieferst du ihnen bei einem Due-Diligence-Prozess.

Zudem gibt dir die Due Diligence die Möglichkeit, dein junges Unternehmen aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Wo sind die Lücken in deiner Dokumentation? Wo hakt es in deinen Verträgen? Wo könntest du noch professioneller wirken? Wo gibt es Probleme beim Cash Flow?

Nutze also diese Phase, um dein Unternehmen zu optimieren. Für dich. Und für deine (potentiellen) Investoren.

...............

Anzeige:

...............

StartUp Due Diligence Checkliste: Die wichtigsten Punkte für Investoren

Eine Due Diligence kann sehr umfassend sein. Das hängt davon ab, wie genau die möglichen Geldgeber das Unternehmen durchleuchten wollen – und auch müssen. Gibt es Unstimmigkeiten oder viele offene Fragen, verzögert das den gesamten Prozess. Sei deshalb auf die folgenden Punkte vorbereitet:

Rechtliches

Investoren wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Sie wollen außerdem sehen, ob dein StartUp rechtlich wasserdicht ist.

👉 So bereitest du dich vor:
Deine Gründungsunterlagen müssen lückenlos sein. Das bedeutet: Aktuelle Satzung, Handelsregisterauszug, Gesellschafterverträge und alle Änderungen seit der Gründung. Besonders wichtig: die Kapitalisierungstabelle. Wer hält wie viele Anteile? Gibt es Vesting-Regelungen für Gründer oder Mitarbeiter? Überhaupt ist jeder Vertrag interessant: Mietverträge, Lieferantenverträge, Kundenverträge – alles muss vorhanden und nachvollziehbar sein. Suche alles zusammen.

Finanzen

Hier wird es meistens detailreich: Die Investoren zerpflücken bei deiner StartUp Due Diligence deine Finanzdaten bis auf die letzte Nachkommastelle. Ungereimtheiten fallen so irgendwann auf.

👉 So bereitest du dich vor:
Die Finanzdaten der letzten drei bis fünf Jahre müssen vorliegen. Dazu gehören beispielsweise Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Cashflow-Statements – inklusive der dazugehörigen Erläuterungen. Business Angels oder VC-Gesellschaften wollen auch deine Prognosen sehen. Ebenso offene Steuererklärungen, laufende Steuerverfahren oder unklare Verlustvorträge. Bitte also deinen Steuerberater, alle Daten zu liefern.

Geistiges Eigentum

Dein Produkt, deine Marke, deine Technologie – das ist es, was dein StartUp einzigartig macht. Genau das wollen Investoren bei einer Due Diligence prüfen.

👉 So bereitest du dich vor:
Alle Patente, Marken, Urheberrechte und Lizenzen müssen klar dokumentiert sein. Wer besitzt sie? Sind sie rechtlich geschützt? Gibt es laufende Streitigkeiten? Bei Tech-Startups können auch Quellcodes ein zentraler Prüfpunkt sein. Geldgeber wollen nämlich wissen, ob du wirklich die Rechte an deiner Software besitzt.

Mitarbeiter

Investoren investieren nicht nur in Ideen, sondern in Menschen. Also in einzelne Talente und eingespielte Teams. Die wollen sie alle kennenlernen.

👉 So bereitest du dich vor:
Alle Arbeitsverträge, Gehaltsabrechnungen und Bonusregelungen müssen vorliegen. Besonders kritisch: Verträge mit Schlüsselmitarbeitern. Und dann sind da noch die Sozialversicherungsbeiträge und Pensionsverpflichtungen. Hier schauen Investoren genau hin. Halte also alle Dokumente bereit.

Produkt & Markt

Hat dein Produkt wirklich Marktpotenzial? Kannst du es auch in großem Stil verkaufen? Wie groß ist der Markt und deine Chancen auf Erfolg?

👉 So bereitest du dich vor:
Dein Geschäftsmodell muss klar und nachvollziehbar sein. Wie verdienst du Geld? Wer sind deine Kunden? Wie hoch sind deine Margen? Wie siehst du dich im Wettbewerb? Wer sind deine größten Kunden? Wie schnell wächst der Markt? Es gibt jede Menge Fragen zu klären, am besten mit handfesten Fakten untermauert.

IT & Sicherheit

In einer digitalen Welt sind eine funktionierende Infrastruktur und IT-Sicherheit kein Nice-to-have, sondern ein Must-have. Investoren wissen das.

👉 So bereitest du dich vor:
Alle Software-Lizenzen und ihre Kosten müssen vorliegen. Ebenso eine Übersicht über die genutzte Hardware. Besonders kritisch: Cybersicherheit. Gibt es ein Sicherheitskonzept? Wie schützt du deine Systeme vor Hackerangriffen? Wie gut werden aktuelle IT-Regularien erfüllt? Kläre diese und weitere Punkte. Besonders, wenn du ein Digital-StartUp leitest.

Datenschutz

Du hast alle Dokumente zusammengetragen. Aber wie übergibst du sie sicher an die Investoren? Zum Beispiel über einen virtuellen Datenraum.

👉 So bereitest du dich vor:
Ein virtueller Datenraum ist eine sichere Online-Plattform, auf der du alle relevanten Dokumente für die Due Diligence hinterlegst. Investoren können dann kontrolliert darauf zugreifen, ohne dass sensible Daten in falsche Hände geraten. Dafür musst du einen passenden Anbieter auswählen und alle technischen Vorbereitungen erfüllen.

Steuerprüfung (Bild: Freepik)

FAQ zum Thema “StartUp Due Diligence”

Du hast noch offene Fragen? Du benötigst noch weitere Informationen? Diese “Frequently Asked Question”-Liste liefert dir weitere Fakten und Antworten.

