Human Firewall - Cybersicherheit (Bild: Freepik)

Human Firewall: Wie deine Mitarbeiter zur Cybersecurity-Verteidigungslinie werden

  • Letztes Update:9 Monaten 
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Was bedeutet Human Firewall? Und wie setzt man dieses Konzept der IT-Security richtig um? Hier kriegst du die Antworten.

Was ist eine Human Firewall?

Eine „Human Firewall“ bezeichnet einen Ansatz im Bereich der Cybersicherheit, bei dem der Mensch – also Mitarbeiter, Führungskräfte und andere Stakeholder in einer Organisation – als entscheidende Komponente der Sicherheitsstrategie betrachtet wird. Dabei geht es darum, Einzelpersonen durch Bildung, Schulungen und Sensibilisierung dazu zu befähigen, sicherheitsrelevante Bedrohungen zu erkennen und richtig darauf zu reagieren.

Warum ist eine Human Firewall so wichtig?

Die Digitalisierung schreitet mit großen Schritten voran. Damit wächst tagtäglich auch die Gefahr, dass die IT-Systeme deines Unternehmens attackiert und erfolgreich kompromittiert werden. Die Folgen eines Cyber-Schadenfalls, zum Beispiel ein Datendiebstahl oder das Lahmlegen deiner Infrastruktur, können extrem teuer werden und auch das Überleben deines StartUps gefährden. Helfen kann dagegen unter anderem die Human Firewall.

Denn: Cybersicherheit liegt nicht nur in der Verantwortung deiner IT-Abteilung, sondern ist etwas, worum sich alle Mitarbeiter kümmern sollten. Wie? Indem sie sich bewusst werden, wie ihre (unbedachten) Handlungen zur Gefährdung deines Unternehmens beitragen. Ein einfacher Fehler wie das Klicken auf einen schadhaften Link oder das Öffnen einer infizierten E-Mail reichen unter Umständen aus, um Cyberkriminellen Tür und Tor zu öffnen.

Besser ist das Gegenteil. Das heißt, deine Angestellten können das Level der IT-Security anheben und zur sinnbildlichen Human Firewall werden. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass jeder Mitarbeiter die Grundlagen der Cybersicherheit versteht und regelmäßig darin geschult wird.

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Human Firewall: praktische Tipps und Beispiele

Wie kannst du eine Human Firewall aufbauen und so deine IT-Infrastruktur sicherer gegen Cyberattacken machen? Hier ein paar Ratschläge:

Interaktive Schulungen
Verzichte auf staubtrockene Vorträge und biete interaktive Schulungen an. Durch die Simulation von Cyber-Angriffsszenarien lässt sich zeigen, wie diese vermieden werden können. Und sie zeigen, welche Wege die Angreifer bevorzugt nutzen, um Systeme zu infiltrieren.

Reale Beispiele
Verschicke zum Beispiel E-Mails mit einem Link. Diese stammen von einem Absender, den deine Arbeitnehmer nicht kennen. Auf diese Weise lernen sie, dass sie einen Link auf Viren prüfen müssen, bevor sie diesen einfach anklicken. So sammeln sie praktische Erfahrungen und lernen dadurch schneller.

Klare Richtlinien
Stelle klare Cybersicherheitsrichtlinien auf und kommuniziere diese deutlich an alle Mitarbeiter. Gib praktische Ratschläge und liefere Best Practices, beispielsweise zum Erstellen von sicheren Passwörtern.

Awareness fördern
Starte interne Kampagnen mit kreativen Grafiken, Videos und Slogans, um die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter zu gewinnen und wichtige Sicherheitsbotschaften zu vermitteln.

Meldewege etablieren
Sorge dafür, dass deine Kollegen verdächtige Aktivitäten oder E-Mails einfach melden können, ohne Sorge vor Repressalien. Sprich auch darüber, wie solche Meldungen vertraulich behandelt werden können.

Top-Down-Unterstützung
Die Unterstützung durch das Managements ist entscheidend. Wenn Führungskräfte Cybersicherheit vorleben und aktiv an Schulungen mitmachen, sendet dies ein starkes Signal an die Mitarbeiter.

Regelmäßig informieren
Cyberbedrohungen entwickeln sich ständig weiter. Halte deine Mitarbeiter regelmäßig über neue Bedrohungen, Angriffstechniken und Schutzmaßnahmen auf dem Laufenden.

Anreize schaffen
Ermutige alle, sich an den IT-Security-Maßnahmen zu beteiligen, indem du Anreize oder Belohnungen für das Einhalten von Sicherheitsrichtlinien oder das Melden von Bedrohungen bietest.

Kontinuierliche Überprüfung
Die Verbesserung der Cybersicherheit ist ein kontinuierlicher Prozess. Einer, an dem alle Beteiligten ständig arbeiten und Kennzahlen überprüfen müssen.

Eine Human Firewall benötigt die richtigen Tools

Die Mitarbeiter in Sachen Cybersecurity zu sensibilisieren und zu schulen ist eine wichtige Maßnahme. Doch das alleine reicht nicht aus. Noch viel wichtiger ist es, deine Systeme mit speziellen Tools zu schützen. Dazu gehören unter anderem VPN-Clients und Antivirus-Programme. Auch eine Systemhärtung ist ein essentielles Mittel, um die Daten- und Identitätsdiebstahl zu verhindern.

Fazit

Nein, deine Mitarbeiter müssen keine IT-Security-Spezialisten werden. Aber alle sollten wissen, welche Gefahren im Netz lauern. Mit ihrem Wissen und dementsprechenden Verhalten werden sie zur Human Firewall.

Egal, ob es sich um Textdateien, reguläre Dateien oder PDFs handelt – deine Angestellten dürfen niemals blindlings etwas davon öffnen oder herunterladen. Sie sollten stets die Quelle überprüfen und die Dateien scannen. Oder sie bleiben kritisch und melden einen dubiosen Link oder Anhang dem Cybersecurity-Verantwortlichen in deinem Unternehmen. Dieser kann sich dann professionell der Sache annehmen.

Bilder: Freepik, GDV

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