X.Com (Bild: Adobe Firefly)

X.com: Was bietet die Jahrzehnte alte, seltsame Firma von Elon Musk an?

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Seit über 20 Jahren ist Elon Musk der „Boss“ von X.com – und irgendwie auch nicht. Das steckt hinter der mysteriösen Company.

Geschichte: Die ersten Jahre von X.com

X.com war ein Online-Finanzunternehmen, das im März 1999 von Elon Musk gemeinsam mit Harris Fricker, Christopher Payne und Ed Ho gegründet wurde. Musk investierte 10 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf seiner vorherigen Firma, Zip2, in das neue Unternehmen. X.com hatte das Ziel, umfassende Finanzdienstleistungen über das Internet anzubieten, was zu jener Zeit eine revolutionäre Idee war. Die Mission gelang: X.com war eines der ersten Unternehmen, das Online-Geldtransfers ermöglichte. Damit trug das StartUp signifikant zur Entwicklung des digitalen Zahlungsverkehrs bei.

Im März 2000 fusionierte X.com mit dem Konkurrenten Confinity Inc., einem Softwareunternehmen mit Sitz im Silicon Valley, das unter anderem von Max Levchin, Luke Nosek und Peter Thiel gegründet wurde. Confinity Inc. hatte ein benutzerfreundliches Zahlungssystem entwickelt. Die fusionierte Firma änderte ihren Namen in PayPal.

PayPal wuchs schnell und wurde zu einem führenden Anbieter von Online-Zahlungsdiensten. Dieses Wachstum führte dazu, dass Musks Firma im Februar 2002 an die Börse ging und im Oktober 2002 von eBay für 1,5 Milliarden US-Dollar übernommen wurde. Im Juli 2015 wurde PayPal wieder als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert und ist seitdem unabhängig.

Erfolg: Wie Elon Musk X.com zu PayPal machte

Elon Musk hatte das Unternehmen Confinity wegen seines einfachen Zahlungssystems als attraktiv empfunden und somit zur Fusion mit X.com beigetragen. Die Fusion ermöglichte es X.com, seine Online-Zahlungslösungen weiter zu entwickeln und zu erweitern, was schließlich zur Gründung von PayPal führte.

Die Erfahrungen und das Know-how, die Musk und sein Team bei X.com gesammelt haben, trugen maßgeblich zur Erfolgsgeschichte von PayPal bei. Der Börsengang und dann der Verkauf von PayPal an eBay ermöglichte es Elon Musk und anderen Investoren, beträchtliche Gewinne zu erzielen und das Unternehmen auf ein höheres Level zu bringen.

Was wurde aus X.com?

Elon Musk verkaufte die Website X.com im Jahr 2002, als PayPal von eBay erworben wurde. 15 Jahre später, also 2017, kaufte Elon Musk die Domain x.com wieder zurück. Die genauen Gründe für den Rückkauf sind nicht bekannt. Musk meinte mal, er habe X.com aus nostalgischen Gründen erworben.

Seitdem Elon Musk X.com wieder besaß, gab es verschiedene Spekulationen über die Zukunft von X.com. Zum einen wurde lange vermutet, dass X.com zukünftige Projekte von SpaceX (ebenso ein Musk-Unternehmen) zeigen könnte. Zum Beispiel das Vorhaben, den Mars zu besiedeln.

Zum anderen spekulierte man, X.Com könnte die Weiterentwicklung von Twitter werden. Denn Elon Musk erwarb das soziale Netzwerk im Jahr 2022 für 44 Milliarden US-Dollar, was damals umgerechnet zirka 41 Milliarden Euro entsprach. Kurz nach der Übernahme verschmolz Musk die Twitter Inc. mit X Corp., welche ihm ebenso gehört.

X.com ist das neue Twitter!

Elon Musk sagte schon bald nach der Übernahme, er wolle Twitter zu einer Super-App umbauen. Sein Vorbild war und ist das chinesische WeChat.

Um diesen Weg zu beschreiten, musste ein Rebranding her, dachte sich Musk. Deshalb benannte er im Juli 2023 spontan Twitter in X um. Passend dazu leitet die Website X.com auf Twitter.com um. Dort ist der bekannte Twitter-Vogel verschwunden und man sieht nur noch ein lapidares X.

X.com aka Twitter auf einem Notebook-Monitor (Bild: CmartMockups)

Das Rebranding kam ziemlich überraschend und wurde teilweise ziemlich laienhaft durchgeführt – an vielen Stellen ist bis heute von Twitter statt von X die Rede.

Zukunft: Was wird aus der Firma X?

Musk hat seine Vision für Twitter beziehungsweise für X so umrissen:

Wirtschaftliche Rentabilität
Elon Musk will X wirtschaftlich rentabel machen. So wurden schon Abonnements eingeführt, zudem soll es kostenpflichtige Premium-Funktionen geben. Damit soll X aka Twitter unabhängiger von Werbeeinnahmen werden.

Super-App
Wie bereits erwähnt, schwebt Elon Musk eines Alles-in-einem-Anwendung vor, die weit über die Funktionen eines sozialen Netzwerks hinausgeht. Es sollen verschiedene Features wie Jobvermittlung, Finanztransaktionen, Einkaufsmöglichkeiten und eventuell sogar Regierungsdienstleistungen integriert werden.

Freie Meinungsäußerung
Ein weiterer Schwerpunkt von Musks Twitter-Übernahme war die Förderung von freier Meinungsäußerung. Er hält an dieser Vision stark fest, wodurch leider toxischen Posts und Fake-News auf X zunehmen.

Und was ist X.ai?

X.com und X.ai sind – auch wenn die Namen ähnlich klingen – nicht die gleichen Unternehmen, obwohl sie beide von Elon Musk gelenkt werden!

xAI bzw. X.ai (so die URL) ist eine Firma, die sich nur auf Künstliche Intelligenz (englisch: Artificial Intelligence, kurz AI) fokussiert. Elon Musk gründete xAI mit dem Ziel, die wahre Natur des Universums zu verstehen. Das Team beinhaltet Personen, die zuvor bei führenden Technologie- und KI-Institutionen wie DeepMind, OpenAI, Google Research, Microsoft Research, Tesla und an der Universität von Toronto gearbeitet haben. Diese Experten haben zu bedeutenden Methoden und Durchbrüchen im Bereich der KI beigetragen.

Das Ziel von xAI bzw. X.ai ist es, eine KI namens TruthGPT zu entwickeln, die komplexe wissenschaftliche und mathematische Probleme verstehen kann. Die Artificial Intelligence soll unter anderem neue Erkenntnisse zur dunklen Materie, Gravitation und das Fermi-Paradox gewinnen.


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Bild: Adobe Firefly

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