Was bedeutet StartUp (Bild: Shutterstock)

Was bedeutet eigentlich … StartUp?

Der Begriff “StartUp” ist gerade angesagt und wird inflationär verwendet. Aber was bedeutet er eigentlich? Wir erklären, was ein echtes StartUp ausmacht.

Missverständnisse in Sachen StartUps

Junge Menschen, die in coolen Lofts residieren oder in der Garage sitzen, um mit ihren kreativen Innovationen die Welt zu erobern: So werden StartUps gerne gesehen und beschrieben.

Doch die Realität ist eine andere. Einerseits, weil nicht alle StartUps so anfangen. Andererseits, weil nicht jedes frisch gegründete Unternehmen mit Mitarbeitern um die 20 als StartUp angesehen werden kann. Und auch eine gute Erfindung macht aus einer Firma noch kein StartUp!


Schreibweise: Start-up, Startup oder StartUp?


Mal heißt es Start-up, Start-Up oder Start Up, mal Startup oder wie bei uns StartUp. 


Was ist richtig? Der Duden hat darauf eine klare Antwort: Die korrekte Schreibweise lautet Start-up, also mit einem Bindestrich und einem kleingeschriebenen “up”.


Trotzdem bleiben wir von StartUpWissen.biz bei unserer Schreibweise – deutsche bzw. englische Rechtschreibung hin oder her.


Definition: Was ist ein StartUp?

“Ein StartUp beschreibt ein kürzlich gegründetes Unternehmen”: Das ist aktuell die weit verbreitete Meinung. Doch nicht jedes frisch gestartete Unternehmen kann man als StartUp bezeichnen, auch wenn das fälschlicherweise oft getan wird!

Wichtig für die Definition, ob ein Unternehmen als StartUp angesehen werden kann oder nicht, sind zwei weitere Faktoren: “Es hat eine innovative Geschäftsidee bzw. Problemlösung. Und die Unternehmensgründung erfolgt mit dem Ziel, stark zu wachsen und einen hohen Wert zu erreichen”, so Wikipedia.

Das Vorhaben, schnell zu skalieren und somit in kurzer Zeit ein rasantes Wachstum hinzulegen, ist eine Besonderheit von StartUps. Durch das Wachstum in Verbindung mit einem innovativen Konzept entsteht so womöglich eine Disruption von altbekannten Geschäftsmodellen. Das heißt, StartUps brechen bestehende Strukturen auf und ersetzen sie innerhalb weniger Jahre durch ihre Innovation.


Ein Beispiel für Disruption durch ein StartUp


Früher wurden Musikstücke auf CDs gebrannt und verkauft, später folgten die MP3-Downloads. Heutzutage kaufen die Musik-Fans aber keine Songs oder Alben mehr, sondern konsumieren Sie als Stream über Spotify, Deezer oder Amazon Prime Music. Hierdurch sind alte Vertriebswege obsolet geworden.


Was macht StartUps noch noch aus?

Was StartUps von anderen “gewöhnlichen” Gründungen unterscheidet, ist oft auch die Art der Finanzierung. Anstatt Geld durch klassische Kredite zu beschaffen, werden die jungen, aufstrebenden Firmen durch einen Gründungszuschuss, spezielle Gründerkredite, Business Angels, Venture Capital oder über Crowdfunding finanziert.

Ebenfalls typisch für StartUps: Sie sind im Technologie-Sektor tätig. Verständlich, denn die Digitalisierung ermöglicht jungen, kreativen Teams die Möglichkeit, komplett neuartige Konzepte zu realisieren. Und das – zumindest in der MVP– bzw. MFP-, Prototypen- oder Pretotyping-Phase – mit einem überschaubarem Aufwand. Dabei wird nach der Lean StartUp-Methode und dem KISS-Prinzip vorgegangen: Alles sollte möglichst schnell und einfach realisierbar sein.

Was StartUps nicht auszeichnet, ist das Alter der Gründer und der Mitarbeiter. Es gibt zwar viele innovative Neugründungen, in denen das Durchschnittsalter des Teams bei 20 bis 25 Jahren liegt (zum Beispiel, wenn sie durch das EXIST-Gründerstipendium gefördert werden), doch das stellt keine Prämisse dar. Wie verschiedene Erhebungen heraus fanden, ist das Alter der StartUp-Gründer in der Regel zwischen 30 und 40.

Was ist kein StartUp?

In den Medien wird jedes neue Unternehmen gerne als StartUp bezeichnet. Das ist aber nach den oben genannten Definitionen falsch. Nicht jeder Smoothie-Laden, jede Softwarefirma und jeder Onlineshop gilt per se als StartUp – ganz im Gegenteil! Wichtig ist, dass neben dem Alter der Firma auch der Innovationsgrad, die Möglichkeit zur Skalierung und die Chance auf eine Disruption bedacht wird. 

Das bedeutet, die meisten Jungunternehmen, die beispielsweise in der TV-Sendung “Die Höhle der Löwen” auftreten, sind keine echten StartUps! Die vorgestellten Hundeleinen, Grillgewürze oder Abfluß-Reiniger stellen lediglich Produkte dar, bei in denen Feinheiten verändert bzw. verbessert wurden – mehr nicht.

