Mehrwertsteuersenkung (Bild: Pixabay)

Mehrwertsteuer-Senkung: Das musst du nun wissen

Corona-bedingt wurde die Mehrwertsteuer gesenkt. Darauf müssen Selbstständige jetzt bei der Rechnungsstellung und Versteuerung achten.

Ein Gastbeitrag von Thomas Maas, freelancermap.de

Mehrwert- und Umsatzsteuer: das ist anders

Die Standard-Mehrwertsteuer bzw. Umsatzsteuer, die alle Freelancer für ihre Produkte und Dienstleistungen angeben bzw. verrechnen müssen, sinkt von 19 auf 16 Prozent. Gleichzeitig sinkt auch der ermäßigte Steuersatz auf 5 Prozent (sonst 7 Prozent). Die Regelung gilt bis zum 31.12.2020.

Unter den ermäßigten Steuersatz fallen, laut § 12 Abs. 2 im Umsatzsteuergesetz (UStG), Erzeugnisse aus der Land- und Forstwirtschaft, Futtermittel, Lebensmittel (ausgenommen sind Luxuslebensmittel), Bücher, Zeitungen, ausgewählte Getränke und unselbstständige Nebenleistungen, wie Hotelübernachtungen, Warenverpackungen sowie Versandkosten.

Klarer Zeitraum: MwSt.-Senkung betrifft Juli bis einschließlich Dezember

Der Zeitpunkt ist entscheidend. Bei Dienst- oder Werkverträgen ist das Datum, an dem die Leistung erbracht bzw. abgenommen wurde, das Kriterium, ob die MwSt.-Senkung gültig ist. Ist dieses Datum vor dem 1. Juli 2020, kommt der alte Steuersatz zur Anwendung, ansonsten gelten in diesem Jahr die verminderten Sätze.

Folglich fallen für alle erbrachten oder abgenommenen Leistungen im Jahr 2021 wieder die bisherigen Standard-Mehrwertsteuersätze an.

Infografik Mehrwertsteuersenkung (Bild: freelancermap.de)

Ausnahme: Kleinunternehmer sind nicht betroffen

All diejenigen, die als Kleinunternehmer Rechnungen ausstellen, gemäß §19 des UStG Rechnungen schreiben und keine Mehr- bzw. Umsatzsteuer ausweisen, sind von der Mehrwertsteuer-Senkung ausgenommen.

Wichtige Stichtage für die Umsatzsteuer-Voranmeldung

Freelancer müssen ihre die Umsatzsteuer über das ELSTER Onlineformular voranmelden, indem sie ihre monatlichen Mehrwertsteuer-/Umsatzsteuer-Einkünfte und die Vorsteuer der Ausgaben ausweisen. Da diese Angabe jeweils bis zum Zehnten des Folgemonats vom Finanzamt verlangt wird, sollten Freelancer nun aufpassen und sich zwei Stichtage rot im Kalender markieren:

    • 10. August 2020: Hier sollte die für Juli geltende Umsatzsteuervoranmeldung auf 16 bzw. 5 ausgewiesen werden.
    • 10. Januar 2021: Nach diesem Stichtag gelten wieder die alten Steuersätze von 19 und 7 Prozent, was bedeutet, dass sie die Umsatzsteuervoranmeldung für Februar 2021 betreffen.

Gleich bleibt natürlich die Zahlungsweise – ob monatlich, quartalsweise oder jährlich – diese Regelung bleibt von den befristeten Regularien unangetastet.

Abrechnung Teilleistung: Sonderfälle wie Anzahlungen und fortlaufende Aufträge

Anzahlungen werden von der Mehrwertsteuer-Senkung nicht gesondert betrachtet, auch hier gilt das Datum der Leistungserbringung bzw. der Abnahme der Leistung. Fortlaufende Aufträge hingegen sind etwas komplexer.

Denn zum Beispiel bei einem dauerhaften Coaching oder einer längerfristigen beraterischen Tätigkeit, die vor Juli begann und erst im Laufe des Jahres endet, fallen beide Steuersätze an. Hier empfiehlt es sich, mit Teilleistungen zu arbeiten, um dann die jeweilige Mehrwertsteuer z.B. monatlich korrekt auszuweisen und abzurechnen.

Beide Vertragsparteien müssen der Aufteilung der Leistung zustimmen und kann bei bestehenden Vereinbarungen nachträglich angepasst werden.


Über den Autor:

Thomas Maas ist Geschäftsführer der offenen Projektplattform freelancermap und Herausgeber der repräsentativen Marktstudie Freelancer-Kompass, die jährlich relevante Entwicklungen des freien Projektgeschäfts der IT- und Engineering-Branche abbildet. 


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