Prozesskostenfinanzierung (Bild: Shutterstock)

Wie kommen StartUps finanziell besser durch Gerichtsprozesse? Mit einer Prozessfinanzierung!

Klagen und Prozesse belasten die Liquidität von StartUps. Eine Lösung dagegen ist die Prozessfinanzierung. Das steckt dahinter.

Ein Gastbeitrag von Professor Dr. Hanns-Ferdinand Müller, FORIS AG

Die weitreichenden Folgen von Corona

Die Corona-Krise hat die Umsätze vieler Unternehmen massiv einbrechen lassen. Gerade für Startups, die noch keine Möglichkeit hatten, Liquidität aufzubauen, kann das toxisch sein. Besonders dann, wenn nicht nur – bei laufenden Fixkosten – der Umsatz stockt.

Eine weitere Gefahr: Durch den Zusammenbruch von Lieferketten, gescheiterte Unternehmenstransaktionen oder nicht eingehaltene Verträge können Haftungsansprüche hinzukommen. Haftungsansprüche, die aufgrund der angespannten finanziellen Lage und dringender Sanierungsmaßnahmen nicht verfolgt werden können.

Auch Klagen muss man sich leisten können

Eine Klage kostet Geld. Geld, das in der Krise oft fehlt. Und eine Klage verursacht weitere Kostenrisiken, für die Rückstellungen gebildet werden müssen. Diese belasten die Bilanz noch weiter.

Bei komplexen wirtschaftsrechtlichen Streitigkeiten liegen die Gerichtskosten sowie die Kosten für spezialisierte Rechtsanwälte und Sachverständige regelmäßig im sechsstelligen Bereich. Diese muss allesamt von dem klagenden Unternehmen vorgeschossen werden.

Mit einer Rückzahlung der Kosten ist nur dann zu rechnen, wenn die Klage nach dem Zug durch die Instanzen gewonnen wird. Und dann besteht noch das Risiko, dass der Gegner wirtschaftlich nicht mehr in der Lage ist, die Forderung und die aufgelaufenen Kosten zu bezahlen.

Im schlimmsten Fall verliert das Unternehmen nach vielen Jahren den Prozess. Dann bleibt es auf den eigenen Kosten sitzen und muss auch noch die Anwaltskosten des Gegners erstatten.

Die Lösung für teure Klagen: Prozessfinanzierung

Gerade in schwierigen Zeiten kann es Sinn machen, laufende, geplante und auch drohende Rechtsstreitigkeiten von einem Prozessfinanzierungunternehmen überprüfen zu lassen. Das checkt, ob eine Kostenübernahme möglich ist.

Sollte es im Anschluss zu einer Finanzierung kommen, zahlt der Prozessfinanzierer die für das Gerichtsverfahren notwendigen Anwalts- und Gerichtskosten. Oft werden auch bereits bezahlte Prozesskosten erstattet. Dies verbessert die Liquiditätslage des StartUps unmittelbar.

Weitere Vorteile der Prozessfinanzierung

Neben der Liquiditätsverbesserung können gebildete Rückstellungen für Prozesskostenrisiken ergebniswirksam aufgelöst werden. Denn der Finanzierer trägt alleine bei Verlust der Klage sämtliche Kosten des Rechtsstreits.

Dazu gehören auch die Kostenerstattungsansprüche des Gegners. Dadurch kann die Gefahr einer bilanziellen Überschuldung des StartUps verringert oder ganz vermieden werden.


Über den Autor:

Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller Vorstand der FORIS AGHanns-Ferdinand Müller war bis zu seinem Eintritt bei der FORIS AG viele Jahre im Bereich der Sanierungsberatung in leitender Funktion tätig, unter anderem bei goetzpartners und Kienbaum. Von 2001 bis 2014 war er beim RWE-Konzern beschäftigt, zuletzt als Vorstandssprecher (CEO und CFO) der RWE Vertrieb AG. Neben seiner Tätigkeit als Vorstand der FORIS AG ist Hanns-Ferdinand Müller als Beirat tätig und selbst Unternehmer.


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