Liquidität Lücken (Bild: Unsplash)

Wie StartUps ihre Liquidität verbessern können

Stets liquide zu sein – das ist eine große Herausforderung für StartUps. So kann ein Liquiditätsengpass vermieden werden.

Wie bleibt ein StartUp liquide?

Bei der Gründung eines Unternehmens drehen sich viele Gedanken um eine Sache: Wie kann das Startup finanziert werden? Diese sind von großer Wichtigkeit. Läuft das Business an, kann sich bereits die nächste Liquiditätslücke ergeben. Wie lässt sich diese schließen? Dieser Artikel befasst sich mit einigen Lösungsansätzen.


Liquidität – was ist das eigentlich?


Liquidität bedeutet, ein Unternehmen kann seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen, indem es beispielsweise Gehälter, Mieten oder offene Lieferantenrechnungen bezahlt. Fehlt es an Liquidität, kann das in die Insolvenz – die Zahlungsunfähigkeit – führen.


Dispo- oder Kontokorrentkredit nutzen

Die einfachste Variante ist die, die mit dem privaten Konto bzw. Geschäftskonto kommt: Der Dispo oder Kontokorrentkredit. Der Kontokorrentkredit ist fest mit dem Unternehmenskonto verbunden. Er steht wie der Dispo des Privatkontos für Freiraum und Flexibilität. Was gilt für die Nutzung?

    • Beantragung
      Während der Dispo bei einem Privatkonto oft auch ohne Anfrage bereitgestellt wird, müssen Unternehmer den Kontokorrentkredit einmalig für ihr Konto beantragen.
    • Höhe
      Die Einrichtung orientiert sich beim Dispo an den Einnahmen. Bei einem Kontokorrentkredit kann der Betrag oft bis zu einem bestimmten Wert gewählt werden.
    • Verwendung
      Während der Dispo ganz nach Belieben des Bankkunden genutzt werden kann, dient der Kontokorrentkredit den rein geschäftlichen Ausgaben. Zum Beispiel für die Büromiete, Löhne und Gehälter.
    • Allgemeines
      Der einmal eingeräumte Kontokorrentkredit kann immer wieder bis zur Kredithöhe genutzt werden. Der Zinssatz orientiert sich nicht an der Bonität des Unternehmens.

Der Kontokorrentkredit hat somit einige Parallelen zum Dispo. Die Nutzung hat jedoch auch Nachteile:

    • Gebühren
      Der Zinssatz ist zwar unabhängig von der Bonität, dafür gibt es einen pauschalen Überziehungszins. Dieser fällt deutlich höher als bei gewöhnlichen Krediten aus.
    • Maximum
      Der Kontokorrentkredit sollte niemals über sein Maximum ausgeschöpft werden. Geschieht dies, fordert die Bank in der Regel zum direkten Ausgleich des Kredits auf, was zu erheblichen finanziellen Problemen führen kann.

Unternehmer, die finanzielle Engpässe des StartUps über den privaten Dispositionskredit oder über den Kontokorrentkredit ausgleichen wollen, sollten diese Methode nur selten und sehr kurzzeitig nutzen. Sie sind in der längeren Nutzung deutlich teurer als übliche Kredite.

Günstige Kredite suchen

Mittlerweile ist es relativ leicht, online nach einem günstigen Kredit zu suchen. Mitunter gibt es auch spezielle Kredite rein für StartUps und junge Unternehmen. Grundsätzlich gilt:

    • Vergleichen
      Es sollte immer ein Kreditvergleich bei Anbieter wie Kreditheld.de oder Smava.de durchgeführt werden. Nicht nur die Zinsen entscheiden hier, sondern auch die Rahmenbedingungen. Wie lange läuft der Kredit, gibt es Möglichkeiten zur Sondertilgung? Bei Unternehmen sollten gezielt nach Unternehmenskrediten gesucht werden, da die Privatkredite nur für die private Verwendung des Geschäftsführers sinnvoll sind.
    • Angebote prüfen
      Die gefundenen Kreditmöglichkeiten sind zu sondieren und mit einem Angebot der Hausbank gegenüber zu stellen. Dies ist notwendig, falls Fördermittel ins Spiel kommen.
    • Förderungen nutzen
      Mitunter bietet es sich an, den Engpass mit einer staatlichen Förderung zu beheben. Die KfW hat spezielle Programme, die passen könnten. In diesem Fall wird der Kredit jedoch über die Hausbank abgeschlossen.

Je nach dem, aus welchem Bereich das StartUp kommt, könnten sich andere Formen der Geldbeschaffung anbieten. Das Crowd-Investing, die investorgeprägte Variante des Crowdfundings, wäre nur ein Beispiel. Selbst Kredite von privaten Geldgebern können eine Idee sein.

Rechnungsvorfinanzierung nutzen

Oftmals kommt ein junges Unternehmen in finanziell schwieriges Fahrwasser, weil es Kunden hat, welche die Zahlungsfrist bis zur letzten Sekunde ausreizen. Das stellt das StartUp vor das Problem, dass es trotz allem weiter agieren und eventuell Waren bestellen muss. Dafür gibt es aber Lösungen:

    • Factoring
      Die Rechnungsvorfinanzierung hilft in diesem Fall weiter. Das Factoring kann heute auf verschiedenen Wegen umgesetzt werden. Wahlweise verkaufen Unternehmen ihre gestellten Rechnungen an den Factoring-Geber, der das Geld dann direkt oder auf einem stillen Wege vom Kunden einfordert.
    • Warenvorfinanzierung
      Dies ist üblicherweise nur für Betriebe gedacht, die Waren von hohem Wert kaufen. Jedoch richten sich immer mehr Anbieter auch auf kleine Betriebe aus. Muss ein StartUp Waren kaufen, um beispielsweise Güter herstellen zu können, so sucht es den Lieferanten, klärt mit dem Finanzierer das weitere Vorgehen ab und bestellt die Ware. Der Vorfinanzierer bezahlt die Ware nun direkt beim Lieferanten und erhält das Geld mit einer langen Frist vom StartUp zurück.

Die Warenvorfinanzierung ist in mehrfacher Hinsicht vorteilhaft. Kann ein StartUp aufgrund finanzieller, doch absehbarer Engpässe aktuell keine Güter bestellen, leidet der Betrieb. Werden die Waren hingegen bestellt, doch können die Lieferanten erst verspätet bezahlt werden, leidet diese wichtige Geschäftsbeziehung. Die Vorfinanzierung verhindert dies. Denn der Lieferant erhält sein Geld innerhalb weniger Tage und erkennt das junge Unternehmen als seriösen Geschäftspartner an.

Fazit: Engpässe überlegt überbrücken

Kommt es zu Liquiditätslücken, sollte im ersten Schritt stets durchgeatmet und dann gehandelt werden. Unüberlegte Aktionen können auf lange Sicht schaden. Müssen nur geringe Beträge über wenige Tage beschafft werden, ist die Nutzung des Kontokorrentkredits durchaus ratsam. Bei größeren Beträgen hingegen sind Kredite wesentlich sinnvoller und auch günstiger.

Auch die Waren- oder Rechnungsvorfinanzierung sollte unbedingt durchdacht werden, da beide Varianten einem StartUp weiterhelfen können. Und sie sorgen dafür, dass weder der Betrieb stillsteht, noch dass der Kontokorrentkredit genutzt werden muss, bis die Rechnungen durch die Kunden beglichen werden.

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