M&A Handshake (Bild: Pixabay)

Was bedeutet eigentlich … M&A? Und wie erfolgreich sind die Mergers & Acquisitions?

Beim M&A fressen die großen Fische (= Unternehmen) die kleinen. Das kann zum Vorteil beider Parteien sein – muss es aber nicht.

Definition: Die Bedeutung von M&A

Hinter der Abkürzung M&A steht der Begriff “Mergers & Acquisitions”. Dahinter stecken zwei Maßnahmen, womit ein Unternehmen wachsen kann.

Bei “Mergers” handelt es sich um die Fusion zweier Unternehmen. Der Begriff kommt vom Englischen “to merge”, was unter anderem “vermischen”, “eins werden” und “ineinander übergehen” bedeutet.

Der Begriff “Acquisition” ist leichter zu verstehen, ihn gibt es in ähnlicher Schreibweise auch im Deutschen. Bei der Akquisition kauft ein Unternehmen ein anderes auf.

Was bringen M&A?

Jedes Unternehmen will und muss wachsen – so ist das im Kapitalismus. Ein Gleichstand bedeutet unternehmerisch gesehen einen Rückschritt. Das gilt besonders für echte StartUps. Sie müssen skalieren, also extrem schnell wachsen, und eine Disruption auslösen – am besten weltweit.

Ein Wachstum ist in vielen Fällen “organisch”, also aus eigener Kraft, schwer oder gar nicht möglich. Die Lösung ist hierfür ein “externes Wachstum” durch M&A.

Mergers & Acquisitions sind normal

Gegenwärtig sind die Zahlen von Mergers & Akquisitions in Deutschland rückläufig. Trotzdem gibt es viele Konzernen, die immer wieder in Start-Ups investieren. So kaufte beispielsweise SAP im Januar 2021 das Berliner Software Start-Up Signavio für knapp eine Milliarde Euro. Und Zalando übernahm 2020 das Body-Scan-Startup Fision und hatte zudem das Interesse, den Online-Parfüm-Händler Flaconi zu kaufen. Für einiges Aufsehen sorgte auch der M&A-Deal zwischen Dr. Oetker und Flaschenpost.de.

Das Ziel der Mergers & Acquisitions besteht immer darin, Marktvorteile zu erreichen. Das Zalando-Beispiel und die Hoffnung darauf, Flaconi kaufen zu können, wird etwa als Angriff auf Douglas verstanden – eine Lücke, die Zalando aus eigener Kraft vermutlich kaum schließen könnte. SAP spart sich zum Teil eigene Entwicklungen, wenn bereits erfolgreiche Unternehmen hinzugekauft werden, die das eigene Angebot um Fachwissen und Technologie vergrößert.

Das Reiseunternehmen TUI ist gar ein Beispiel dafür, dass durch M&A ein komplett neues Geschäftsfeld erschlossen wird: Das größte Tourismusunternehmen Europas war von 1999 bis 2002 ein Teil der Preussag – ein Konzern mit einem ursprünglichem Schwerpunkt in der Montanindustrie. Doch der Mischkonzern Preussag suchte neue Geschäftsfelder und entdeckte diese als Dienstleister in der Freizeitindustrie

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Nicht alle M&A verlaufen gut

Das Rechtsanwaltspaar Tim und Nina Zagat gründeten 1979 das Unternehmen Zagat Survey. Den Anfang machten sie mit einer Restaurant-Umfrage unter Freunden in New York. Die Ergebnisse wurden in gedruckter Form herausgebracht. Im Jahr 2005 gab es Bewertungen von Restaurants in 70 US-Städten. Der Schwerpunkt lag dabei immer auf der Leser-Beteiligung und redaktioneller Bearbeitung.

2011, als Google Zagat aufkaufte, sollen die Bewertungen auf den Angaben von 350.000 Personen basiert haben. Für Google-Verhältnisse eine kleine Zahl, aber im Laufe der Jahrzehnte hatte sich Zagat einen erstklassigen Ruf in Bezug auf Seriösität und Qualität erworben.

Für Google machte der Ankauf Sinn: Ob gedruckt oder digital, das Unternehmen “lechzte” nach Information  und Daten, um größer zu werden. Wer über die Zagat-App nach einem Restaurant suchte, bekam außer Bewertungen auch Innenaufnahmen und zum Teil sogar Speisekarten zu sehen. Zagat Survey wurde zudem auf Nachtleben, Musik, Hotels, Theater, Kinos, Fluggesellschaften, Golf und Zoos, Golf ausgeweitet.

Doch die Konkurrenz schläft nicht. Und die technische Weiterentwicklung machte auch Googles Zagat zu schaffen. Apps für die Suche von Restaurants, Hotels und Flügen gibt es inzwischen zuhauf, und noch scheint kein Sättigungsgrad erreicht zu sein. Also suchte und fand Google einen Käufer. Sieben Jahre nach dem Ankauf des gedruckten Restaurantführers Zagat und der anschließenden Digitalisierung ist Google der Appetit darauf vergangen. 

Weitere bekannte Beispiele, bei denen M&A nicht funktionierte, sind unter anderem Karstadt und Kaufhof, Eon und Innogy sowie Fresenius und Quirónsalud. 

Fazit

Viele StartUp-Gründer träumen vom großen Exit – dem Verkauf des eigenen Unternehmens mit einem fetten Gewinn. So etwas kann durch ein M&A erfolgen. Dazu kommt es allerdings recht selten. Zumal der Verkauf eines Unternehmens nicht unbedingt bedeutet, dass damit etwas Gutes geschieht.

Als Erfolgsfaktor gilt eine alte Weisheit: Zusammen wächst nur, wer auch zusammenarbeitet!

Bild: Pixabay

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