Tischkicker (Bild: Pixabay)

Geld alleine macht nicht glücklich!

Work hard, play hard: Darum solltest du deinen Mitarbeitern mehr als nur eine gute Bezahlung bieten.

Ein Gastbeitrag von Christian Scherer

Unternehmenskultur für Mitarbeiter am wichtigsten – weit vor dem Gehalt

Wer einen Job sucht, geht immer mit gewissen Voraussetzungen an die Sache heran: Lange Zeit dachten viele Recruiter und Chefs, dass das Gehalt bei der Mitarbeiterzufriedenheit die größte Rolle spielt. Eine Studie der Princeton University und Glassdoor zeigt aber jetzt etwas anderes! Unternehmenskultur und Unternehmenswerte setzen die meisten Befragten auf die oberste Position, während die Entlohnung weit abgeschlagen auf Platz 6 landet.

Warum ist das so? Wie können Unternehmen von dieser Erkenntnis profitieren?

Die Studie im Detail: Einkommen wird stark überschätzt

Über 615.000 Nutzer des Arbeitgeber-Bewertungsportals Glassdoor, die zwischen 2014 und 2017 ihren Arbeitgeber benotet haben, wurden in die Analyse einbezogen. Mithilfe einer linearen Regression und Datenanalyse konnte aufgrund von unterschiedlichen Arbeitsplatzfaktoren untersucht werden, welche Faktor den größten Anteil an der Zufriedenheit der Mitarbeiter hat.

Auf Platz 1 landeten bei der Studie überraschenderweise die Unternehmenskultur und -werte (22,1 Prozent Anteil an der Gesamtzufriedenheit), Vorgesetzte und deren Verhalten sind knapp dahinter (21,1 Prozent). Den dritten Platz auf dem Treppchen belegen die Aufstiefs- und Karrierechancen (18,8 Prozent). Weit abgeschlagen landet die Bedeutung der Vergütung (mit 12 Prozent) auf dem sechsten Platz.

StartUps machen es vor: Mitarbeitern etwas bieten!

Doch wie schaffen es Unternehmen, eine für den Arbeitnehmer positive Kultur zu etablieren? Kleine Betriebe, die noch ganz am Anfang stehen, machen es vor: So beispielsweise das Gründer-Brüder-Duo Bilal und Adil Zafar aus Düsseldorf. Die Rheinländer, deren Online-Bewerbungsplattform seit 2014 auf dem Markt ist, sind klare Fans des alten Spruchs: Work hard, play hard. Sie lassen ihren Mitarbeitern eine Menge Freiheiten und bieten viele Incentives.

Das beginnt beim typischen StartUp-Style mit Gratis-Getränken und dem Kicker im Büro, geht dann aber noch ein paar Schritte weiter. „Wir wollen unsere Produktivitätsphasen gezielter nutzen,“ erklärt Zafar. „Und wer acht Stunden am Stück auf den Computer-Monitor glotzt, kann das auf gar keinen Fall.“ Während der Arbeitszeit joggen gehen, an die frische Luft spazieren oder auch eine kleine Auszeit bei einer halben Stunde Netflix? Gar kein Problem. Wer Playstation spielen möchte, um den Kopf frei zu kriegen oder um Stress zu reduzieren, kann das tun: „Unsere Mitarbeiter wissen, worauf es ankommt,“ sagt der Gründer. „Sie sollen die Zeit gerne bei uns verbringen.“

Alltag in Deutschland: harte Arbeit, kein Ausgleich

Leider verfolgen aber noch nicht alle Chefs den Plan von Bilal und Adil Zafar: Der Druck auf Beschäftigte allgemein steigt. Allein zwischen den Jahren 2003 und 2014 stieg die Zahl der Arbeitstage, die Angestellte wegen psychischer Krankheiten (wie Burnout) nicht bei der Arbeit erschienen, um mehr als 80 Prozent, wie eine weitere Studie belegt.

Das bedeutet: Arbeitszeiten werden ohne jeglichen Ausgleich erhöht, der Druck wird größer, die Pausen auf ein Minimum zurückgefahren. Andauernder Stress und Druck führt am Ende zu psychischen und sogar physischen Problemen.

Von StartUps lernen: Druck rausnehmen, trotzdem effizient bleiben

Natürlich lässt sich dieses Konzept nicht 1:1 auf große Unternehmen übertragen – und es gibt schließlich viele Faktoren, die bei der Mitarbeiterzufriedenheit mit reinspielen. Aber alleine die Einstellung und Kenntnis, dass jeder Mitarbeiter unterschiedliche Produktivitätsphasen hat und ihm entsprechende Freiheit gewährt werden sollte, diese individuell herauszufinden, wäre jedem Personaler und Verantwortlichen zu empfehlen.

Work-Life-Balance beginnt nicht beim Verlassen des Büros, sondern bereits während der Arbeitszeit!


Über den Autor:

Scherer-Christian-richtiggutbewerben.de_Christian Scherer ist Marketing Manager von richtiggutbewerben.de und Experte für Online-Bewerbungen sowie digitale Bewerbungsprozesse. Als studierter Kommunikations- und Medienwissenschaftler hat er schon für unterschiedliche Zeitungen geschrieben und ist als geborener Onliner in der digitalen Arbeitswelt zuhause.

Infos zum Unternehmen: richtiggutbewerben.de ist eine Online-Bewerbungsplattform, über die die Jobsuchende professionelle Bewerbungsunterlagen wie Anschreiben und Lebenslauf, aber auch die Optimierung von Online-Profilen wie bei XING oder LinkedIn wie in einem Online-Shop buchen können. Erfahrene Bewerbungsprofis mit Kenntnissen im Personalwesen und unterschiedlichen Branchen übernehmen die Erstellung professioneller Bewerbungen: persönlich, schnell und individuell.

Bilder: Pixabay, Richtiggutbewerben

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