Star Trek Management Tipps (Bild: Pexels / Heyne Verlag)

Do it like Captain Picard! Star Trek-Weisheiten und spacige Management-Tipps

  • Letztes Update:2 Monaten 
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Was können Manager und StartUp-Gründer von Star Trek lernen? Sehr viel! Der weise Enterprise-Captain Jean-Luc Picard hat einige zeitlos gute Management-Tipps parat.

Management-Weisheiten von Jean-Luc Picard

Nein, Star Trek ist und war noch nie eine Serie, bei der es nur um abgedrehte Geschichten in fernen Welten geht. Stattdessen gab es auch immer eine lehrreiche Seite, besonders in Star Trek: The Next Generation (STTNG) mit seinen ikonischen Figuren wie Worf, Data, Geordi LaForge und natürlich Captain Picard.

Obwohl die neue Serie Star Trek: Picard das Image von Jean-Luc Picard ramponiert, hat der Captain weiterhin ein hohes Ansehen. Warum? Weil der Franzose in der Vergangenheit stets bedacht und weise vorging. Er verhielt sich so weit wie möglich friedlich, beachtete meistens Regeln und Gesetze, unternahm selten persönliche Alleingänge. Und er führte sein Team straff, aber gerecht.

Aus der Art und Weise, wie Captain Picard in der Serie Star Trek: The Next Generation agierte, lassen sich wichtige Management-Tipps ableiten. Diese wurden 1995 im Buch Picards Prinzip – Managed by Trek* (Originaltitel: Make it so: Leadership Lessons from Star Trek – The Next Generation) von den Autoren Wess Roberts und Bill Ross niedergeschrieben. Genauso zeitlos wie das korrekte Verhalten des obersten Offiziers der NCC 1701-D/E Enterprise sind auch die Aussagen in dem ungewöhnlichen Management-Ratgeber.

Ratschläge und weise Zitate für Gründer und Manager aus dem Star Trek-Universum

Picards Prinzip – Managed by Trek bietet einige Ratschläge und Weisheiten, die StartUp-Gründer, Bereichsleiter oder Vorstandsvorsitzende gleichermaßen beherzigen können. Hierzu muss man allerdings die Tipps etwas in seine Geschäftswelt transformieren.

Denn: In dem Buch, das aus der Ich-Perspektive von Captain Picard geschrieben ist, wird verständlicherweise von Offizieren und Crew-Mitgliedern geredet. Diese Positionen lassen sich sehr gut in die Arbeitswelt übertragen, indem man für „Offizier“ den Begriff „Manager“ (gleichbedeutend für Geschäftsführer oder Teamleiter) verwendet und „Crew-Mitglieder“ als „Mitarbeiter“ (aka Kollegen oder Teammitglieder) bezeichnet.

Dementsprechend werden wir die folgenden Zitate aus dem Buch passend übersetzen. Außerdem fügen wir ergänzende Worte und eigene Management-Tipps hinzu.

Nr. 1) Picards wichtigster Tipp für Manager: Teamplay statt Ego-Trip

Die erste große Erkenntnis aus Picards Prinzip – Managed by Trek ist: „Der Erfolg eines Managers resultiert zu einem wesentlichen Teil aus den Fähigkeiten derer, die ihn umgeben. Daher ist es meine feste Überzeugung, dass einer der wichtigsten Punkte auf der Liste der Grundpflichten eines Managers der ist, die Führungsqualitäten seiner Untergebenen zu fördern.“

Anders ausgedrückt: Ein Manager muss immer ein Teamplayer sein. Kein Boss, der nur das Wort „ich“ kennt, sondern ein Leader, der bei neuen Aufgaben und Herausforderungen von „wir“ spricht. Gerade in kleinen Teams, wie sie in StartUps meist vorkommen, ist der Zusammenhalt und das Können der Einzelnen extrem wichtig. Jeder Mitarbeiter, gleichgültig ob Praktikant, Freelancer oder Festangestellter, sollte zum gemeinsamen Erfolg beitragen.

