Investor - Prüfung (Bild: Freepik/Magnific)

Kritische IT- & System-Prüfungen: Was bei der technischen Due Diligence wirklich wichtig ist

Eine positive technische Due Diligence kann dafür sorgen, dass ein Investor in dein StartUp investiert. Das gilt besonders, wenn es sich um ein Tech-Unternehmen handelt.

Der Moment, der über alles entscheidet.

Die Unternehmenspräsentation war perfekt. Die Zahlen stimmen. Die Business Angels nicken zustimmend. Alles ist gut. Bis einer plötzlich fragt: “Und wie sieht es mit der Server-Infrastruktur aus? Hält die eigentlich, wenn die Nutzerzahlen explodieren?”

Stille. Nun geht es nicht mehr um Visionen, sondern um Technik-Expertise und harte Fakten. Es naht der Punkt der technischen Due Diligence. Hier wollen die potentiellen Investoren unter die Motorhaube deines StartUps blicken.

Sie wollen wissen: Funktioniert die Technik heute, morgen und übermorgen? Sind die Daten sicher? Die Antworten entscheiden darüber, ob dein Deal platzt oder ob du mit einem selbstbewussten “Alles im grünen Bereich ” die nächste Finanzierungsrunde meistern kannst.

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Warum die technische Due Diligence so wichtig ist

✅ Die technische Due Diligence (TDD) ist Teil der Due Diligence. Bei der Due Diligence handelt es sich um eine gründliche Analyse eines Unternehmens. Sie kommt unter anderem bei hohen Investments zum Einsatz.

✅ Die “allgemeine” Due Diligence beleuchtet unter anderem die Finanzkennzahlen und Verträge. Bei der TDD steht im Speziellen eine zentrale Frage im Mittelpunkt: Wie zuverlässig ist die vorhandene Technik?

✅ Das ist verständlich: Banken, Business Angels, VC-Gesellschaften und andere Investoren wollen keine bösen Überraschungen erleben. Sie müssen sicher sein, dass ihr Geld gut angelegt wird.

✅ Die TDD ist für beide Seiten von Vorteil. Investoren vermeiden so Fehlinvestitionen in technisch überforderte StartUps. Gründer wiederum erkennen frühzeitig die Schwachstellen und können diese beheben, bevor sie zum Dealbreaker werden.

Was wird bei der TDD genau geprüft?

Die technische Due Diligence Prüfung ist kein Standard-Check, sondern eine maßgeschneiderte Analyse. Typischerweise werden jedoch folgende Bereiche unter die Lupe genommen:

IT-Infrastruktur und Serverkapazitäten

Hier geht es um die Basis: Hält die Hardware mit? Werden die Server den Anforderungen gerecht? Ist die Rechenpower für die geplante Skalierung ausreichend? Läuft alles auf einer Public Cloud oder Private Cloud?

Software-Architektur und Code-Qualität

Bei einer technischen Due Diligence geht es nicht nur um die Hardware. Auch die Software wird unter die Lupe genommen. Können die selbst entwickelten Anwendungen mitwachsen, ohne neu geschrieben werden zu müssen? Ist der Code sauber dokumentiert? Gibt es Lücken, die Hacker ausnutzen könnten? Werden Daten verschlüsselt? Solche Fragen sind zu klären.

Datenmanagement und Compliance

Fragen in diesem Bereich lauten: Wie werden Kundendaten gespeichert und verarbeitet? Werden DSGVO, ISO 27001 oder branchenspezifische Standards (zum Beispiel DORA, B3S oder TISAX) eingehalten? Wie gut wurde die Infrastruktur gehärtet? Sind Systeme zur Angriffserkennung vorhanden? Gibt es ein Backup- und Disaster-Recovery-Konzept?

Team und Prozesse

Verfügt das Entwicklungsteam über das nötige Know-how? Werden agile Methoden effektiv genutzt? Wie sieht die Release-Pipeline aus? Ist bereits ein überzeugendes, stabiles MVP (Minimum Viable Product) oder ein PoC (Proof of Concept) vorhanden? Darauf müssen du und deine IT- und Development-Experten sofort die passenden Antworten liefern.

Technische Due Diligence: ein Beispiel

Ein junges Fintech-StartUp bietet eine Trading-Plattform an, die Tausende Transaktionen pro Sekunde in Echtzeit abwickeln muss. Bei der technischen Due Diligence Prüfung stellte sich jedoch heraus, dass die aktuelle Server-Infrastruktur nur für 5.000 gleichzeitige Nutzer ausgelegt ist. Der Businessplan sieht jedoch bald 50.000 User vor.

Aktuell werden die Daten noch auf verschiedenen Servern im Keller verwaltet. Das ist nicht zukunftsfähig und reicht nicht aus. Daher fordern die Investoren den Umstieg auf eine deutlich besser skalierbares Cloud-Lösung. Dieses muss mit hohen Zugriffszahlen und spontanen Lastspitzen zurechtkommen.

So läuft die technische Due Diligence ab

Die TDD kann in jedem Unternehmen unterschiedlich ablaufen. Trotz dieser Unterschiede gibt es in der Regel die folgenden Phasen:

Vorbereitung und Zieldefinition

Die Investoren legen die wichtigsten Eckpunkte fest: Was soll geprüft werden? Geht es um die gesamte IT-Infrastruktur oder nur um bestimmte Bereiche? Welche externen IT-Berater sollen unterstützen und die Systeme unter die Lupe nehmen?

Informationssammlung

Nun muss dein StartUp handeln. In dieser Phase erhalten der Investor und seine Dienstleister Zugang zu technischen Dokumentationen, Code-Repositories, Server- und Cloud-Konfigurationen sowie Sicherheitsprotokollen.

Analyse und Bewertung

Jetzt wird geprüft: Reicht die Rechenpower für die geplanten Nutzerzahlen? Kann die Infrastruktur mitwachsen? Gibt es Schwachstellen? Sind die IT-Ausgaben im Verhältnis zum Umsatz angemessen?

Risikobewertung und Empfehlungen

Am Ende der Technical Due Diligence wird ein Report mit Stärken, Schwächen, Risiken und Handlungsempfehlungen – also eine SWOT-Analyse – erstellt.

SWOT Analyse (Bild: Freepik / Magnific)

Fazit

Die technische Due Diligence ist kein Hindernis zu den Investoren-Geldern, sondern deine Chance, die Interessenten voll und ganz zu überzeugen. Sie zeigt, dass dein StartUp nicht nur eine gute Idee, sondern wirklich die Technologie hat, um sie umzusetzen. Lass dich also nicht von den Fragen der Investoren überraschen, sondern bereite dich richtig darauf vor!


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Bilder: Freepik/Magnific

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