Bekannte Beispiele für StartUps

Die Liste mit StartUps, denen der Durchbruch gelang, fällt lang aus. Hier ein paar bekannte Beispiele:

    • Airbnb
    • Uber
    • Instagram
    • Netflix
    • Spotify
    • Slack
    • N26
    • Amazon
    • Skype
    • Lilium
    • Didi Chuxing

Woher kommen die echten StartUps?

Von Apple, Facebook und Google bis hin zu Tesla und Slack: Die meisten weltweit bekannten StartUps und innovativen IT-Unternehmen kommen aus dem Silicon Valley oder haben in der Region um San Francisco ihren Firmensitz. Deswegen gilt die Region als StartUp-Keimzelle.

Auch wenn das Silicon Valley und die USA im Gesamten als Innovationsmotor gesehen werden, so entwickelten sich in den letzten Jahren weitere StartUp-Hotspots. Zum Beispiel Shanghai und Shenzhen in China, Tel Aviv in Israel, London in Großbritannien und Stockholm in Schweden.

In der Bundesrepublik gibt es viele neue Unternehmensgründungen, darunter befinden sich einige deutsche StartUp-Gründungen – zum Beispiel in Berlin, München und dem Ruhrgebiet. Überhaupt hat Europa ein paar schnell wachsende StartUps in petto, die gerne unterschätzt werden. Viele davon sind in bekannten Großstädten angesiedelt, da es hier leichter ist, die passenden Mitarbeiter zu finden. Ebenso in der Provinz gründen sich StartUps.

Das Milliarden-Spiel

Obwohl viele namhafte, innovative Gründungen wie Uber oder Tesla riesige Verluste oder nur selten Gewinne einfahren, fällt die StartUp-Bewertung extrem hoch aus. Analysten und Spekulanten sehen in ihnen das Potential, “the next big thing” zu sein. 

Hochgelobte Innovationsschmieden werden als Unicorns bezeichnet. “Einhörner” sind StartUps, deren Marktbewertung bei über einer Milliarde US-Dollar liegt. Davon gibt es weltweit über 250 Stück – Tendenz steigend. Deutlich seltener sind Decacorns (“Zehnhörner”) zu finden. Die Bewertung derartiger StartUps überschreitet die Grenze von 10 Milliarden Dollar.

Wie wird eine Neugründung zum StartUp?

Ein StartUp entsteht, wenn verschiedene Faktoren zusammenkommen:

Wird jedes StartUp erfolgreich?

Nein, definitiv nicht! Über 90% aller jungen Unternehmen stellen nach wenigen Jahren ihren Betrieb ein. Die Gründe, warum StartUps scheitern, fallen vielfältig aus. Es kann an der Kommunikation und Führung der/die Gründer liegen, am Perfektionismus oder an der falsch gewählten Zielgruppe sowie der schlechten Einschätzung des Marktes. Und am mangelhaften USP.

Tipp: Möchtest du mehr über den USP (Unique Selling Point), das Alleinstellungsmerkmal, erfahren? Im USP Marketing Podcast erklären StartUp-Gründer und Selbstständige, wie sie die Besonderheiten Ihres Produktes bzw. Ihres Unternehmens gefunden haben.

Was StartUps in den Ruin treibt, ist häufig der Mangel an Geld. Viele Unternehmenslenker erkennen eine Krise zu spät und verpassen so den Zeitpunkt für einen Business Pivot – der Neuausrichtung des StartUps.

Schafft ein StartUp den Product Market Fit und überlebt damit, kommt es an den Punkt, wo die Skalierung im Fokus steht. Dann spricht man von einem ScaleUp.

Welche Jobs gibt es in StartUps?

Auch wenn auf den Visitenkarten Stellenbeschreibungen wie Marketing-Jedi oder Finance-Prophet steht, so sind die meisten StartUp-Jobs ganz gewöhnliche Positionen. In den Neugründungen werden Marketing-, PR- und Vertriebsmitarbeiter genauso wie Entwickler oder Personalmanager benötigt. 

Nichtsdestotrotz gibt es auch neuartige Jobs, welche meist nur in StartUps zu finden sind. Dazu gehören unter anderem Growth Hacker, die eine Schnittstellen-Funktion zwischen Marketing, Business Development und Programmierer darstellen.

Hinweis: In unserer StartUp-Stellenbörse gibt es tolle Praktika sowie Vollzeit- und Werkstudenten-Jobs in jungen, dynamischen Unternehmen!

Bücher für StartUp-Gründer

Es gibt zahlreiche inspirierende Bücher für StartUps, mit denen (zukünftige) Gründer sich neue Ideen holen oder ihr Business optimieren können. Bekannte Werke sind unter anderem “Lean Startup” von Eric Ries und “Kopf schlägt Kapital” von Günter Faltin.

Auch Ratgeber zu speziellen Themengebieten sollten herangezogen werden, beispielsweise für die Erstellung des Businessplans, die Investoren-Suche oder das Onlinemarketing für StartUps.

Hinweis: Weitere Fachbegriffe-Erklärungen findest du in unserer Rubrik “Was bedeutet… ?” und in unserem StartUp-Glossar.

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