Vorsteuer + Umsatzsteuer (Bild: Shutterstock)

Was bedeutet eigentlich … Vorsteuer?

Die Vorsteuer ist eine wichtige Steuer, denn sie mindert deine Steuerlast. Das steckt dahinter.

Das leidige Thema Steuern

Als Selbstständiger und StartUp-Gründer musst du dich um allerlei Dinge kümmern. Ein Thema, das du auf keinen Fall schleifen lassen darfst, sind die Steuern – selbst wenn du einen Steuerberater hast. Denn auch dein Steuerberater braucht den richtigen Input von dir, damit er deine Abgaben an das Finanzamt richtig verbuchen kann.

Eine Steuer, mit der du dich genauer beschäftigen solltest, ist die Vorsteuer. Diese bringt eine Verringerung deiner Steuerlast mit sich.

Was ist die Vorsteuer?

Kaufst du Waren, Produkte oder Dienstleistungen ein, so haben die Verkäufer darauf ihre jeweils gültige Umsatzsteuer erhoben. Diese Umsatzsteuer kannst du wiederum von den Waren, Produkten oder Dienstleistungen, auf die du Umsatzsteuer beim Verkauf erhebst, abziehen.

Das heißt, die vorher bezahlte Umsatzsteuer beim Einkauf wird zur sogenannten abziehbaren Vorsteuer.

Was bringt der Vorsteuerabzug?

Im Idealfall bringt sie dir Geld ein. Denn deine Umsatzsteuer-Ausgaben beim Einkauf werden mit deinen Umsatzsteuer-Zahlungen für deine Einnahmen verrechnet. Das senkt deine Umsatzsteuerlast und erhöht so deine Liquidität.

Noch besser: Fällt deine Vorsteuer höher als deine Umsatzsteuer-Zahlungen aus, kriegst du den Differenzbetrag vom Finanzamt erstattet!

Wie läuft die Prozedur ab?

“Ein umsatzsteuerpflichtiges Unternehmen übermittelt mit der Umsatzsteuervoranmeldung die eingenommenen Umsatzsteuer- und gezahlten Vorsteuer-Beträge ans Finanzamt”, erklärt Lexware in seinem Vorsteuer-Ratgeber. “Aus der Differenz ermittelt das Finanzamt die Zahllast. Je nachdem wie hoch die Einnahmen oder Ausgaben im jeweiligen Meldezeitraum waren, erhält das Unternehmen eine Rückzahlung oder muss den Fehlbetrag ans Finanzamt abführen”

Das kann beispielsweise so aussehen:

Infografik Schaubild Vorsteuer (Bild: Lexware)

Was ist bei der Vorsteuer zu beachten?

Damit du die Vorsteuer von deiner Umsatzsteuerlast abziehen kannst, musst du ein paar Dinge beachten. Zum Beispiel:

    • Die Vorsteuer gilt nur für Selbstständige und Unternehmen, nicht für Privatpersonen. Ebensowenig für Selbstständige, die unter die Kleinunternehmerregelung (bzw. “Kleingewerbe”) fallen.
    • “Die Ausübung des Vorsteuerabzugs setzt voraus, dass der Unternehmer eine nach den §§ 14, 14a ausgestellte Rechnung besitzt”, heißt es im Umsatzsteuergesetz (UStG).
    • Die Vorsteuer darfst du nur für Betriebsausgaben abziehen. Also für Produkte, Waren oder Dienstleistungen, die du für deine unternehmerische Tätigkeit benötigst. Zum Beispiel Rohstoffe, Hardware wie Geschäftscomputer oder Software (bspw. für die Buchhaltung).
    • Private Anschaffungen gelten nicht für den Vorsteuerabzug. Oder Dinge, die laut dem Umsatzsteuergesetz nicht abzugsfähig sind – zum Beispiel Geschenke oder Geldstrafen.

Umsatzsteuer und Vorsteuer: Achtung, Corona-Anpassungen!

Die Bundesregierung hat aufgrund der Corona-Krise die sogenannte Mehrwertsteuer (= Umsatzsteuer) gesenkt. Der reguläre Satz beträgt nun 16 statt 19 Prozent, der ermäßigte Satz 5 statt 7 Prozent. Die Regelung gilt bis zum 31. Dezember 2020.

Was du über die gesenkte Umsatzsteuer wissen musst, erfährst du in unserem Ratgeber “Mehrwertsteuersenkung: Was ist nun zu tun?”.

Bilder: Shutterstock, Lexware

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