(Bild: Freepik)

Vom KI- und Robotik-StartUp zum Unicorn: Warum Agile Robots aus München so „hot“ ist

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Agile Robot war Deutschlands erstes Roboter-Einhorn. Ein Blick in die Welt des aufstrebenden und umstrittenen bayerisch-chinesischen Tech-Giganten.

Was ist die Agile Robots AG?

Agile Robots ist ein Hightech-StartUp, das als Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Grenzen der Robotik erweitert. Von Roboter-Intelligenz, die durch Machine Learning lernt, bis hin zu visueller Intelligenz und Krafterkennung: Das Unicorn aus Bayern steht für die einzigartige Verbindung von KI und Automatisierung.

Was genau macht Agile Robots?

Das Unternehmen wurde 2018 mit dem Ziel gegründet, Künstliche Intelligenz und Roboter-Technologien zu kombinieren, um die Grenzen der Robotik und Automatisierung zu erweitern. Das Unternehmen entwickelt mittlerweile intelligente, kostengünstige und einfach zu bedienende Robotik-Lösungen für hochkomplexe Herausforderungen in der Produktion. Vereinfacht gesagt: Agile Robots stellt Industrieroboter der neuesten Generation her.

Was sind Industrieroboter?

Industrieroboter sind die fleißigen Heinzelmännchen moderner Werkstätten. Sie fragen nie nach einer Kaffeepause und beschweren sich nie über zu viele Überstunden. Im Gegenteil: Sie sind die stillen Helden des Produktionsflusses. Mit Präzision und Schnelligkeit erledigen sie Aufgaben, die früher als reine Männerdomäne galten.

Von der Montage über das Schweißen bis hin zur Verpackung – die mechanischen Wunderkinder sind aus der modernen Produktionslandschaft nicht mehr wegzudenken. Und das Beste daran? Sie sind immer bereit für die nächste Schicht! So stehen Industrieroboter nicht nur für Fortschritt, sondern auch für das unaufhaltsame Streben des Menschen nach Effizienz und Produktivität.

(Bild: Agile Robots)

Wer sind die Agile Robots Gründer?

Die beiden visionären Agile-Robots-Gründer sind Dr. Zhaopeng Chen und Peter Meusel, langjährige Forscher am DLR-Institut für Robotik und Mechatronik. Mit zwei Firmensitzen in München und Peking sowie verschiedenen Produktionsstandorten beschäftigt Agile Robots heute weltweit mehr als 1.200 Angestellte, die für ein stetiges Wachstum sorgen.

Produziert Agile Robots auch in Deutschland?

Ja, neben den Produktionsstandorten in Peking und Shenzhen verfügt Agile Robots seit 2022 auch über eine große Produktionsfläche in Deutschland. Diese liegt im Industriepark Momm in Kaufbeuren. Hier sind Forschung und Entwicklung, Produktion, Logistik und Kundenservice unter einem Dach vereint. Medienberichten zufolge soll mit Agile Robots Augsburg bald ein weiterer Standort eröffnet werden.

Woran arbeitet das Robotik Unternehmen aus München?

Agile Robots entwickelt eine breite Produktpalette, die aus fortschrittlichen Roboter-Systemen, intelligenter Software und einem ständig wachsenden Ökosystem besteht. Es sind Systeme, die „modernste Kraft-Momenten-Sensorik mit weltweit führender Bildverarbeitungstechnologie kombinieren“.

(Bild: Agile Robots)

Die Mission dahinter? Die Lücke zwischen KI und Robotik zu schließen. Eine konkrete Lösung ist „Diana 7“, eine Art Superheldin der Industrierobotik. Mit seinen sieben Freiheitsgraden und sieben Achsen eignet sich der Industrieroboter für Präzisionsaufgaben in verschiedenen Industriezweigen.

Was unterscheidet Agile Robots von anderen Robotik-Unternehmen?

Agile Robots ist nicht nur ein Unternehmen, sondern eine Bewegung, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Roboter-Industrie zu revolutionieren. Mit einer starken Basis auf dem Markt für Industrieroboter arbeitet das DeepTech-StartUp unermüdlich daran, die Mensch-Maschine-Interaktion zu verbessern.

Dank seiner Positionierung mit Standorten in München, Augsburg, Kaufbeuren und China kann Agile Robots global denken und lokal handeln. Im Jahr 2021 wurde Agile Robots durch eine Investitionsrunde mit einem Wert von über einer Milliarde Dollar bewertet, was es zu einem sogenannten Unicorn-StartUp macht​.

Wie beeinflusst China die Strategie von Agile Robots?

Bei Agile Robots verbinden sich chinesische Dynamik und deutsche Präzision zu einer eigenen Kultur. Mit Firmensitzen in München und Peking bündelt das junge Unternehmen seine Kräfte, um industrielles Know-how aufzubauen, modernste Robotersysteme zu entwickeln und das Produktportfolio zu erweitern.

Dank des raschen technologischen Fortschritts spielt China eine Schlüsselrolle in der Strategie von Agile Robots: Es bietet ein großes Testfeld für die Optimierung von Produkten. Durch die Präsenz in China gelingt es dem StartUp, die Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse besser zu verstehen. Dieses Wissen ist von unschätzbarem Wert für die globale Ausrichtung des Unternehmens und trägt dazu bei, die Position von Agile Robots auf dem Markt für Industrieroboter zu festigen.


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Der Fall „Franka Emika“: Warum ist Agile Robots so umstritten?

Von BusinessInsider über Merkur.de bis hin zu Handelsblatt und Spiegel Online: Diverse Medien berichteten im Oktober 2023 über Agile Robots – und das nicht gerade in einem guten Ton. Der Grund: Die Übernahme von Franka Emika für rund 30 Millionen Euro. Franka Emika ist wie Agile Robots ein Robotik-Unternehmen aus München, das allerdings in die Insolvenz schlitterte.

Warum der M&A-Prozess von Franka Emika durch Agile Robots Schlagzeilen machte, stellt die bereits erwähnte „China Connection“ dar. Business Insider schrieb dazu: „Der Verkauf an Agile Robots gilt als heikel. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, chinesisch kontrolliert zu sein. Dabei will die Bundesregierung besonders in Schlüsseltechnologien wie der Robotik die Abhängigkeit von China reduzieren. Der chinesische Staat hat nun aber durch den Zuschlag Zugriff auf zahlreiche wichtige Patente des Unternehmens.“

Um den Verkauf von Franka Emika an Agile Robots zu verhindern, wurde ein Brandbrief an Wirtschaftsminister Robert Habeck geschickt. Das Ergebnis fasst Spiegel Online so zusammen: „Das Bundeswirtschaftsministerium hatte bis zuletzt erwogen, den Verkauf an Agile Robots per einstweiliger Verfügung zu stoppen, entschied sich dann aber dagegen“.

Wie sieht der Markt mit Industrieroboter aus?

Die Bedeutung von Industrierobotern nimmt in vielen verschiedenen Industrien und Branchen zu​. Gründe dafür sind unter anderem der eklatante Fachkräftemangel und der Druck der Globalisierung, der die Unternehmen zu einer verstärkten Automatisierung drängt.

Der Markt für Industrieroboter ist daher sehr dynamisch und wächst kontinuierlich. Statista dazu: „Im Jahr 2023 wird der Umsatz im Robotik-Marktmarkt in Deutschland voraussichtlich etwa 2,96 Milliarden Euro betragen“. Im Jahr 2028 soll der Robotik-Markt in Deutschland ein Volumen von über 3 Milliarden Euro haben.


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