Arbeitsschutz (Bild: Freepik)

Arbeitsschutz: Was du als Gründer und StartUp-Inhaber unbedingt darüber wissen musst

  • Letztes Update:2 Monaten 
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Warum ist Arbeitsschutz so wichtig – und das bereits in der frühen Phase deines Unternehmens? Diese und weitere Fragen klärt dieser Ratgeber.

Ein Gastbeitrag von Kornelia Lehmann & Oliver Schmied / Betriebsarztservice.de

Schütze deine Mitarbeiter!

Als Gründer gibt es für dich unzählige Themen, die relevant für dein Tagesgeschäft und die Weiterentwicklung deines Unternehmens sind. Dabei bleibt gerne ein Thema auf der Strecke: der Arbeitsschutz. Viele StartUps kommen erst dann mit dem Arbeitsschutz in Berührung, wenn sie das erste Mal Kontakt mit der Gewerbeaufsicht oder einem Unfallversicherungsträger haben. Also dann, wenn es bereits zu spät ist.

Ab wann genau muss du dir als Gründer Gedanken über dem Arbeitsschutz machen? Und was ist alles zu beachten? In diesem Blogbeitrag erfährst du alles Wichtige rund um dieses Thema.

Arbeitsschutz: Was ist das überhaupt?

Der Arbeitsschutz beinhaltet alle Maßnahmen, die dazu beitragen, Arbeitsunfälle zu verhindern, Mitarbeiter vor Gefahren zu schützen und grundsätzlich das sichere und gesunde Arbeiten im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes (ArbschG) zu gewährleisten.

Zum Arbeitsschutz gehören unter anderem die Bereitstellung von sicheren und gesundheitsverträglichen Arbeitsplätzen, die Einhaltung von Hygienevorschriften, die Durchführung von Schulungen und Unterweisungen sowie die Überwachung der Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften. Die Verantwortung für einen adäquaten Arbeitsschutz liegt dabei grundsätzlich beim Unternehmer.

Ab wann bist du dazu verpflichtet, ein Arbeitsschutz in deinem Unternehmen einzuführen?

Ab dem ersten Mitarbeiter bist du verpflichtet, erforderliche Arbeitsschutzmaßnahmen zu treffen, die die Gesundheit und Sicherheit deiner Mitarbeiter am Arbeitsplatz erhalten. Diese können nach Tätigkeitsfeld und Branche variieren.

Was sind die wichtigsten Maßnahmen im Arbeitsschutz?

Unternehmer müssen unterschiedliche Maßnahmen ergreifen – je nachdem, wie groß ihr Unternehmen ist und welche Art von Firma sie führen. Die Maßnahmen lassen sich grob in die sogenannte Grundbetreuung und in die betriebsspezifische Betreuung untergliedern.

Grundbetreuung

Darunter fallen zum Beispiel diese Maßnahmen:

Gefährdungsbeurteilung

Als Unternehmer trägst du die Verantwortung für die Risiken, die in deinem StartUp bestehen. Mithilfe einer Gefährdungsbeurteilung können diese erkannt, beurteilt und minimiert werden.

Die Gefährdungsbeurteilung ist somit die Grundlage des betrieblichen Arbeitsschutzes und für alle Unternehmen verpflichtend. Sie hilft dir dabei zu erkennen, welchen Gefährdungen deine Beschäftigten ausgesetzt sind. Und du siehst, welche Pflichten du als Arbeitgeber erfüllen musst.

Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung

Die sicherheitstechnische und betriebsärztliche Betreuung muss von allen Betrieben gewährleistet werden – sowohl in der Grundbetreuung und in der betriebsspezifische Betreuung. Der Umfang der Betreuung hängt von der Anzahl der Beschäftigten, deiner Branche und den vorliegenden Gefährdungen ab, die unter anderem von der DGUV V2 Vorschrift genau festgelegt werden.

Die Betriebsgrößen werden unterschieden in:

  • bis zehn Beschäftigte
  • mehr als zehn bis zu 50 Beschäftigte
  • mehr als 50 Beschäftigte.

Unterweisung

Du kannst Unfälle und Gesundheitsschäden durch gute Organisation und Durchführung von regelmäßigen Schulungen (sogenannten Unterweisungen) vermeiden.

Betriebsanweisung

Betriebsanweisungen dienen als Richtlinien für das Verhalten in bestimmten Arbeitsbereichen und bei bestimmten Tätigkeiten. Sie regeln auch, wie man sich in Stör- und Notsituationen verhält. Die Betriebsanweisungen bilden die Grundlage für die vorgenannten Unterweisungen.

Betriebsspezifische Leistungen

Die betriebsspezifische Betreuung sorgt dafür, dass alle relevanten Faktoren für den jeweiligen Betrieb berücksichtigt werden. Der Betreuungsbedarf und -umfang muss für jeden Betrieb einzeln ermittelt und festgelegt werden.

Unter die betriebsspezifischen Leistungen fallen zum Beispiel eine arbeitsmedizinische Vorsorgen (gemäß ArbMedVV), Eignungsuntersuchungen, Impfungen oder betriebliche Programme und Aktionen. Du kannst außerdem weitere Zusatzleistung nutzen, wenn du dies benötigst.

Zu diesem Zusatzleistungen gehören beispielsweise Betriebsmittelprüfungen, die Ausbildung eines Mitarbeiters zum Brandschutz- oder Sicherheitsbeauftragten oder die Erstellung von Flucht- und Rettungsplänen.

