Briefkastenfirma im Ausland gründen (Bild: Freepik)

Offshore-Firma im Ausland gründen: Ist das legal? Und macht das Sinn für StartUps?

  • Letztes Update:1 Monat 
  • Lesezeit:4Minuten

Du möchtest Steuern sparen und deshalb eine Offshore-Firma in fernen Ländern eröffnen? Hier erfährst du, ob das eine gute oder schlechte Idee ist.

Was ist eine Offshore-Firma?

In der direktesten Definition ist eine Offshore-Firma ein neu gegründetes Unternehmen, das sich weit weg von der Zentrale – dem Mutterunternehmen – befindet. Dabei muss sich die neue Firma nicht zwangsläufig auf dem Meer liegen (englisch: “offshore”), sondern in einem recht weit entfernten Land.

Offshore-Firmen kennt man auch als Offshore-Gesellschaft, Basisgesellschaft, Domizilgesellschaft oder Paper Company. In dieser Bedeutung dient das im Ausland gegründete Unternehmen als Briefkastenfirma. Das heißt, diese Offshore-Firma betreibt in der Regel keine eigenen Büros und hat auch fast keine Angestellten. Stattdessen handelt es sich um einen rechtlichen Deckmantel, um Steuern zu sparen.

Was bringt eine Offshore-Firma?

In Deutschland, Frankreich, Japan und vielen anderen westlichen Ländern sind die Steuersätze für Unternehmen – auch für StartUps – recht hoch.

Schaubild: Unternehmenssteuern im internationalen Vergleich (Bild: Statista)

Um die Abgaben und somit die Ausgaben zu senken, versuchen Geschäftsführer ihren Firmensitz zu verlagern – und zwar in Länder, in denen die Unternehmenssteuern niedriger ausfallen. Hoch im Kurs lagen viele Jahre lang sogenannte Steueroasen wie Panama, Barbados, Guernsey, Isle of Man, Cayman Island, Liechtenstein und Monaco.

Hast du in diesen Ländern und Stadtstaaten ein Offshore-Unternehmen gegründet, konntest du die Einnahmen dorthin transferieren. Das Resultat waren deutlich geringere Steuer-Abgaben und somit höhere Gewinne.

Ist es legal, eine Offshore-Firma zu gründen?

Ja. Die reine Gründung einer Offshore-Firma gilt als legal. Doch der alte Zweck, die Senkung der Steuerlast, verlor in den letzten Jahren an Boden. Denn: “Reine Offshore-Firmen bzw. Briefkastengesellschaften zur Steuervermeidung gehören seit langem der Vergangenheit an”, erklärt die Gründungskanzlei. “Das deutsche Außensteuergesetz erkennt solche Zwischengesellschaften nicht an und es kommt zur Hinzurechnungsbesteuerung und zur steuerlichen Behandlung der Zwischengesellschaft als handle es sich um eine deutsche GmbH.”

Das heißt: Mittlerweile gibt es zahlreiche Abkommen, um die Steueroasen auszutrocknen. Denn durch die Verlegung der Unternehmenssitze entgingen den westlichen Staaten Steuergelder in gigantischen Höhen.

Ist es sinnvoll, als StartUp über eine Offshore-Firma nachzudenken?

Die Gedanken sind frei. Du kannst und darfst als Gründer oder StartUp-Inhaber über alles nachdenken. Und du kannst auch gerne deinem Drang, eine zwielichtige Offshore-Firma zu gründen, nachgeben. Doch du solltest immer die rechtlichen Konsequenzen im Kopf haben!

Warum? Die Gründung einer Offshore-Firma als reine Briefkastenfirma führt heutzutage – besonders als StartUp oder kleines Unternehmen – oft zu steuerrechtlichen Problemen. Die Idee, deine Steuerlast zu senken, indem du einfach ein Pseudo-Unternehmen in fernen Ländern ins Leben rufst, ist den Finanzämtern ein Dorn im Auge.

Welcher Weg ist besser?

Versuche nicht, altbekannte Steuerspar-Tricks nachzuahmen. Investiere deine Energie lieber in wirklich legale Maßnahmen, die dein Unternehmen voranbringen. Verbringe zum Beispiel deine Zeit damit, einen durchdachten Marketing-Mix aufzustellen oder deine Produktionskosten zu senken.

Und: Möchtest du expandieren, solltest du über die “richtige” Gründung einer Firma im Ausland nachdenken. Hierbei musst du ein paar grundlegende Fragen klären: Möchtest du Betriebsstätten einrichten oder nicht? Willst du reine Niederlassungen (beispielsweise für den Vertrieb) oder auch Produktionsstätten hochziehen?

Je nachdem, ob du vor Ort eine eigene Betriebsstätte inklusive Geschäftsleitung hast oder nicht, leiten sich daraus verschiedene Rechte und Pflichten ab. Und damit auch steuerrechtliche Folgen.

Fazit

Eine Offshore-Firma zu gründen, um Steuern zu sparen, ist keine gute Idee mehr. Diesen Trick kennen die Finanzbehörden mittlerweile sehr gut. Gerade StartUps, die sich kein Heer aus gewieften Anwälten leisten können, sollten lieber auf dem legalen Pfad bleiben – das spart viel Ärger.

Mache stattdessen aus deinem StartUp ein ScaleUp und lasse es im Rahmen des rechtlich Machbaren wachsen. Gründe zum Beispiel im Ausland ganz “normale” Firmen oder Niederlassungen, um weltweit aktiv zu sein.


Hinweis zur Transparenz: Bei diesem Ratgeber handelt es sich um einen bezahlten Beitrag, auch Sponsored Post genannt.

Bilder: Freepik, Statista

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