Möchtest du Ärger mit dem Finanzamt riskieren? Nein? Dieses Jahr gibt es wieder einige wichtige Steuerfristen, die du als Unternehmer im Blick behalten musst.
Überblick: Wichtige Steuerfristen 2026
Für das Jahr 2026 sind drei Steuerjahre relevant: offene Veranlagungen aus 2024, die Abgaben für 2025 sowie die laufenden Fristen für 2026 – etwa für Vorauszahlungen und Voranmeldungen.
Das sind die wichtigsten „Steuer-Deadlines“ im Überblick:
🛑 Steuererklärungen 2024 ohne Steuerberater: 31. Juli 2025 (bereits abgelaufen!)
🛑 Steuererklärungen 2025 ohne Steuerberater: 31. Juli 2026.
🛑 Steuererklärungen 2025 mit Steuerberater: 01. März 2027
🛑 Einkommen- & Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen: 4x im Jahr
🛑 Umsatzsteuer-Voranmeldung: monatlich bis jährlich
🛑 Gewerbesteuer-Vorauszahlungen: 4x im Jahr
Ertragsteuern 2025: Termine 2026
Gehen wir nun mal ins Detail, zum Beispiel zu den Ertragsteuern. Zu den Ertragsteuern zählen die Einkommensteuer, die Körperschaftsteuer und die Gewerbesteuer.
➡ Die Einkommensteuer betrifft dich als Einzelunternehmer oder Personengesellschafter
➡ Die Körperschaftsteuer greift bei einer Kapitalgesellschaft (zum Beispiel GmbH oder UG)
➡ Gewerbesteuer ist für dich dann relevant, wenn du ein Gewerbe betreibst
Wenn du die Erklärungen für das vergangene Jahr, also für 2025, machst, gelten diese Fristen für dich:
🛑 Ohne steuerliche Beratung: Die Steuererklärungen 2025 müssen bis zum 31. Juli 2026 beim Finanzamt eingehen
🛑 Mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein: Die Frist verschiebt sich automatisch auf den 01. März 2027
Versäumst du die Frist, riskierst du Verspätungszuschläge und Steuerschätzungen. Und: Die Finanzverwaltung kann bei „Auffälligkeiten“ wie große Rückerstattungen oder häufig verspätete Abgaben die Einzelfristen verkürzen. Daher solltest du dich nicht blind auf die Maximalfrist verlassen!
Umsatzsteuer: Monatliche und jährliche Steuertermine
Jeder Unternehmer und jedes Unternehmen, das Umsatzsteuer auf Rechnungen ausweist oder einnimmt, muss diese auch an das Finanzamt abführen – sofern keine Ausnahme greift. Zu den Ausnahmen gehören Freelancer, welche die Kleinunternehmerregelung nutzen.
Leider unterschätzen viele Selbstständige und StartUps die Bedeutung der Umsatzsteuer-Voranmeldungen. Das ist gefährlich, denn hier können sehr schnell Säumniszuschläge entstehen. Grundsätzlich zählt: Je höher dein Umsatz, desto eher verlangt das Finanzamt monatliche statt vierteljährliche oder gar jährliche Voranmeldungen.
Die Umsatzsteuer-Fristen in 2026 sind:
🛑 Umsatzsteuer-Jahreserklärung 2025 ohne Steuerberater: 31. Juli 2026
🛑 Umsatzsteuer-Jahreserklärung 2025 mit Steuerberater: 01. März 2027
🛑 Umsatzsteuer-Voranmeldungen 2026 ohne Dauerfristverlängerung: jeweils zum 10. des Folgemonats
🛑 Mit Dauerfristverlängerung: Abgabefrist verschiebt sich regelmäßig um einen Monat.
🛑 Vorrats- oder Mantelgesellschaft: monatliche Abgabeverpflichtung ab der Geschäftsaufnahme
Was du zudem noch wissen solltest:
➡ Bei monatlicher Voranmeldung musst du eine Sondervorauszahlung leisten. Diese Zahlungsverpflichtung entfällt bei quartalsweiser Voranmeldung. Die Fristverlängerung muss aber dennoch beim Finanzamt gesondert beantragt werden.
➡ Die Umsatzsteuer-Abschlusszahlung ist nach Abgabe der Steuererklärung unaufgefordert innerhalb von einem Monat an das Finanzamt zu leisten. Denk an diese Besonderheit, um unnötige Säumniszuschläge zu vermeiden!
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Lohnsteuer: Termine 2026
Sobald du Mitarbeiter beschäftigst, musst du zusätzlich die Lohnsteuer im Auge behalten. Die Steuerfristen sehen dabei folgendermaßen aus:
🛑 Abhängig von der Summe des Vorjahres erfolgt die Lohnsteueranmeldung monatlich, vierteljährlich oder jährlich
🛑 Die Deadline ist grundsätzlich der 10. des Folgemonats, analog zur Umsatzsteuer-Voranmeldung.
Tipps für die bessere Erfüllung der Steuertermine 2026
Manchmal steckt der Teufel im Detail: Wenn du eine Frist verpasst oder unpassende Beträge meldest, nimmt dich das Finanzamt schnell ins Visier. Das sorgt für unnötige Aufregung, Ärger, Nachforderungen, Strafen oder sogar Prüfungen. Vermeide das, indem du die folgenden Ratschläge beherzigst.
✅ Umsatzsteuer: Antrag auf Dauerfristverlängerung frühzeitig stellen, um deinen Zeitdruck zu reduzieren
✅ Trage dir alle Steuerfristen mit einem Puffer in deinen Kalender ein
✅ Wenn du deine Steuern überweist, hast du eine Schonfrist von 3 Tagen. Halte dich an die Zahlungsfrist!
✅ Baue einen wiederkehrenden Finanz-Workflow auf, zum Beispiel einen festen „Steuer-Freitag“
✅ Achte auf eine ordentliche Buchhaltung, indem du Belege sortierst und alle Finanzdaten aktuell hältst
✅ EÜR und BWA auf Knopfdruck: Setze auf moderne Buchhaltungstools und automatisiere deine Prozesse
✅ Nutze die verlängerten Fristen strategisch, aber nutze sie nicht aus
✅ Hole dir rechtzeitig Unterstützung von einem Steuerberater, der idealerweise dein Business kennt
Fazit
Mach dir klar: Wer als Unternehmer 2026 Ärger mit dem Finanzamt vermeiden will, sollte die wichtigsten Fristen für Steuererklärungen, Vorauszahlungen sowie Umsatz- und Lohnsteuer konsequent im Blick behalten. Wer zu spät abgibt, riskiert unter anderem Zuschläge, Schätzungen und im Zweifel strengere Einzelfristen. Mit Kalenderpuffern, einer sauberer Buchhaltung, klaren Routinen und der Unterstützung eines Finanzexperten lassen sich Stress, Kosten und Liquiditätsprobleme deutlich reduzieren.
Bilder: Freepik