❓ Was ist der erste Schritt bei einer Due Diligence?
Beginne mit einer Bestandsaufnahme aller relevanten Dokumente. Erstelle zudem eine StartUp Due Diligence Checkliste oder nutze unsere Vorlage (siehe unten). Prüfe, welche Unterlagen noch fehlen. Priorisiere dann die Lücken – besonders bei kritischen Bereichen wie Finanzen, Verträgen und geistigem Eigentum.

❓ Wie lange dauert eine Due Diligence?
Die Dauer hängt von der Komplexität deines StartUps ab. In der Regel dauert der Prozess zwei bis acht Wochen. Bei einfachen StartUps kann es schneller gehen, bei komplexen Strukturen auch länger. Plane daher genug Puffer ein.

❓ Was sind die häufigsten Dealbreaker?
Die größten Risiken sind unklare Eigentumsverhältnisse, versteckte Verbindlichkeiten, rechtliche Streitigkeiten und Lücken in der Dokumentation. Auch eine zu hohe Abhängigkeit von einzelnen Kunden oder Mitarbeitern kann Business Angels und VC-Gesellschaften abschrecken.

❓ Welche Dokumente sind für Investoren am wichtigsten?
Investoren legen besonderen Wert auf Finanzdaten, Verträge, Unterlagen zum geistigen Eigentum und HR-Dokumente. Auch Marktanalysen und Produktdokumentationen sind entscheidend.

❓ Muss man alle Dokumente auf einmal bereitstellen?
Nein. Du kannst die Dokumente schrittweise übermitteln. Beginne mit den wichtigsten Unterlagen und ergänze dann nach und nach. So behältst du die Kontrolle über den Prozess.

❓ Wie gehe ich mit sensiblen Daten um?
Nutze Tools und Plattformen wie einen virtuellen Datenraum, um sensible Dokumente sicher zu teilen. Setze strenge Zugriffsrechte und nutze Funktionen wie Wasserzeichen oder Download-Beschränkungen.

❓ Was passiert, wenn ich Dokumente nicht bereitstellen kann?
Transparenz ist das A und O. Wenn Dokumente fehlen, kommuniziere das offen. Erkläre, warum sie nicht verfügbar sind – und wann sie nachgereicht werden können. Verstecken hilft nicht, das schadet nur deinem Vertrauensverhältnis.

❓ Kann ein StartUp die Due Diligence selbst durchführen?
Theoretisch ja, praktisch nein. Die Due Diligence ist ein komplexer Prozess, der Fachwissen in Bereichen wie Recht, Finanzen und Steuern erfordert. Hol dir daher externe Experten ins Boot – sei es ein Anwalt, Steuerberater oder Due-Diligence-Berater.

Due Diligence bei StartUps: Checkliste

Du willst nichts vergessen? Dann nutze diese Übersicht mit den wichtigsten Stichpunkten, um im Due-Diligence-Prozess alles im Blick zu behalten:

Vorbereitung & Organisation

✅ Experten-Team aufstellen

✅ Genauen Zeitplan erstellen

✅ Ansprechpartner benennen

✅ Dokumentenbestand prüfen

Rechtliches & Corporate

✅ Gründungsunterlagen sammeln

✅ Kapitalisierungstabelle erstellen

✅ Alle Verträge zusammentragen

✅ Rechtsstreitigkeiten auflisten

Finanzunterlagen

✅ Jahresabschlüsse besorgen

✅ Investitionsplan offenlegen

✅ Finanzprognosen bereitstellen

✅ Steuerunterlagen komplettieren

Geistiges Eigentum

✅ Schutzrechte & IP-Rechte offenlegen

✅ Quellcode-Rechte klären

✅ Software- & Technologie-Lizenzen zeigen

✅ IP-Rechtsstreitigkeiten erläutern

Mitarbeiter & HR

✅ Arbeitsverträge zeigen

✅Alle  Sozialabgaben aufschlüsseln

✅ Gehaltsabrechnungen vorlegen

✅ Arbeitsrechtsstreitigkeiten offenlegen

Produkt & Markt

✅ Geschäftsmodell erläutern

✅ Marktanalyse präsentieren

✅ Produktdokumentationen zeigen

✅ Marketing- & Vertriebsstrategie präsentieren

IT & Sicherheit

✅ Software, Lizenzen & Kosten aufschlüsseln

✅ Hardware-& Infrastruktur-Inventar erstellen

✅ Sicherheitskonzept vorlegen

✅ IT-Compliance-Nachweise erbringen

Datenschutz & Datenübertragung

✅ DSGVO-konformen Anbieter wählen

✅ Transferplattform strukturieren

✅ Zugriffsrechte festlegen

✅ Q&A-Funktion oder Chat einrichten

Fazit

Wir möchten es nochmals sagen: Die Due Diligence ist kein Hindernis, sondern eine Chance. Eine Chance, dein StartUp von seiner besten Seite zu zeigen – und Investoren zu überzeugen. Wenn du deine StartUp Due Diligence Checkliste schrittweise erledigst, machst du den Prozess nicht nur einfacher, sondern auch erfolgreicher.

Denk dran: Investoren wollen keine Perfektion. Sie wollen Transparenz, Professionalität und ein Unternenmen, das seine Hausaufgaben gemacht hat. Also … zeige, was du draufhast!


Willst du die StartUpWissen-Tipps zugesendet bekommen? Abonniere den kostenlosen Newsletter!

✅ Erlesene Inhalte ✅ Top-Ratgeber für Unternehmer ✅ Gratis-Tipps


_____________________

Bilder: Freepik/Magnific

 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.