Build-Measure-Learn / Lean Startuo / Scrum / Agile (Bild: Freepik)

Build-Measure-Learn: Wie du mit der Methode ein agiles StartUp aufbauen kannst

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Möchtest du schnellstmöglich dein Produkt veröffentlichen und erstes Kundenfeedback einholen? Dann setze auf den BML Cycle!

Was ist der BML Cycle?

Das Akronym BML steht für Build, Measure und Learn – deutsch: Bauen, Messen, Lernen. Da du diese drei Elemente fortwährend hintereinander einsetzt, entsteht ein Kreislauf. In der Fachsprache spricht man deshalb vom BML Process, vom BML Cycle oder den BML Loops. Daraus entwickelt sich ein agiler Prozess, wodurch dein StartUp schneller und zielgerichteter handeln kann.

Wie funktioniert der Build-Measure-Learn-Ansatz?

Die Idee hinter dem BML Cycle ist ganz einfach: Du entwickelst ein Produkt, indem du Schritt für Schritt einzelne Features umsetzt. Derart näherst du dich iterativ deiner Vision. Jeder Schritt besteht aus drei Kernelementen, eben: Bauen, Messen und Lernen.

Das bedeutet:

  • Du “baust” ein Feature, indem du beispielsweise eine Funktion einer App programmierst.
  • Du testest, wie gut das neue Feature ankommt und misst die Reaktionen.
  • Du analysierst das Feedback und lernst daraus.
  • Danach beginnst du wieder von vorne.

Wie du siehst, greifen die drei Begriffe Build, Measure und Learn im BML-Kreislauf eigentlich zu kurz. Denn vor jeder Aktion steht noch eine andere Handlung, die ebenso wichtig ist. Darum beschreibt man den ganzen Prozess, wenn es sich um die Entwicklung eines digitalen Produktes handelt, mit diesen englischen Schlagworten:

  • Ideas
  • Build
  • Code
  • Measure
  • Data
  • Learn

Woher stammt die Build-Measure-Learn-Methode?

Der Urheber ist wohl Eric Ries. Er beschrieb den Build-Measure-Learn-Prozess in seinem Kult-Buch The Lean Startup*, wobei die Vorgehensweise nicht von ihm erfunden wurde. Eric orientierte sich dabei an anderen Methoden und setzte sie für seinen Lean-StartUp-Gedanken neu zusammen. Ein wichtiger Bestandteil ist eben der Kreislauf.

Der BML Cycle erinnert stark an den PDCA-Zyklus, der aus diesen Schritten besteht:

  • Plan
  • Do
  • Check
  • Act

Zudem wurden beide Prozesse in die agile Entwicklung übernommen. So gibt es bei Scrum folgende, sich wiederholenden Elemente:

  • Plan
  • Design
  • Develop
  • Test
  • Deploy
  • Review
  • Launch

Agile Scrum Prozess (Bild: Freepik)

Wie setzt man einen agilen BML-Prozess um?

  1. Sammle Ideen, beispielsweise für neue App-Funktionen. Oder gehe deine bisherige Ideen-Sammlung durch.
  2. Wähle eine Funktion aus, weil du annimmst, dass diese bei deinen Kunden am besten ankommen könnte.
  3. Auf Basis dieser Hypothese planst du die Umsetzung der Funktion. Dabei können dir Scrum Online-Tools helfen, besonders wenn du die agile Mobile-App-Entwicklung im Team realisierst.
  4. Du programmierst die Funktion oder entwickelst sie zusammen mit deinen Kollegen innerhalb kürzester Zeit, zum Beispiel in einem Rahmen von ein bis drei Wochen.
  5. Du rollst die Funktion offiziell aus, indem sie für eine bestimmte Test-Zielgruppe oder alle Nutzer verfügbar machst.
  6. Nun beginnt die Measure-Phase: Sammle so viele Daten wie möglich in Bezug auf die neue Funktion.
  7. Werte die Daten und das Feedback aus. Leite daraus Erkenntnisse ab. Kläre dabei, ob deine Hypothese getroffen wurde oder nicht.
  8. Nach dieser Analyse weißt du ein bisschen mehr, was deine Kunden möchten.
  9. Dann beginnt das Spiel von vorne: Plane, setze um, messe und lerne daraus.

Du kannst die Build-Measure-Learn-Methode ebenso sehr gut einsetzen, wenn du noch gar kein Produkt hast. Dann geht es darum, eine erste, lauffähige Fassung – das Minimum Viable Product (MVP) – auf die Beine zu stellen. Ebenso lässt sich der BML Cycle für ein agiles Marketing oder die Realisierung eines Maximum Value Product nutzen.

Warum ist der Build-Measure-Learn-Zyklus so angesagt?

Blicken wir zurück: Wie wurden Produkte, zum Beispiel Software, früher entwickelt? Ein Team sammelte Ideen, entwickelte ein Konzept, danach einen Projektplan. Und dann setzte es Milestone für Milestone um, bis irgendwann das Produkt fertig war und es an die Kunden ging. Zwischen der Idee und dem Release vergingen ein paar Monate oder gar mehrere Jahre. Wenn es dumm lief, wurde das Produkt an den Kundenwünschen vorbei entwickelt und es floppte.

Diese alte Vorgehensweise – Wasserfallmodell genannt – gilt als unzeitgemäß und teuer. Mit einem agilen Ansatz wie BML produzierst du in kürzester Zeit einen ersten Prototypen oder neue Features, um sie direkt von deinen Zielgruppen testen zu lassen. Anhand der Erkenntnisse kannst du dein Produkt enger entlang den Kundenwünschen entwickeln. Du lernst ständig Neues hinzu, anstatt in einer Black Box zu arbeiten. Validated Learning (validiertes Lernen) nennt Eric Ries das in seinem Buch The Lean StartUp.

Schaffst du es, den Lean StartUp Circle dauerhaft aufrecht zu halten, entsteht eine sogenannte Continuous Innovation – ein kontinuierlicher Innovationsprozess.

Was sind die Nachteile des BML-Kreislaufs?

Nicht jedes Produkt lässt sich agil nach Build-Measure-Learn entwickeln. So müssen beispielsweise Flugzeuge und Medikamente strenge Anforderungen erfüllen, bevor sie von den Kunden beziehungsweise Konsumenten genutzt werden dürfen. Hier ist kein iterativer Prozess mit ständigen Endkunden-Tests und Feedback-Schleifen möglich.

Zudem sind manche Unternehmen und Organisationen nicht für agile Prozesse geeignet. Die (starren) Strukturen müssen dazu erst umgebaut werden. Oder die Entwicklung wird ausgelagert, da die internen Anpassungen zu viele Ressourcen kosten.

Bilder: Freepik

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