Carsten Maschmeyer will ein staatlich gefördertes Experimentierjahr haben, um die deutsche Wirtschaft zu retten. Was steckt hinter dieser Forderung?
„Deutschland ist ein Restrukturierungsfall“
Dieser Satz stammt von Carsten Maschmeyer. Er sagte ihn in einem Interview mit t-online. Überhaupt ist Maschmeyer schonungslos: Zu hohe Energiekosten, eine alternde Gesellschaft, erstickende Bürokratie und mangelnde Innovationskraft lassen das Land hinterherhinken.
Während Gründer im Silicon Valley nach drei Monaten fünf Millionen Umsatz machen, warten deutsche StartUps nach drei Genehmigungen darauf, überhaupt loslegen zu dürfen, so Maschmeyer. Der Investor (unter anderem bekannt aus Die Höhle der Löwen), sagte außerdem: „Als Unternehmen wäre Deutschland schon auf dem Weg zum Insolvenzgericht.“ Ohne drastische Maßnahmen drohe Deutschland, zum „Industriemuseum“ zu verkommen.
Was könnte eine Lösung sein?
„Durch Deutschland muss ein Ruck gehen“, das meinte Roman Herzog bereits 1997. Die Worte des ehemaligen Bundespräsidenten hallen bis heute nach.
Maschmeyer hat verschiedene Ideen, die an die „Ruck-Rede“ erinnern lassen. So fordert er ein staatlich finanziertes „Experimentierjahr“ für alle, die eine gute Idee haben oder einfach ausprobieren wollen, ob das Unternehmertum zu ihnen passt.
Sein Rezept lautet also: Ein Jahr lang Zeit, Geld und Sicherheit, um Konzepte zu testen – ganz ohne Existenzangst.
So könnte das Experimentierjahr funktionieren
✅ Finanzielle Absicherung
Ein Grundeinkommen, das Miete, Essen und Sozialversicherung deckt.
✅ Keine Altersgrenze
Ob 25-jährige Tech-Enthusiastin oder 52-jähriger Arztpraxis-Mitarbeiter, alle dürfen mitmachen.
✅ Fehlerkultur statt Perfektionismus
Scheitern ist erlaubt, sogar erwünscht. „Im Venture Capital klappt nicht alles. Aber aus Freiräumen entstehen die großen Innovationen“, so Maschmeyer.
✅ KI als Türsteher
Alle Anträge sollen primär von Künstlicher Intelligenz geprüft werden. Nur strittige Fälle landen bei menschlichen Sachbearbeitern. Denn: „Wenn wir erst einen neuen Verwaltungsapparat aufbauen, haben wir schon verloren.“
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Was kostet das alles?
Maschmeyer rechnet im Interview vor: Acht bis zehn Milliarden Euro pro Jahr würde das Experimentierjahr kosten. Für den Staat, also uns alle. Das klingt nach viel Geld. Hier ein Vergleich, wie viel das wirklich ist, gemessen an anderen Ausgaben:
🔷 Der deutsche Bundeshaushalt beträgt 2026 rund 525 Milliarden Euro
🔷 Das Sondervermögen für die Bundeswehr liegt bei 100 Milliarden Euro
🔷 Der Bau von Stuttgart soll rund 11 Milliarden Euro kosten
🔷 Für die Lufthansa-Rettung in der Corona-Zeit wurden zirka 9 Milliarden ausgegeben
🔷 Der Masken-Skandal von Jens Spahn kostet den Steuerzahler in etwa 3 Milliarden Euro
Maschmeyer versteht, dass die Ausgaben für das Experimentierjahr recht hoch sind. Er argumentiert: „Doch wenn aus je zehn Versuchen eine erfolgreiche Gründung hervorgeht, rechnet sich das volkswirtschaftlich“. Am Ende würde es ja tausende StartUp-Experimente geben, die kumuliert einen deutlichen Fortschritt bedeuten. Man denke an all die Firmen ik Silicon Valley, die heute mehrere Billionen wert sind.
Ist Maschmeyers Vorschlag sinnvoll?
Ein Kommentar von Jürgen Kroder, Chefredakteur von StartUpWissen.biz
Während andere Länder die Zukunft gestalten, diskutiert Deutschland noch über Baugenehmigungen für Datenkabel, klammert sich an den Verbrennermotor und blockiert erneuerbare Energien. Die Welt macht große Sprünge – wir debattieren. Das hat Folgen: Monat für Monat verlieren Zehntausende in der Old Economy ihren Job. Die New Economy? Wird als „Neuland“ belächelt, mit Bürokratie erstickt. Gründen ist in Deutschland ein Höllentrip.
Die Lösung? Nicht Stillstand, sondern Tempo! Deutschland muss endlich im Hier und Jetzt ankommen. Und gleichzeitig mit voller Kraft am Morgen arbeiten. Dafür braucht es Freiräume. Maschmeyers Vorschlag eines Experimentierjahres halte ich daher für den richtigen Weg. Aber nur, wenn er wirklich unbürokratisch umgesetzt wird.
Ja, es wird Missbrauch geben. Ja, viele Ideen werden scheitern. Und ja, nicht jedes StartUp wird überleben. Doch Nichtstun, Jammern und Ausbremsen ist keine Option! Im großen Stil Zukunftstechnologien und -produkte im Ausland einkaufen und neue Abhängigkeiten schaffen, auch nicht.
Deshalb: Lasst uns für ein Experimentierjahr einstehen! Und lasst uns damit nicht aufhören! Selbstständige, StartUps wie auch etablierte Firmen dürfen nicht mehr mit undurchschaubaren, langsamen und auch teuren bürokratischen Bremsklötzen gegängelt werden.
Es muss endlich ein Ruck durch Deutschland gehen. Durch alle Instanzen. Wir müssen uns vom Beamten- und Festangestellten-Land zum Unternehmerland wandeln. Schnellstmöglich!
Was denkst du? Ist das der richtige Weg? Oder braucht es noch radikalere Schritte? Ich bin gespannt auf deine Perspektive! Hinterlasse sie gerne als Kommentar unter diesem Beitrag.

Auch wenn ich Herrn Maschmeyer unsympathisch finde, muss ich sagen: Er hat Recht!
Wir brauchen endlich wieder mehr Unternehmer in Deutschland! Und innovative Firmen, die mit China und USA mithalten können.
Ich befürchte aber, das interessiert die aktuelle Regierung nicht
Die Idee finde ich grundsätzlich gut. Aber ich befürchte, dass hier wieder Tür und Tor für Missbrauch geöffnet wird. Zumal bezweifle ich ich, dass man das alles unbürokratisch und flink in Deutschland umsetzen kann. Am Ende wird das ein gigantisches Milliardengrab.
Was für eine doofe Idee! Sie erinnert an die ICH-AGs der Schröder-Regierung, was ein totaler Flop war.
Die wenigsten Menschen wollen experimentieren, gründen und eine unsere Zukunft haben. Die Deutschen sind ein Land der Angestellten. Sie wollen einen sicheren Arbeitsplatz und klare Zukunftsaussichten. Daher muss die bestehende Wirtschaft gestärkt werden, als Milliarden in Luftschlösser zu pumpen!
hmmmm… ich denke, man sollte zuerst die bürokratie radikal abbauen
das hilft dann allen unternehmen.