Anders ausgedrückt: Jeder stellt ein wichtiges Rädchen im System dar, das besonders bei StartUps ziemlich fragil sein kann. Dementsprechend ist es wichtig, dass in einem jungen Unternehmen immer verschiedene Kompetenzen zusammenkommen und die Experten ihr Fachwissen ausleben können.

Nr. 2) Das muss ein Vorgesetzter können: Prioritäten setzen

Im Geschäftsleben strömen meist Tausende Dinge auf einen ein. Manager müssen die Fähigkeiten besitzen, einen Blick auf das Wichtigste zu haben, um am richtigen Strang zu ziehen. Ebenso benötigen Vorgesetzte einen Weitblick, also eine Übersicht über möglichst alles, was in ihrem Bereich und darüber hinaus geschieht.

Mitarbeiter haben meist nicht diesen Weitblick und auch nicht den Blick auf die Geschäftsziele. Deshalb brauchen sie Anweisungen von „oben“, um zu wissen, was wichtig und was weniger wichtig ist. Manager müssen klare Ansagen machen und dafür sorgen, dass gemeinsam an den derzeit wichtigsten Punkten gearbeitet wird. Eine Führung nach Laissez-faire dagegen wirkt kontraproduktiv.

Hierzu Picard: „Für mich ist die Fähigkeit zur Konzentration auf das Wesentliche die wichtigste Qualität eines Managers.“ Ferner meint er, dass „die Effektivität eines Managers in direkter Relation zum Grad der Konzentrationsfähigkeit steht, die er für seine wichtigen Pflichten aufbringt.“

Doch: Allen sollte stets klar sein, dass Ziele sich ständig verändern können und angepasst werden müssen! Dafür gilt die nächste Management-Regel von Jean-Luc Picard.

Nr. 3) Führungspersönlichkeiten müssen sich ständig anpassen

„Manager sollten die umfassende geistige Fähigkeit entwickeln, sich rasch an unterschiedliche Anforderungen und neue Situationen anzupassen. Sie sollten lernen, einer Krise mit Ideenreichtum zu begegnen“, heißt es in dem Star Trek-Buch.

Ohne Strategie geht es nicht, dafür muss ein Manager für sich und seinem Team Prioritäten setzen. Trotzdem ist es erforderlich, immer flexibel zu bleiben. Gerade wenn eine kritische Situation aufkommt (zum Beispiel ein Server-Ausfall, ein finanzieller Engpass oder eine bedrohliche Unternehmenskrise), müssen die Team-Leader und Geschäftsführer einen kühlen Kopf bewahren, um sachlich und richtig auf die neue Herausforderung reagieren zu können. Hierbei ist der Faktor Zeit wichtig.

Wichtige Entscheidungen sollten zwar durchdacht werden, doch dafür hat man nicht immer die benötigte Zeit. Ein erfahrener Manager kann in solchen Krisensituationen – beispielsweise bei einer drohenden Insolvenz – auf seinen Wissensschatz und seine Erfahrung zurückgreifen, um neue Prioritäten zu setzen. Zudem sollte er stets weitere Meinungen einholen – besonders vom eigenen Team.

Nr. 4) Nicht zu agieren ist ein Fehler

Was geschieht, wenn ein Manager keine Flexibilität oder keine Entscheidungsfreudigkeit besitzt? Er wird ein Getriebener. Das Schicksal nimmt dann seinen Lauf. Wobei das dann keine unabänderliche Tatsache ist. Hierzu die nächste Management-Weisheit von Picard: „Ich teile nicht die Ansicht, dass sich das Schicksal nicht beeinflussen lässt. Vielmehr glaube ich, dass jemand, der nicht handelt, sich zu sehr auf das Schicksal verlässt“.

Für Manager bedeutet das: Die Angst vor dem Unbekannten darf keine Entschuldigung dafür zu sein, gar nicht oder nicht vehement genug zu (re)agieren. Immer nur zu Reagieren anstatt zu Agieren, kann ermüdend sein. Wer nicht mehr selbst die Zügel in der Hand hat, macht mehr Fehler und brennt aus.

