Patent anmelden Kosten (Bild: Shutterstock)

Patent-Kosten: Was kostet eine Patentanmeldung? Und welche versteckten Kosten gibt es?

Wie hoch fallen die Gebühren für ein deutsches, europäisches oder internationales Patent aus? Welche Kosten sind noch zu bedenken?

Patent beantragen: direkte Kosten und Zusatzkosten

Möchtest du ein Patent anmelden, kann das ziemlich kostspielig werden. Denn es gibt allerlei direkte Ausgaben – also Kosten, die du sofort bezahlen musst. Dazu gesellen sich noch Kostenblöcke, die du vielleicht nicht sofort auf dem Schirm hast.

Deshalb gilt: Möchtest du ein Patent anmelden, solltest du dir zuerst einen Überblick über die verschiedenen Ausgaben machen.

Patent anmelden: Welche Kosten kommen auf dich zu?

Wenn du in Deutschland ein Patent beantragst, hast du mindestens diese Gebühren zu begleichen:

    • Anmeldekosten
    • Prüfungsgebühren
    • Jahresgebühren

Das bedeutet im Detail:

    • Reichst du ein Patent beim DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt) ein, wird die erste Gebühr fällig. Gut zu wissen: Die elektronische Anmeldung (40 Euro, Stand: Dezember 2020) fällt günstiger als die postalische Einreichung (60 Euro) aus.
    • Ist deine Anmeldung eines Patentes würdig? Für die Überprüfung musst du die Prüfungsgebühr bezahlen:
      • Hast du vorher einen Rechercheantrag gestellt (300 Euro), kostet dich die Prüfung nur 150 Euro.
      • Meldest du dein Patent ohne Rechercheantrag ein, liegt die Prüfungsgebühr bei 350 Euro.
    • Für die Aufrechterhaltung deines Patentes musst du ab dem dritte Patentjahr eine sogenannte Jahresgebühr begleichen. Die jährlichen Kosten hierfür sind gestaffelt. Sie beginnen bei 70 Euro und steigen in den Folgejahren auf 130 Euro pro Jahr. Zahlst du deine Jahresgebühr zu spät, hast du einen Verspätungszuschlag von 50 Euro zu bezahlen.

Wichtig: Diese Übersicht haben wir vereinfacht dargestellt! Eine detaillierte Übersicht erhältst du im Kostenmerkblatt des DPMA.

Ein internationales Patent: die Kosten

Möchtest du, dass dein Patent auch außerhalb der Bundesrepublik gilt, kommen weitere Gebühren bei der Patentanmeldung auf dich zu.

Für ein europäisches Patent fallen Kosten beim EPO, dem European Patent Office, an. Die Anmeldung eines Patentes beim europäischen Patentamt ist deutlich teurer als beim DPMA, denn es gilt in mehreren Ländern.

Wie du im Gebührenverzeichnis des EPO sehen kannst, wirst du schnell mehrere Tausende Euro los. Die hohen Ausgaben bleiben für ein paar Jahre bestehen, da die jährlichen Patentgebühren gerade später ziemlich teuer werden. Beispielsweise musst du im siebten Jahr 1.210 Euro und im neunten Jahr sogar 1.450 Euro bezahlen.

Noch teurer ist ein weltweit geltendes Patent. Das musst du über das internationale Patentsystems, dem PCT, bei der World Intellectual Property Organization (WIPO) einreichen.

Die Kosten für ein internationales Patent gehen ebenfalls in die Abertausende. Zum einen musst du Gebühren für die Anmeldung und Überprüfung beim WIPO bezahlen. Zum anderen fallen Kosten für die Beantragung des Patents in den einzelnen Ländern an.

Weitere Kosten bei der Patentanmeldung

Möchtest du ein Patent einreichen, können zusätzliche Ausgaben auf dich zukommen. Zum Beispiel:

    • Patentanwalt
      Möchtest du in Deutschland ein Patent einreichen, kannst du das theoretisch alleine machen. Allerdings musst du dich dafür tief in den Papierdschungel einarbeiten. Leichter geht es, wenn du einen Patentanwalt hinzu ziehst. Für ein europäisches oder internationales Patent geht es kaum ohne fachkundigen Anwalt.
    • Sonstiges
      Eventuell benötigst du einen Grafiker bzw. Zeichner, der deine Patentidee richtig darstellt. Oder einen fachkundigen Texter, der dein Patent korrekt in Deutsch beschreibt. Auch dafür fallen Kosten an.

Wie meldet man ein Patent richtig an?

Wozu benötigst du ein Patent? Geht es auch ohne? Oder reicht ein Gebrauchsmusterschutz aus? Infos dazu gibt dir unser Ratgeber “Patentanmeldung: Das muss man darüber wissen”.

Entscheidest du dich dafür zuerst in Deutschland ein Patent anzumelden, dann musst einen streng vorgegebenen, bürokratischen Weg gehen. Wie der aussieht, erklärt dir unser Beitrag “Wie meldet man ein Patent an?” inklusive einem übersichtlichen Schaubild.

Fazit: Die Patent-Kosten darfst du nicht unterschätzen!

Ein Patent einzureichen und dieses für mehrere genehmigt zu bekommen, kann ganz schön teuer sein! Gerade für StartUps und kleine Unternehmen sind das Kosten, die sie sich kaum leisten können.

Doch es gibt Hilfe – von WIPANO. WIPANO (Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen) ist ein Förderprogramm der Bundesregierung, um kleinen und mittelständischen Unternehmen unter die Arme zu greifen.

Alles in allem zusammengefasst bedeutet das: Mach dich schlau, welche Anforderungen und Kosten bei einer Patentanmeldung auf dich zukommen! Und überlege dir genau, ob du diesen Schritt gehen möchtest.

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