Warum ist Arbeitsschutz für Gründer wichtig?

Unternehmer und Gründer müssen präventiv tätig sein, wenn es um die Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitarbeiter geht. Sie tragen die Verantwortung für ihre Mitarbeiter. Gut zu wissen: Zu den Mitarbeitern zählen auch geringfügig Beschäftigte, Praktikanten, Zeitarbeiter sowie Studentische Hilfskräfte.

Durch eine proaktive Haltung können viele Unfälle vermieden werden. Prävention lohnt sich also.

Dein Unternehmen hat auch von betriebswirtschaftlicher Seite etwas davon, wenn es die Arbeitsplatzsicherheit erhöht und somit gesunde Mitarbeiter bekommt. Denn je weniger Arbeitsunfälle und Krankheitstage es gibt, desto besser kann dein Unternehmen am Markt bestehen und wachsen.

Wie lässt sich der Arbeitsschutz umsetzen?

Hier sind ein drei Tipps, wie du Deine Verantwortung für deine Mitarbeiter wahrnehmen kannst:

  • Informiere deine Mitarbeiter über die Gefahren am Arbeitsplatz und sensibilisiere sie für potenzielle Risiken. Das kann in Form von Schulungen, Videos oder Aushängen geschehen.
  • Stelle sicher, dass alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, damit möglichst keine Unfälle geschehen. Dazu gehört zum Beispiel das Tragen von spezieller Arbeitskleidung bzw. Schutzkleidung und das Einhalten von Hygienevorschriften.
  • Überprüfe regelmäßig die Arbeitsbedingungen und nehme gegebenenfalls Verbesserungen vor.

Welche Lösungen gibt es für StartUps?

Digitalisierung spielt für Gründer nicht nur im Rahmen des eigenen Geschäftsmodells eine wichtige Rolle. Auch im Bereich Arbeitsschutz möchten deine Mitarbeiter wahrscheinlich die Flexibilität, die sie bereits aus anderen Bereichen kennen.

Dabei können insbesondere junge, innovative Anbieter durch ihr digitales Arbeitsschutz-Angebot unterstützen. Darunter fallen beispielsweise folgende Themen:

  • Telemedizinische Beratungen durch Experten im Bereich Gesundheit, Sicherheit und Psychologie für deine Mitarbeiter

  • Regelmäßige digitale Teilnahme an Arbeitsschutzausschuss-Sitzungen

  • Psychologische Gefährdungsbeurteilungen und Mental-Health-Sprechstunden die mithilfe von digitalen Fragebögen und Auswertungen eine individuell für dein Unternehmen zugeschnittene Beratung ermöglichen

  • Digitale Anamnesen als Vorbereitung für die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen deiner Mitarbeiter

  • Regelmäßige Online-Unterweisungen

Damit bist du als Unternehmer optimal aufgestellt, um deinen Mitarbeitern Arbeitsschutz zu bieten, der die neuen Anforderungen der Arbeitswelt optimal berücksichtigt.

Warum Mental Health bzw. Arbeitspsychologie auch ein Thema für Gründer ist

Als StartUp-Gründer bzw. Unternehmer solltest du dich auch frühzeitig mit der mentalen Mitarbeitergesundheit befassen. Denn durch Remote Work, Home Office und andere modernen Arbeitsweisen verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zunehmend. Hierdurch wird die Psyche und die mentale Gesundheit deiner Angestellten belastet.

Hinzu kommen äußere Einflüsse wie Pandemien, Krisen, Kriege und Fachkräftemangel, welche sich ebenfalls negativ auf die mentale Gesundheit auswirken können. Die Förderung der psychischen Mitarbeitergesundheit  – besonders innerhalb des Unternehmens – sollte für dich ein wichtiger Punkt für mehr Produktivität, Motivation und Unternehmenserfolg im Business sein.

Du hast viele Möglichkeiten, das Thema Mental Health in deinem Unternehmen voranzubringen. Innerhalb der Grundbetreuung kannst du Arbeitspsychologen zu Rate ziehen, die eine Gefährdungsbeurteilung zur psychischen Belastung deiner Mitarbeiter im Unternehmen durchführen. Zudem bieten Workshops und Seminare viele spannende Inhalte, die du im Rahmen eines Gesundheitstages platzieren kannst.

Fazit

Arbeitsschutz ist ein elementarer Bestandteil der Unternehmensgründung. Auch wenn andere Themen zunächst wichtiger erscheinen, ist es unabdingbar, sich auch um die körperliche und mentale Gesundheit deine Mitarbeiter zu kümmern – und das so früh wie möglich.

Somit: Erkenne den Mehrwert des gelebten Arbeitsschutzes!


Über die Autoren:

Kornelia Lehmann ist als Head of Marketing & Communication und Oliver Schmied als Head of Strategy bei Betriebsarztservice.de tätig. Das deutsche StartUp sorgt für eine qualitativ hochwertige arbeits­medizinische und sicherheits­tech­nische Betreuung von Mitarbeitern in Unternehmen. Die Dienstleistungen fallen unter anderem in die Bereiche Arbeitsmedizin, Arbeitspsychologie und Brandschutz.


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Bild: Freepik

Ein Kommentar

  1. Gut zu erfahren, bis wohin der Arbeitsschutz genau reicht. Ich möchte mir mit meinem Start-up Büroräume mieten und mir eine Brandschutz-Beratung suchen, bevor ich meine Mitarbeiter dort einstelle. Am besten wende ich mich dafür direkt an eine spezifische Firma für den Brandschutz.

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