Und wer immer auf Sicherheit bauen will, Konflikte oder schnelle Entscheidungen scheut, sollte sich nicht selbstständig machen oder für ein junges, innovatives Unternehmen arbeiten. Denn: Was macht ein echtes StartUp aus? Es betritt komplettes Neuland – so wie die U.S.S. Enterprise aufgebrochen ist, um dorthin zu gelangen „where no man has gone before“.

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Nr. 5) Der Lernprozess hört niemals auf

Picard sagt: „Es ist unmöglich, eine Kunst oder eine Wissenschaft sofort zu beherrschen. Vielmehr muss man sich – um in einer Sache wirklich zu erreichen – hindurchkämpfen, bevor die Geheimnisse offenbar werden.“

Oder um es mit einer alten Schul-Weisheit zu sagen: Ohne Lernen geht es nicht! Das sollten wir alle wissen, auch wenn manch einer das in seiner langjährigen Berufserfahrung ausblenden mag. „Es ist wichtig, dass ein Manager sich das Wissen aneignet, das er in schwierigen Situationen benötigt“, heißt es Managed by Trek weiter dazu.

Das Lesen von Fachmagazinen, Weiterbildungen über Webinare und Seminare oder Fortbildung über Schulungen: Dies hat jeder Leader fortwährend in seinen Arbeitsalltag zu integrieren. Ebenso Gespräche mit Kollegen und Experten aus der eigenen Branche. Nur so bleibt man an Puls der Zeit.

Ist somit jemand, der viel lernt, am Ende der perfekte Mitarbeiter oder der ideale Manager? Nicht unbedingt. „Ganz gleich, wie viel Wissen man sich angeeignet hat – Praxis und Erfahrung sind erforderlich, damit daraus Klugheit wird“, sagt Picard.

Was man von den Star Trek-Ratschlägen für Manager lernen kann

Warum ist Picards Prinzip – Managed by Trek so gut? Weil es erneut zeigt, das Star Trek – besonders die Episoden der Next Generation – keine reine Science-Fiction-Serie ist, sondern die Zuschauer mit ganz irdischen Probleme konfrontiert. Die Art und Weise, wie speziell Captain Picard und seine Mannschaft die Herausforderungen meisterten, waren zwar teilweise ziemlich fantastisch und übertrieben, aber die grundlegenden Prinzipien ganz irdisch und normal.

Jean-Luc Picard war in Star Trek: Next Generation ein erfahrener, besonnen agierender Vorgesetzter, der sein Team durch alle Krisen mit Weisheit führte. Er stellt den perfekten Manager dar. Seine Methoden lassen sich (mit einer gewissen Übersetzung) auf die Aufgaben und Probleme von Unternehmen übertragen – besonders auf die Herausforderungen, die StartUp-Gründer und -Geschäftsführer meistern müssen.

Denn jedes innovative Unternehmen ist eine U.S.S. Enterprise, welche die erforschten Pfade verlässt und sich ins Unbekannte aufmacht. Hierzu bedarf es Mut, eiserner Disziplin und einer erstklassiger Mannschaft.

Wenn sich ein StartUp-Gründer bzw. ein Geschäftsführer, seine Manager und sein Team an die hier vorgestellten Star Trek-Management-Weisheiten halten, bekommen sie ein gutes Rüstzeug, um „the final frontier“ erkunden zu können.

In diesem Sinne: Energie!


Über das Buch:

Make it so bzw. Picards Prinzip ist zwar schon über 25 Jahre alt, der Inhalt aber zeitlos gut. Den ungewöhnlichen Management-Ratgeber kann man zum Beispiel bei Amazon als gebrauchtes Taschenbuch kaufen*.

Das Schöne an dem Buch ist: Captain Picard erzählt seine wichtigen Missionen nach. Nach jeder Kurzgeschichte fasst er zusammen, was die Leser respektive Manager aus seinen Erfahrungen lernen können. So entsteht ein ein ganz ungewöhnlicher Ratgeber mit Management-Tipps für Star Trek-Fans und Nicht-Trekkies gleichermaßen.


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Bilder: Pexels, Heyne Bücher

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