Laissez-faire Führung (Bild: Freepik)

Laissez-faire: Eignet sich dieser Führungsstil für StartUps? Was sind die Vorteile und Nachteile?

  • Letztes Update:2 Wochen 
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Keine Hierarchien und viele Freiheiten: Der Laissez-faire-Führungsstil klingt verlockend. Doch er birgt auch einige Gefahren.

Gehören StartUps und der Laissez-faire-Führung zusammen?

Junge Unternehmen der New Economy möchten anders als die “alten Tanker” der Old Economy sein. Sie wollen mit neuen Ideen, Konzepten und Produkten den Markt aufmischen.

Gleiches gilt für die Arbeitsweise im Team: Das Menschliche soll im Vordergrund stehen, ebenso die Work-Life-Balance. New Work ist “in”! Gehört dazu auch ein Führung nach Laissez-faire?

Laissez-faire: Was bedeutet das?

Der Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt so viel wie “lass sie machen”. Laut Leo.dict steht “Laissez-faire” auch für das Nichteingreifen, eine lasche Haushaltsführung und ein wirtschaftsliberales Verhalten.

Merkmale: Was macht einen Laissez-faire-Führungsstil aus?

Wenn du in deinem StartUp nach Laissez-faire vorgehst, bedeutet das: Es gibt eigentlich keine nennenswerte Führung. Stattdessen lässt du deine Mitarbeiter frei entscheiden und ihre Tätigkeiten erledigen. Somit ist Laissez-faire ein Anti-Führungsstil, da du als Führungskraft ja nicht wirklich führst.

Was sind die Vorteile von Laissez-faire in Unternehmen?

Deine Mitarbeiter haben viel mehr Freiheiten und Gestaltungsspielraum. Das zeigt sich zum Beispiel bei den Arbeitszeiten, wofür es verschiedene Modelle gibt. Gleitzeit, Schichtarbeit, Vertrauensarbeitszeit, Teilzeit – dein Team hat die freie Wahl, wann und wie es arbeitet. Und auch das Wo rückt in den Hintergrund: Remote Work im Cafè, Home Office in den eigenen vier Wänden oder Workation an einem Urlaubsort, alles ist theoretisch möglich.

Diese Freiheit und Flexibilität fördert die Motivation und damit auch die Bindung an dein Unternehmen. Das sind zwei wichtige Punkte, denn in Zeiten des Fachkräftemangels musst du jeden Pluspunkt im “War for Talents” nutzen.

Dazu kommt, dass deine Angestellten selbstbestimmt arbeiten können, wodurch oft jede Menge Energie und Kreativität frei wird. Durch ihre engere Bindung an dein StartUp entwickeln sie gerne Lösungen, um besser zu arbeiten. Und der Ruf deines Unternehmens verbessert sich, was wieder neue Talente anlockt.

Welche Nachteile hat der Nicht-Führungsstil?

Wenn jeder Mitarbeiter mehr Entscheidungsgewalt bekommt, erhält er auch mehr Verantwortung. Er kann sich ja nicht mehr “zurücklehnen” und einfach den Ansagen seines Vorgesetzten folgen, stattdessen muss er selbst ständig aktiv sein. So etwas lenkt natürlich von der Kernarbeit ab.

Wer abgelenkt und ohne Führung ist, dem droht die Gefahr, dass er sich verzettelt. Er springt sinnbildlich von Baustelle zu Baustelle und vergisst dabei seine eigentlichen Aufgaben. Derartiges kann schnell zu Chaos führen.

Was auch nicht vergessen werden darf: Bei einem Laissez-faire-Führungsstil entsteht mehr Druck auf jedem einzelnen Mitarbeiter. Denn ein StartUp voran zu bringen, ist kein Ponyhof. Dahinter steckt ein knallhartes Business, bei dem es Monat für Monat ums nackte Überleben gehen kann. Jeder muss seinen Teil dazu beitragen, dass die Neugründung vorankommt.

Dieser Druck kann psychische und physische Folgen haben: die Motivation sinkt, der Stresspegel steigt. Im schlimmsten Fall endet das in einem hohen Krankenstand und in Burn-outs.

Wie kannst du die Probleme abmildern?

Sei nicht zu “Laissez-faire” und gehe das Thema kontrolliert an – was ja eigentlich der Grundidee widerspricht.

Im Rahmen des Personalcontrollings kannst du beispielsweise Mitarbeiter akquirieren, die mit Eigenverantwortung, extrem flachen Hierarchien und Druck umgehen können. Gut dafür geeignet sind ehemalige Selbstständige, da diese wissen wie es ist, selbst und ständig zu arbeiten. Sie haben auch ein gutes Gefühl für Budgets, Deadlines und Kommunikation.

Ein weitere Möglichkeit ist es, den Laissez-faire-Führungsstil nicht von heute auf morgen einzuführen. Setze eine Organisation mit bekannten Hierarchien auf und baue diese langsam ab. Damit entwickelst du schrittweise dein StartUp hin zu einem “Lass sie machen”-Unternehmen.

Zudem kann es nicht schaden, Leitplanken zu setzen. Definiere feste Grenzen und No-Gos. Zum Beispiel dürfen Gelder nicht verschwendet werden und Kundenwünsche sind immer einzuhalten. Auch eine fest verankerte Feedback-Kultur sorgt für bessere Abläufe und beugt Missstimmung vor.

Fazit

Das Konzept des Laissez-faire-Führungsstils klingt verlockend, besonders für junge, “wilde” Unternehmen, welche die Welt revolutionieren möchten. Doch die tollen Vorteile bieten auch jede Menge Nachteile.

Es hat sich gezeigt, dass eine lessivere Führung in kleinen Gruppen gut funktionieren kann. Doch wenn ein StartUp zum ScaleUp wächst, könntest du schnell an die Grenzen von Laissez-faire stoßen. Große Unternehmen benötigen Strukturen, ansonsten können sich kleine Missstände schnell zu großen Problemen potenzieren.

Am Ende gilt: Ob ein lesifärer Führungsstil wirklich sinnvoll für dein StartUp ist, musst du am Ende selbst herausfinden. Denn jedes Team tickt anders.


Hinweis zur Transparenz: Bei diesem Ratgeber handelt es sich um einen bezahlten Beitrag, auch Sponsored Post genannt.

Bild: Freepik

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