Gamification und Marketing - Definition, Erklärung und Beispiele (Bild: Freepik)

Was bedeutet eigentlich … Gamification? Und wie funktioniert das als Marketing-Instrument?

  • Letztes Update:3 Wochen 
  • Lesezeit:4Minuten

Gamification ist „in“. Denn die spielerischen Features sorgen für mehr Aufmerksamkeit und lassen Nutzer zu Kunden werden.

Ein Gastbeitrag von Peggy de Lange / Fiverr

Games und Gamification liegen im Trend

Verschiedene Untersuchungen belegen, dass die Engagement-Rate von Marketing-Kampagnen um 100 Prozent höher ausfällt, wenn Mechanismen aus dem Bereich Gaming verwendet werden. Spielerische Formate gelten deshalb bereits seit einigen Jahren als ein starkes Marketing-Instrument im Marketing-Mix.

Woher kommt das? Gaming ist in großen Teilen der Bevölkerung sehr populär. Im Jahr 2020 erzielte die globale Gaming-Industrie Umsätze von fast 150 Milliarden US-Dollar.

Heute sind die Technologien nicht mehr nur Gamern vorbehalten, und mit dem Hype um Web 3.0, Metaverse und Virtual Reality erfährt Gamification als Marketinginstrument richtig Aufwind.

Was genau ist Gamification?

Unter Gamification versteht man die spielerische Interaktion mit Produkten – und das außerhalb von klassischen Computer- und Videospielen. Es geht darum, Aufmerksamkeit bei der Zielgruppe zu erreichen, indem Gaming-Features das Nutzererlebnis verbessern.

User werden durch Anreize wie Belohnungen oder Unterhaltungselementen zum Spielen oder Nutzen einer Anwendung animiert. Damit verlängert man die Verweildauer in Apps oder im E-Commerce und generiert so Markenloyalität.

Wie profitieren Unternehmen von Gamification?

Gamification erregt nicht nur kurzfristig Aufmerksamkeit, sondern steigert auch die Conversion Rate – zum Beispiel in Onlineshops. Denn die interaktiven Formate kommen häufig vor oder während eines Kaufabschlusses zum Einsatz.

Wenn spielerischen Formate besonders umfangreich sind oder Preise verlost werden, müssen sich Nutzer in der Regel registrieren. Auf diese Weise sammeln Unternehmen zusätzlich wertvolle Kundendaten, die ihnen bei der Kundengewinnung oder auch bei der Entwicklung ihres Angebots helfen.

Welche Gamification-Formate gibt es?

Gamification-Formate findet man auf Unternehmenswebseiten, in Onlineshops, auf Social-Media-Kanälen oder in Apps. Ein lustiger Instagram-Filter, ein Quiz oder ein „Glücksrad“ für Rabatte in einem Webshop zählen dazu.

Häufig sollen Nutzer kleine Challenges erfüllen, digitale Gegenstände sammeln, einen Highscore erreichen oder selbst kreativ werden. Viele Formate ermutigen Nutzer dazu, langfristig immer wieder mit der Marke zu interagieren – zum Beispiel über ein persönliches Punktekonto für absolvierte Herausforderungen. Diese Punkte können dann gegen Rabatte oder kleine Geschenke eingelöst werden.

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Beispiele für Gamification

Gerade im Gesundheits- und Sportbereich boomen Gamification-Funktionen. In Deutschland gibt es bereits zahlreiche Health-StartUps, die mit ihren eigenen Fitness-Trackern oder -Apps den Markt erobern. Hier kommt Gamification ganz klassisch zum Einsatz: Über digitale Communities und Ranglisten können die User ihre Leistungen untereinander vergleichen und an Wettbewerben teilnehmen. Das schafft Motivation und obendrein eine langfristige Markenbindung.

Und auch der Online-Handel bietet zahlreiche Möglichkeiten für den Einsatz von Gamification. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, haben beispielsweise einige Unternehmen spielerische Shopping-Erlebnisse wie die virtuelle Anprobe von Kleidung und Accessoires im Angebit. Solche Features eignen sich auch als individuelle Aktionen zur Neueinführung bestimmter Kollektionen oder Produktlinien.

Fazit

Das Ziel von Gamification ist es, Nutzer zu Kunden zu machen. Dabei sind der Kreativität der Entwickler keine Grenzen gesetzt. Schon jetzt ist Gamification ein Weg, um die ersten Gehversuche im Web 3.0 zu wagen und zum Beispiel virtuelle Communities aufzubauen.

Das heißt, Gamification macht Marken erlebbar. Es ermöglicht interaktive, fesselnde sowie überraschende Content-Formate und damit eine neue Form des Storytellings. Das schafft positive Emotionen und Kundenbindung.

Viele Unternehmen investieren in Gaming-Technologien, um das Erlebnis für ihre Kunden zu verbessern – und zwar nicht nur die großen Konzerne. Laut dem Bedarfsindex für Kleinunternehmen von Fiverr gibt es auch immer mehr StartUps und KMU, die in Sachen Gamification aktiv sind. Die Folge: Die Nachfrage nach Game-Development-Dienstleistungen ist in Deutschland stark gestiegen.

 

Peggy de Lange von FivverrÜber die Autorin:

Peggy de Lange ist Vice President International Expansion von Fiverr, dem führenden Marktplatz für Freelancer und digitale Jobs. Neben der globalen Expansion des Unternehmens verantwortet sie die Lokalisierung des Marktplatzes, um die Käufer- und Verkäufererfahrungen auf Fiverr außerhalb der USA zu optimieren. Sie ist seit 2012 bei Fiverr tätig, u.a. als Marketing Director und VP Corporate Marketing. 


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Bild: Freepik

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