ROI Return on Investment (Bild: Pixabay)

Was bedeutet eigentlich … ROI? Wie berechnet man ihn? Wie lautet die Formel?

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Was steckt hinter der betriebswirtschaftlichen Kennzahl ROI? Wie wird sie berechnet? Und was sind gute ROI-Werte? Wir haben die Antworten.

Lohnen sich die Investments?

Ist dein StartUp profitabel? Oder verbrennst du mit deinem Business dein Geld oder das Geld deiner Investoren? Lohnen sich die Marketing-Aktivitäten? Oder fallen die Ausgaben im Verhältnis zum Ertrag zu niedrig aus?

Das sind Fragen, die sich jeder Gründer immer wieder stellen muss. Um die Rentabilität deiner Unternehmung zu berechnen, gibt es verschiedene Kennzahlen. Eine der bekanntesten ist der Return on Investment – kurz ROI genannt.

Definition: Was bedeutet ROI?

Der Return on Investment heißt übersetzt nichts anderes als “Rückkehr der Investition”. Andere deutsche Begriffe sind Kapitalrentabilität und Kapitalrendite.

Gründerszene.de beschreibt den ROI so: “Ob sich eine Investition gelohnt hat, zeigt die Errechnung des Return on Investment, was im deutschen Sprachgebrauch so viel bedeutet wie Kapitalrendite und mit ROI abgekürzt wird.

Die Kennziffer des ROI beschreibt das prozentuale Verhältnis zwischen dem investierten Kapital und dem Gewinn, den das Unternehmen erwirtschaften konnte.”

Warum ist der Return on Investment so wichtig?

Der ROI gehört zu den wichtigsten Kennzahlen im E-Commerce und im Marketing. Mit ihm bewertest du die Wirtschaftlichkeit deines gesamten Unternehmens oder einer einzelnen Aktivität.

Kannst du den Umsatz und die Kosten einer Aktivität – zum Beispiel einer Marketing-Kampagne – eindeutig zuordnen, dann kennst du auch den Gewinn, der hierdurch erzielt wurde. Im Verhältnis zum eingesetzten Kapital ermittelst du so den ROI.

Fällt er positiv aus, so lohnt sich die Marketing-Kampagne. Ergibt deine Berechnung einen negativen Wert, so bringen deine Kampagnen zu wenig Ertrag im Verhältnis zum Einsatz.

Hast du verschiedene Investitionsalternativen, wähle die, die den höchsten ROI zu einem bestimmten Zeitpunkt bietet. So wird der ROI zu einem Instrument im Controlling, um deine unternehmerischen Entscheidungen zu bewerten.

ROI-Formel: Wie berechnet man den Return on Investment?

Die Formel für die Berechnung des Return On Investment lautet:

ROI = (Gewinn / Umsatz) * (Umsatz / Gesamtkapital) x 100

Was du bei der ROI-Berechnung bedenken musst

Wir erinnern uns an den Matheunterricht zurück und stellen fest: Der Umsatz im Zähler und der Umsatz im Nenner wird gekürzt. So entsteht dann diese einfache ROI-Formel:

ROI = Gewinn / Gesamtkapital

Die vorherige Betrachtung inklusive Umsatz macht jedoch Sinn, da dadurch erkennbar wird, dass die Zusammenhänge aus Umsatzrendite (Gewinn / Umsatz) und Umschlaghäufigkeit des Gesamtkapitals (Umsatz / Gesamtkapital) für die Ermittlung des ROI relevant sind. 

Tipp: Einen ganz einfachen ROI-Rechner findest du bei Blitzrechner.de.

Was ist ein guter ROI?

Vereinfacht gesagt: Wenn die errechnete Kennzahl größer als 100% bzw. größer als 1,0 ausfällt (je nachdem, welche Art der Berechnung du verwendest), ist das Ergebnis positiv. Je höher, desto besser. Denn hier wird deutlich mehr erwirtschaftet als ausgegeben.

Doch: Du darfst bei der Berechnung des Return On Investment nicht den Fehler begehen, die Zahl isoliert zu betrachten! Zum Beispiel solltest du den ROI um eine zeitliche Dimension erweitern.

Und es muss auch bedacht werden, von welchen Summen die Rede ist – dementsprechend verändert sich der Blick auf das Risiko einer Investition.

ROI berechnen und Auswertung

Dieses Video zeigt dir, wie du die ROI-Formel und ihre Berechnung im Alltag einsetzt:

Achtung, der ROI alleine kann zu wenig sein!

