Wirtschaftspruefer (Bild: Shutterstock)

Benötigt dein StartUp einen Wirtschaftsprüfer?

Was ist ein Wirtschaftsprüfer? Was sind seine Aufgaben? Und wann braucht dein Unternehmen einen solchen Finanzexperten? Wir erklären es dir.

Wirtschaftsprüfer: Was ist das?

In Deutschland gibt es knapp 3.000 Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, darin arbeiten laut Statista rund 14.600 Wirtschaftsprüfer. Was ist deren Tätigkeit? Wo kommen Sie zum Einsatz?

“Ein Wirtschaftsprüfer stellt sowohl ein öffentliches Amt als auch einen freien Beruf dar. Kernkompetenz dieser Profession ist die Kontrolle der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensbuchführung inklusive der entsprechenden Abschlüsse, Bilanzen und finanziellen Lageberichte”, erklärt Ageras.

Und was macht Wirtschaftsprüfer so besonders? “Dieser öffentlich bestellte Berufsstand hat die ausschließliche Befugnis, Jahresabschlüsse von Unternehmen und Genossenschaften zu prüfen. Er stellt den rechnerischen Abschluss des kaufmännischen Geschäftsjahres dar und gibt Auskunft über die finanzielle Lage sowie den Erfolg”, so Steuerberaterscout.de.

Was macht ein Wirtschaftsprüfer genau?

Die Aufgabengebiete fallen sehr breit gefächert und abwechslungsreich aus. Ein Wirtschaftsprüfer…

    • prüft die Jahresabschlüsse von Unternehmen.
    • erstellt Gutachten, zum Beispiel für Unternehmensbewertungen.
    • berät in wirtschaftlichen Angelegenheiten.
    • gibt eine Rechtsberatung zu Dingen, die in sein Aufgabengebiet fallen.
    • führt Steuerberatungen durch.

Ja, richtig gelesen: Wirtschaftsprüfer sind auch als Steuerberater tätig. Denn die Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer baut auf der des Steuerberaters auf.

Steuerberater versus Wirtschaftsprüfer: Was sind die Unterschiede?

Ein Wirtschaftsprüfer kann wegen seiner Ausbildung als Steuerberater tätig sein – ein Steuerberater aber nicht als Wirtschaftsprüfer.

Ganz vereinfacht erklärt bedeutet das:

    • ein Steuerberater erstellt Jahresabschlüsse
    • der Wirtschaftsprüfer prüft diese Jahresabschlüsse

Was prüft der Wirtschaftsprüfer?

Er kontrolliert die Buchhaltung und Bilanzierung eines Unternehmens. Daraus beurteilt er, ob ein Unternehmen wirtschaftlich in der Lage ist, seine Arbeit weiter fortzuführen.

Wikipedia dazu: “Bei einer Wirtschaftsprüfung wird ein Ist- mit einem Soll-Zustand verglichen und auf der Grundlage der Abweichung ein entsprechendes Prüftestat entweder uneingeschränkt oder eingeschränkt erteilt oder verweigert.”

Wann und warum kommt ein Wirtschaftsprüfer zum Einsatz?

Es gibt eine gesetzliche Verpflichtung, einen Jahresabschluss zu prüfen. Diese Verpflichtung steigt mit dem Wachstum eines Unternehmens. Dies gilt für Kapitalgesellschaften (bspw. GmbH), die gewisse Kriterien des Handesgesetzbuches erfüllen. Welche das sind, steht in §267 HGB.

Darin ist unter anderem festgehalten, dass eine Wirtschaftsprüfung im Gründungsjahr zu erfolgen hat. Und wenn das Unternehmen mehr als 6 Millionen Euro Umsatz oder mehr als 50 Arbeitnehmer aufweist.

Zudem kann dein Unternehmen freiwillig einen Wirtschaftsprüfer engagieren, um die Verhandlungen mit Kreditgebern und Investoren zu begleiten. Oder wenn dein StartUp Unterstützung bei der Optimierung von Geschäftsprozessen benötigt.

Fazit: Braucht ein StartUp einen Wirtschaftsprüfer?

Jein. Bei gewissen Unternehmensformen und Unternehmensgrößen ist – wie im HGB beschrieben – eine Wirtschaftsprüfung erforderlich. In vielen anderen Fällen kann es ratsam sein, einen Wirtschaftsprüfer hinzu zu ziehen. Zum Beispiel bei Unternehmensbewertungen oder Geschäftsverhandlungen, wo es um die Finanzen deines StartUps geht.

Bist du unsicher? Dann rede mit deinem Steuerberater darüber. Oder nutze Online-Portale wie Ageras, um einen Wirtschaftsprüfer zu finden, der deine Fragen beantwortet.

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