Kleinunternehmerregelung (Bild: Shutterstock)

Kleinunternehmerregelung: Was bedeutet das?

Dank der Kleinunternehmerregelung kannst du mit weniger Aufwand deine Selbstständigkeit betreiben. Das steckt dahinter.

Loslegen als Kleinunternehmer

Willst du dich selbstständig machen? Gratulation – eine spannende Zeit steht vor dir! Aber auch eine Zeit, in der du dich um Tausende Dinge kümmern musst, die nichts mit deinem eigentlichen Business zu tun haben.

Eine wichtige Basis für deine Unternehmung ist die Rechtsform. Möchtest du im Team gründen oder Mitarbeiter einstellen, wirst du höchstwahrscheinlich ein echtes Unternehmen – zum Beispiel eine GmbH oder UG – ins Leben rufen müssen. Möchtest du als Solo-Selbstständiger durchstarten, kannst du eventuell als Kleinunternehmer loslegen.

Was ist ein Kleinunternehmer? Kurze Definition

Ein Kleinunternehmer ist – vereinfacht gesagt – ein

    • Freiberufler
    • Freelancer
    • Selbstständiger
    • Einzelunternehmer
    • oder eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)

mit einem Brutto-Jahresumsatz von weniger als 22.000 Euro im ersten Kalenderjahr nach der Gründung. Ebenso giltst du als Kleinunternehmer, wenn dein Umsatz im Folgejahr geringer als 50.000 Euro brutto ausfällt.

Wichtig: Es geht hier um den Umsatz, nicht um den Gewinn!

Kleinunternehmer versus Kleingewerbe: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Kleinunternehmer und Kleingewerbe – gehört das zusammen? Ja.

Wenn von Kleingewerbe geredet wird, ist das mit ein Kleinunternehmer gemeint. Allerdings gilt die Bezeichnung als falsch, denn es gibt rechtlich gesehen gar kein Kleingewerbe. Ein Kleingewerbe stellt eine wirtschaftliche Unternehmung dar, die nicht im Handelsregister eingetragen wird – und somit ist sie nicht existent.

Kleingewerbe steht somit umgangssprachliche für Kleinunternehmer. Oder für Menschen, die sich nebenberuflich selbstständig machen – womit sie auch unter den Begriff “Kleinstgründungen” fallen.

Was sind die größten Vorteile der Kleinunternehmerregelung?

Du weist keine Umsatzsteuer (auch als Mehrwertsteuer bekannt) auf deine Tätigkeit aus. Das vereinfacht deine Buchhaltung und deine Steuer-Formalitäten deutlich!

Beispielsweise musst du keine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben – das spart viel Zeit, Nerven und Geld.

Was ist der größte Nachteil des Status “Kleingewerbe”?

Du weist keine Umsatzsteuer aus. Was ein Vorteil ist, bedeutet zugleich einen Nachteil.

Denn: Wenn du Umsatzsteuer bzw. Mehrwertsteuer auf deine Tätigkeiten verlangst, kannst du diese mit der Mehrwert- bzw. Umsatzsteuer deiner Ausgaben (zum Beispiel für die Anschaffung von Hard- und Software) verrechnen. Das ist die sogenannte Vorsteuer.

Kleinunternehmerregelung: Was ist zu beachten?

Die Kleinunternehmerregelung ist eigentlich eine tolle Sache. Sie wurde geschaffen, um Menschen, die schnell und einfach selbstständig durchstarten wollen, den Einstieg zu erleichtern. Gerade, wenn sie das Konzept für ihr Freelancer-Dasein neben einer Festanstellung testen möchten.

Doch wie so oft solltest du ein paar Dinge beachten. Zum Beispiel:

    • Du hast dich zu entscheiden: Willst du Kleinunternehmer sein oder “richtiger” Selbstständiger / Einzelunternehmer bzw. Freiberufler? Deine Entscheidung gilt für fünf Jahre. Diese musst du dem Finanzamt mitteilen.
    • Auch bei der Kleinunternehmerregelung musst du dich an einige gesetzliche und steuerrechtliche Vorgaben halten, dich mit dem Finanzamt austauschen und so weiter. Da gibt es einige Stolpersteine, die am Ende schmerzlich werden können.
    • Gib bei der Kommunikation mit deinen (potentiellen) Kunden klar an, dass du Kleinunternehmer bist. Und erstelle korrekte Rechnungen! Hältst du dich hier nicht an die Vorgaben, zieht das Ärger mit deinen Auftraggebern und dem Finanzamt nach sich.

Kleinunternehmerregelung: Nutzen oder nicht?

Ob du als Kleinunternehmer durchstarten willst, musst du dir genau überlegen. Möchtest du beispielsweise nur nebenher etwas Geld verdienen? Dann kann die Kleinunternehmerregelung ein guter, einfacher Weg sein, um loszulegen.

Willst du aber Vollzeit selbstständig sein und davon leben können? Dann ist es ratsamer, als richtiger Selbstständiger, Einzelunternehmer oder Freiberufler loszulegen.

Unser Tipp: Vermeide Ärger mit dem Finanzamt, indem du einen Steuerberater – besonders am Anfang – hinzu ziehst.

Buchtipp zum Thema Kleingewerbe

Bild: Shutterstock

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.