Wenn man den Return on Investment berechnet, kommen dabei in der Regel nur direkte Kosten in die Betrachtung – zum Beispiel die Ausgaben für eine Werbekampagne. Doch was ist mit den indirekten Kosten wie der Büromiete oder den Gehälter deiner Mitarbeiter? So etwas wird bei der ROI-Formel meist vergessen.

„Bei komplexen Projekten und langfristigen Investitionen lassen sich direkte und indirekte Kosten kaum mehr unterscheiden, was zu einer Verzerrung des Return on Investment führen kann. Ein weiterer Kritikpunkt: Der Wert sagt nichts über die konkrete Höhe des Kapitalrückflusses aus“, erklärt Gevester in seiner ROI-Kritik.

Was ist der ROMI?

Die Berechnung des Return on Investment wird je nach Branche und Anwendungsfall etwas abgeändert bzw. an die Gegebenheiten angepasst. So redet man bei einem ROI im Bereich des Marketings auch vom ROMI – dem Return On Marketing Investment. 

Der ROMI lässt sich auf verschiedene Disziplinen anwenden. Zum Beispiel kannst du damit den Content Marketing ROI berechnen. Oder zumindest versuchen, die Effizienz deiner Aktivitäten ansatzweise zu ermitteln.

Wie kann man den Wert von Content Marketing berechnen?

Beiträge für den Firmenblog, Whitepaper für die Unternehmenswebseite oder Erklärvideos auf Youtube: Es gibt verschiedene Wege, wie du Content Marketing betreiben kannst. Meist fließt viel Zeit und Energie in die Erstellung, Optimierung und Verbreitung der Inhalte. Aber lohnt sich das alles überhaupt? Kannst du das irgendwie berechnen?

Die Antwort: Ja, mit dem Content ROI!

Die Formel dafür lautet:

ROI = (Profit – Investitionen) / (Investitionen)

Wir zeigen dir anhand des folgenden Beispiels, wie du das für dein Content Marketing anwendest:

Kosten / Investitionen

    • Ein externer Autor verfasst für deinen Firmenblog drei Texte für insgesamt 300 Euro. Für die Abstimmung mit dem Autoren, die Überarbeitung und Optimierung der Texte (zum Beisoiel mit einem Call to Action wie „Möchten Sie mehr über das Thema wissen? Melden Sie sich bei uns!“) sowie das Übertragen in das firmeneigene Redaktionssystem ist in deinem Unternehmen Arbeitszeit angefallen, die umgerechnet rund 200 Euro kostet.
    • Um mehr Leser zu erreichen, schaltest du Anzeigen bei Twitter und Facebook. Diese kosten dich 500 Euro.
    • Unterm Strich hast du insgesamt 1.000 Euro für deine Content-Marketing-Kampagne ausgegeben.

Umsätze / Profit

    • Durch deine Maßnahmen werden die Blogbeiträge zahlreich gelesen. Mehrere Leser melden sich darauf hin bei dir, ein paar Monate später ergeben sich so daraus drei Aufträge.
    • Die drei Aufträge bringen dir zusammen einen Umsatz von 10.000 Euro, die Gewinnmarge lag bei 25%. Du erzielst somit einen Profit von 2.500 Euro.
    • Laut der Formel lautet der ROI des Beispiels: (2.500 – 1.000) / 1.000 = 1,5
    • Das heißt, du hast mit jedem Euro, den du in dein Content Marketing investiert hat, daraus 1,50 Euro erwirtschaftet. Das Ergebnis fällt somit positiv aus.

Das solltest du beim Content ROI bedenken

    • Bei diesem Beispiel handelt es sich um eine Modellrechnung. Da Content Marketing eine nachhaltige, langfristige und keine punktuelle Marketingaktivität ist, lassen sich die Ausgaben und Umsätze nicht 1:1 aufschlüsseln. Gerade, da die Leser/Kunden im Rahmen ihrer Customer Journey an verschiedenen Touchpoints mit deinem Unternehmen in Kontakt treten. So gibt es nicht den einen Auslöser für eine Aktion bzw. Konvertierung zum Kunden.
    • Das bedeutet: Die Berechnung des ROI macht zwar Sinn, um zu überprüfen, ob deine Ausgaben tendenziell richtig sind oder nicht. Trotzdem solltest du nicht zu zahlengetrieben agieren.
    • Denn die Wirkung Ihres Content Marketings lässt sich nicht nur mit nackten Zahlen berechnen! Maßnahmen wie kostenlose eBooks, Erklärvideos oder Blogbeiträge beeinflussen unter anderem auch das Image deines Unternehmens und somit die Wirkung der Marke (Stichwort: Branding).

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Bild: Pixabay

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